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Angstverschiebung nach Psychotherapie

6. Mai 2007 um 16:54 Letzte Antwort: 11. Mai 2007 um 12:23

Hallo

Ich war vor etwa 3 Jahren in einer Psychotherapie, weil ich panische Angst vor Spinnen hatte, die mein Leben sehr weit eingeschränkt hat. Wir haben verschiedene Methoden probiert, zum Beispiel sich vorzustellen, was das schlimmste wäre, das passieren könnte, wenn denn eine Spinne auftaucht. (was fürn langer Satz^^) Wir haben auch darüber geredet, wie gefährlich die hier üblichen Spinnen sind, und dass sie mir ja eigentlich nichts tun können.
Mein Therapeut ist der Meinung, dass Angst nur ein Symptom ist. Egal worauf diese Angst bezogen ist. Und dass man von der einen Angst in eine andere rutschen kann. Und damit hatte er leider recht :s
Ich hab dann selbst was vorgeschlagen, und zwar eine "Angstdose"...ein kleines Kästchen, in das ich meine Angst reinpacke, damit sie weggeht. Das hat zwar ne Menge seelische Kraft gekostet, hat aber sehr gut funktioniert. Zumindest am Anfang. Wer jetzt lacht, kann es ja selbst einmal probieren

Das ganze ist jetzt wie gesagt, 3 Jahre her. Die Angst vor Spinnen ist weg. Ich hab halt noch Ekel vor diesen fetten schwarzen Dinern, die im Keller lauern, aber ich fang nicht mehr an zu schreien, wenn ich sie sehe^^

Nun zu meinem eigentlichen Problem...
Ich habe panische Angst vor Dingen, die ich nicht kontrollieren kann. Erdbeben, Stürme und Gewitter. Wenn ich abends allein daheim bin und im Bett liege, achte ich auf jedes Geräusch. Einfach auf alles. Ich konzentriere mich darauf, ob der Boden vibriert, ob er schwankt...ob ich irgendwo ein Grollen höre, ob die Fenster knacken.
Dazu muss ich sagen, dass ich schon 2 Erdbeben erlebt habe. Allerdings war das eine morgens um 8 Uhr, also war es nicht mehr dunkel. Und das zweite war ein Nachbeben mittags um 12 Uhr.
Aber sowas kann ja auch passieren, wenn ich gerade im Bett liege und versuche einzuschlafen. Und dann???
Klar, der Kopf weiß, dass eigentlich nichts passieren kann. Das schlimmste wäre, dass ich aufspringe und rausrenne, auf die Straße, damit das Haus nicht über mir zusammenbricht. (übertrieben gesehen) ...das ist alles so absurt :s der Kopf weiß es, aber die Seele will es nicht einsehen.

Und dann ist da noch was. Ich habe Angst davor, dass jemand über den Balkon in die Wohnung kommt..an mein Bett...usw...
Es hat schon jemand versucht, in meine Wohnung zu kommen und mich zu v*rg*w*lt*g*n. Ist ne lange Geschichte. Und nun habe ich Angst, dass es sich wiederholt, weil ich damals sehr gelitten habe. Man kommt von der Straße einfach auf den Balkon und so ne Tür aufzubrechen ist ja auch nicht wirklich schwer. Ich bin morgens mal in das Zimmer wo der Balkon ist gekommen und da waren die Rolladen schräg hochgeschoben, so dass man durch einen Spalt in die Wohnung schauen konnte.
Als ich dann zwei Tage später hier an meinem Computer saß und wieder was auf dem Balkon gehört habe, hab ich die Polizei gerufen, die dann allerdings nichts gefunden hat. Die beiden haben mir dann geraten, mich zu "bewaffnen", damit ich mich sichfühle und im mich im Notfall mit aller Kraft zu verteidigen. Also hab ich jetzt eine Kurzhantel-Stange neben dem Bett liegen. Was aber nicht gegen die Angst vor Erdbeben und Gewitter hilft :s

Zum Reden habe ich ehrlich gesagt niemanden, weil mich inzwischen schon alle für "gestört" halten. Ich mein...es ist ja auch alles blöd und total absurd...

Naja...soviel dazu...war ein langer Text, ich weiß. Aber vielleicht ist ja jemand in der selben Situation und versteht meinen kranken Kopf zumindest ein bisschen

Danke fürs lesen

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10. Mai 2007 um 16:45

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Hm....hat denn niemand die selbe Erfahrung gemacht?

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10. Mai 2007 um 18:29
In Antwort auf macey_11923877

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Hm....hat denn niemand die selbe Erfahrung gemacht?

Angst
Hast du nach diesem schrecklichen Erlebnis nochmal eine Therapie gemacht?
Ich denke diese Angst, dass wieder jemand einbrechen könnte ist normal und gerechtfertigt, warum ziehst du nicht in eine andere Wohnung im 3. Stock oder so? Eine weitere Therapie wäre bestimmt auch keine schlechte Idee.

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11. Mai 2007 um 12:23
In Antwort auf lfrke_12255962

Angst
Hast du nach diesem schrecklichen Erlebnis nochmal eine Therapie gemacht?
Ich denke diese Angst, dass wieder jemand einbrechen könnte ist normal und gerechtfertigt, warum ziehst du nicht in eine andere Wohnung im 3. Stock oder so? Eine weitere Therapie wäre bestimmt auch keine schlechte Idee.

Andere Wohnung
Ich hätte vermutlich sogar im zehnten Stock Panik. In zu großen Häusern fühle ich mich sowieso nicht wohl.

Bei der Sache von damals ist etas passiert, dass ich nicht für möglich gehalten hätte. Bei der "Gegenüberstellung" mit dem Stalker habe ich eine ganz neue Seite an mir kennengelernt. Eine Seite, die anderen Menschen, die mir vorher etwas böses wollten, die Meinung sagt. Und der erschrockene, geschockte und verängstigte Ausdruck im Gesicht dieses Kerles war Therapie genug für mich. Unendliche Genugtuung und Rache. Das klingt böse, aber genauso hab ich es damals empfunden und bin froh darüber, dass es so ausgegangen ist.

Eine Therapie werde ich dennoch machen. Einfach um mein Selbstbewusstsein weiter zu stärken und um die Ursache für meine Paranoia zu bekämpfen.

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