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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Angststörung!!

Letzte Nachricht: 26. Dezember 2023 um 1:20
B
blackpearl
09.12.23 um 23:48

Hallo ihr lieben, 

Ich lebe seit 6 Jahren mit einer generalisierten angststörung! Es war die letzten 2 Jahre gut "auszuhalten". Ich war gesellschaftsfähig und habe fast alles gemacht, worauf ich Lust hatte...
ich vermied es trotzdem, auf Partys zu gehen oder große Feiern, Musicals etc. Zu besuchen!!

Ich habe vor ein paar Wochen schon bemerkt, dass es wieder schlechter mit mir wird und ich wieder mehr Angst bekomme in verschiedenen Situationen...

jetzt bin ich an dem Punkt ! Wo ich soziale Kontakte meide, lieber allein zu Hause bin, als mich zu verabreden. Ich möchte das es wieder aufhört... 
ich bekomme Angst beim einkaufen, unterwegs sein, Urlaub, Freunde treffen, Familie, oder bekannte, mein Fokus liegt darauf, dass ich Angst habe, in Gesellschaft Durchfall zu bekommen. Mein Kopf macht mich so verrückt, dass das Symptom tatsächlich auftritt und ich mehrmals Durchfall bekomme.
ich habe nasse Hände, Schwindel, Bauchweh, Panik, mir wird ganz anders, heiß, und ich will einfach raus aus der Situation!! 

wie geht ihr mit euerer angststörung um? Was hat euch geholfen ?? 

Liebe Grüße 

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C
corendi
10.12.23 um 8:43

Hallo blackpearl, 
es tut mir leid das es mit deiner Angststörung schlimmer geworden ist.

Bist du den in psychologischer Behandlung und nimmst du Medikamente?

Ich denke du solltest dich wieder mit einer Fachperson zusammensetzen und die Ursachen dafür ergründen.  
 Es wäre schade wenn du dich nur  wieder in deiner Wohnung aufhälst und die sozialen Kontakte meidest. 

Ich wünsche dir viel Kraft und gute Besserung 

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N
nicci42
12.12.23 um 0:07

Hallo,
gab es einen Auslöser für deine Ängste? Oft denkt die Umgebung: generalisierte. Doch ist man oft Opfer äußerer Umstände. Tat dir eial jemand weh? Körperlich? Oder seelisch? 

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Kannst du deine Antwort nicht finden?

S
sisteronthefly
12.12.23 um 14:06

Hallo, 

wenn ich ehrlich bin klingen deine Schilderungen ähnlich wie bei einer Agoraphopie mit beginnender Panikstörung. Man kann Angststörungen "relativ" gut behandelt, aber wie du bereits festgestellt hast ist der Weg oft langwierig. Es gibt viele gute therapeutische Ansätze, die alle eine absolute Bereitschaft zur Veränderung voraussetzen. 

Um seiner Angst Herr zu werden muss man sich seinen eigenen Angstkreislauf genau anschauen. Wie er entsteht und funktioniert. Durch verschiedene Techniken und Maßnahmen greift man dann dort an, wo der Kreislauf am Anfälligsten ist. Es ist sicherlich sehr gut eine Entspannungstechnik zu erlernen. Stress und auch die Stressbewertung würde eine Rolle spielen.

Um dem Kind einen Namen zu geben könntest du damit beginnen ein Angsttagebuch zu schreiben. Das sieht so aus, du schreibst für jeden Tag die Symptome auf z.B. Übelkeit, Zittern, Hitze, Kälte, Durchfall, Erbrechen, Schmerzen usw. In zweiter Spalte deine Gedanken dazu, z.B. ich verliere die Kontrolle, ich blamiere mich usw. In dritter Spalte deine Gefühle dazu, z.B. Angst, Scham, Hilflosigkeit, usw. Dann kommt noch eine Spalte, in der du schreibst, wie deine Reaktion darauf ist, z.B. Flucht, Vermeidung, Aggression usw. 

Das Beste ist, du nimmst diese Aufzeichnungen mit in eine psychotherapeutische Behandlung. Es kann sein, dass vorübergehend Medikamente notwendig werden. Ein Besuch bei deinem Hausarzt ist sehr wichtig.  Er wird/sollte ein Blutbild anordnen. Das muss sein, um andere Erkrankungen auch wirklich auszuschließen. Wenn er gründlich ist lässt er ein EKG/EEG machen. Bei vielen Angsterkrankungen kommt es signifikant zu einem Mangel an Serotonin, bei manchen stimmt das Noradrenalinverhältnis nicht und einige weitere wichtige Parameter. Dies ist im Blutbild zu erkennen. Aus diesem Grund weren oftmals SSRI gegeben. Das zweite S steht für Serotonin. 

Möglicherweise spielt dein partnerschaftlicher Stress auch eine Rolle und wie du diesen wahrnimmst. Das lässt sich alles aus der Ferne schlecht beurteilen. Deshalb kann ich dir lediglich die Empfehlung geben einen Fachmann aufzusuchen. Es gibt ganz viele Menschen, denen es heute besser geht. Es ist machbar. 

LG Sis
 

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B
brumby
26.12.23 um 1:20

Hallo blackpearl,

das was du da  schilderst kenne ich zu gut, bis vor zwei Jahren litt ich ebenfalls jahrelang an einer Generalisierten Angststörung. Ich habe sie allerdings mittlerweile  losbekommen.

Ich werde dir hier ausführlich davon erzählen und dann über das Nachrichtensystem eine Nachricht mit einem Link zukommen lassen, denn ich den darf ich hier nicht posten. Eines vorab noch, es ist jetzt dreiviertel eins in der Nacht und ich hatte die letzten Tage Covid-19. Vielleicht liest es sich daher nicht ganz so flüssig... Bitte um Nachsicht.

Du hast da das Thema "Durchfall" erwähnt, um welches sich deine Angst dreht. Das ist das Eine. Deine Angst hat sich nun mittlerweile offenbar "verselbstständigt", eben die Generalisierte Angststörung"... das ist das andere.

Wie genau deine Angst vor "Durchfall" in der Öffentlichkeit entstanden ist, welche ich übrigens  sehr gut kenne, kannst natürlich nur du selbst herausfinden, die automatiserte Angst loszuwerden, das ist ein anderes Thema:

Du hast offensichtlich nun eine sogenannte "Angst-Gedankenautobahn" im Gehirn. Autobahn? Also, viele Gedanken nutzen diese synaptischen Verbindungen, die deine Angst "behandeln", über welche du also viel nachdenkst, und woran dein Gehirn nun gewöhnt ist. Vergleiche das mit einem "Freiheit-Gedankenfeldweg", Gedanken die selten hast, woran dein Gehirn nicht gewöhnt ist, und wo kaum synaptische Verbindungen existieren. Das habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern das sind Erkenntnisse aus der Hirschforschung.  Es geht nun darum, diese automatisierte "Angst-Gedankenautobahn" wieder aufzulösen, und dem Gehirn wieder "andere Gedankenwege" beizubringen.. das geht! Das dauert gar nicht so lang.

Der Weg führt über eine einfache Methode, die ich seit fast zwei Jahren praktiziere, und die dazu geführt, hat, dass ich wieder angstfrei und unbewschwert meinen Alltag bewältigen und vor allem genießen kann. Außerdem gehe ich schon länger zu Psycholog*innen, früher, um darüber zu reden, wie mein Leben, meine Kindheit und mein Umfeld mich geprägt hatte, und ich mich somit besser selbst verstehen kann. Heute, um zusehen, dass ich quasi wach bleibe und mir nichts selbst vor mache. Ob es immer eine gute Idee ist,  in der Vergangenhet herumzugraben, muss jede*r für sich selbst entscheiden, jedoch, diese erwähnte Methode ist zu hilfreich, als dass ich sie dir vorenthalten möchte.

Wie sie funktioniert, lässt du dir vom Entwickler, einem Psychotherapeuten-Ehepaar aus Berlin besser selbst erklären, die können das besser als ich hier, sie ist gar nicht kompliziert, aber sie funktioniert nur gut, wenn man gewisse Regeln beachtet. Es gibt ein erschwingliches Buch. Und es gibt einen mehrere Stunden andauernden Videokurs, der etwas teurer ist. Entscheide du.

Noch ein Wort zum "Durchfall": Hatte ich zu der Zeit, in der ich an der Störung litt ebenfalls, das ist unsere Natur. Bei Tieren kann man das beobachten, wenn da beispielsweise Gazellen von Löwinnen gejagt werden, entleert sich oft deren Darm während der Flucht. Einfach damit sie weniger Ballast mit sich herumschleppen müssen. So ist das bei uns Menschen offenbar auch. Unser Körper bereit und auf eine Flucht oder ähnliches vor, wenn wir starke Angst haben.

Da fällt mir noch etwas ein: Es gibt übrigens Angst-Stopp-Techniken, die visuelle und die auditive Schiebe-Technik. Beide funktionieren bei mir in der Regel aus sehr gut. Aber auch hier gilt, lass sie dir von den Spezialisten erklären; sie sind Bestandteil des Videokurses und des Buches. 

Viel Glück.
Thomas
 

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