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Ängste und Jobsuche...Bin verzweifelt

12. Februar 2012 um 16:25 Letzte Antwort: 12. Februar 2012 um 18:43

Hallo Ihr Lieben,

ich hab mich gerade hier angemeldet, weil ich nicht mehr weiter weiß und gerne mit jemandem reden würde.

Ich hab vor Kurzem meinen Job verloren, da mein Vertrag befristet war und nicht verlängert wurde. Bin jetzt auf Jobsuche.

Das Problem ist, dass ich totale Flugangst habe und Angst habe, im neuen Job wieder fliegen zu müssen (habe BWL studiert, also muss man damit rechnen). Ich bin im letzten Jahr ein paarmal trotz Angst geflogen, aber beim letzten Flug ging es mir so dermaßen schlecht, dass ich mich momentan überhaupt nicht mehr traue. Ich hatte richtige Panikattacken und dachte, dass ich den Flug nicht überlebe. Ich bin momentan auf der Suche nach einem Platz für eine Verhaltenstherapie, damit ich wieder fliegen kann. Ich muss aber mit monatelanger Wartezeit rechnen, weil alle Therapeuten keinen Platz haben. Jetzt stehen die ersten Bewerbungsgespräch an und ich bin natürlich total am Durchdrehen. Einerseits würde ich gerne mein Problem im Vorstellungsgespräch ansprechen. Ich glaube, ansonsten mach ich mir ständig Sorgen, dass ich irgendwann fliegen muss. Ich bin leider ziemlich sensibel, mach mir eh schon dauernd Sorgen und bin auch anfällig für Panikattacken. Andererseits geben die mir wahrscheinlich dann keinen Job. Was würdet Ihr tun?

Ich kriege momentan nichts mehr auf die Reihe. Ich sitze den ganzen Tag nur rum und grüble. Ich hab auch schon gesundheitliche Probleme und kann nicht mehr unter die Leute gehn. Bitte helft mich. Ich schäme mich auch total für diese Weigerung zu fliegen.

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12. Februar 2012 um 16:35


Dieses Thema niemals im Bewerbungsgespräch ansprechen....dann brauchst du erst gar nicht hin gehen.
Ich würde mich erstmal so verkaufen, dass mir fliegen nix ausmacht....damit du Zeit gewinnst. Zeit, die du dann für eine Therapie nutzen kannst.
Ich würd mir auch vom Hausarzt Tavor, Tranxillium oder Valium verschreiben lassen, um gar keine akute Angst durchkommen zu lassen. So kannst du bestimmt die Zeit überbrücken.
LG und alles Gute

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12. Februar 2012 um 17:00

@Valec
Hallo Valec!

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ja, genau das ist meine Befürchtung, dass ich dann sofort ne Absage bekomme, weil die dann denken, da kommen noch weitere Probleme mit mir.

Meinst Du, das ich mir gleich auch für davor Tabletten verschreiben lassen soll oder nur für den Flug? Das Problem ist, dass ich schon Wochen davor nicht mehr schlafen kann und ständig Angst habe. Es ist wirklich so extrem bei mir. Und im Job zählt ja immer nur, dass man hart im nehmen ist.

Liebe Grüße

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12. Februar 2012 um 17:40
In Antwort auf shafiq_12511601

@Valec
Hallo Valec!

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ja, genau das ist meine Befürchtung, dass ich dann sofort ne Absage bekomme, weil die dann denken, da kommen noch weitere Probleme mit mir.

Meinst Du, das ich mir gleich auch für davor Tabletten verschreiben lassen soll oder nur für den Flug? Das Problem ist, dass ich schon Wochen davor nicht mehr schlafen kann und ständig Angst habe. Es ist wirklich so extrem bei mir. Und im Job zählt ja immer nur, dass man hart im nehmen ist.

Liebe Grüße

Hmm
Leider haben diese Mittel meist die Nebenwirkung abhängig zu machen. Das darf man nicht überbewerten (rechne ~6-8 Wochen tägliche Einnahme von stetig steigender Dosis), aber für eine Langzeit-Therapie stehen diese Medis nicht zur Wahl.
Medikamente wie Paroxetin würden sich für eine Langzeitbehandlung anbieten...es gibt auch da jede Menge
Möglichkeiten.


Auf die Warteliste für die Therapie bist du sicherlich über den Hausarzt (bzw. eine Weiterleitung zu einem Neurologen/Psychologen) gekommen. Diesen müsstest du jedenfalls auf eine medikamentöse Behandlung ansprechen. Ich denke damit lassen sich deine Symptome gut in den Griff bekommen, die Ursache natürlich nur in der psychosomatischen Therapie.
LG

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12. Februar 2012 um 18:06

@arabella, @valec
Vielen, vielen Dank für Eure Antworten!

@Valec: Ja, ich werd mal zum Hausarzt gehen wegen Medikamenten. Ich hab halt schon Bedenken, wegen der Flugangst gleich ein Antidepressivum einzunehmen. Ich weiß nicht, ob das jetzt gerechtfertigt wäre und eigentlich nicht für größere Probleme da ist. Und davon soll man ja auch "süchtig" werden. Am liebsten wäre mir etwas pflanzliches, aber Baldrian hab ich auch schon probiert, das taugt im Flugzeug dann nix.

@arabella: Ja, das stimmt. Eigentlich haben das echt viele Leute. Aber ich hab den kompletten letzten Flug (2 Stunden) nur am ganzen Körper gezittert und wäre fast kollabiert. Meine frühere Chefin saß neben mir und meinte, sie kann es auf keinen Fall verantworten, dass ich noch mit zurück fliege und ich soll den Zug nehmen. Ich weiß halt nicht, ob ein neuer Arbeitgeber auch so geduldig wäre oder ob ich dann Ärger kriege.

Bei mir ist das Problem, dass ich Angst vor einem Absturz habe. Und dazu kommt noch, dass ich Platzangst habe. Ich fühl mich total gefangen und denke, wenn ich jetzt umkippe, kann mir keiner helfen. Total komisch. Außerdem ist es so, dass es mir durch die Bewegungen im Flugzeug immer schwindlig wird. Dadurch verstärkt sich alles noch mal. Ich bin halt auch jemand, dem es auf dem Schiff oder hinten im Auto leicht schlecht/schwindlig wird und der allgemein einen niedrigen Blutdruck hab.

Danke noch mal, dass Ihr geschrieben habt

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12. Februar 2012 um 18:43
In Antwort auf shafiq_12511601

@arabella, @valec
Vielen, vielen Dank für Eure Antworten!

@Valec: Ja, ich werd mal zum Hausarzt gehen wegen Medikamenten. Ich hab halt schon Bedenken, wegen der Flugangst gleich ein Antidepressivum einzunehmen. Ich weiß nicht, ob das jetzt gerechtfertigt wäre und eigentlich nicht für größere Probleme da ist. Und davon soll man ja auch "süchtig" werden. Am liebsten wäre mir etwas pflanzliches, aber Baldrian hab ich auch schon probiert, das taugt im Flugzeug dann nix.

@arabella: Ja, das stimmt. Eigentlich haben das echt viele Leute. Aber ich hab den kompletten letzten Flug (2 Stunden) nur am ganzen Körper gezittert und wäre fast kollabiert. Meine frühere Chefin saß neben mir und meinte, sie kann es auf keinen Fall verantworten, dass ich noch mit zurück fliege und ich soll den Zug nehmen. Ich weiß halt nicht, ob ein neuer Arbeitgeber auch so geduldig wäre oder ob ich dann Ärger kriege.

Bei mir ist das Problem, dass ich Angst vor einem Absturz habe. Und dazu kommt noch, dass ich Platzangst habe. Ich fühl mich total gefangen und denke, wenn ich jetzt umkippe, kann mir keiner helfen. Total komisch. Außerdem ist es so, dass es mir durch die Bewegungen im Flugzeug immer schwindlig wird. Dadurch verstärkt sich alles noch mal. Ich bin halt auch jemand, dem es auf dem Schiff oder hinten im Auto leicht schlecht/schwindlig wird und der allgemein einen niedrigen Blutdruck hab.

Danke noch mal, dass Ihr geschrieben habt


Das Abhängigkeitspotential von Benzodiazepinen oder Sedidative ist für den hier genannten Umstand viel zu gering. Sie soll das Mittel natürlich nur in akuten Situationen und nicht bei jeder Kleinigkeit nehmen. Wie schon gesagt ist dann der Hang zur Abhängigkeit gleich 0. Wenn dir diese Medis über deine Flugangst helfen und dir dennoch erlauben deinen Tätigkeiten nachzugehen, warum solltest du sie dann nicht vorübergehend nehmen?

Die Idee mit den Anti-Flugangst-Kursen ist aber sehr gut. Da solltest du unbedingt mal nachhaken.

Welches medikament aber für dich das richtige wäre, muss der Arzt mit einer ausführlichen Anamnese entscheiden. Letztendlich wird es sowieso auf ein "Probieren und Schauen" hinaus laufen....also auch nicht gleich resignieren, wenn sich der gewünschte Erfolg nicht sofort einstellt.

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