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Ängste / Depressionen

19. April 2015 um 22:01 Letzte Antwort: 5. Mai 2015 um 6:30

Hallo,

ich bin neu hier und wollte auch gerne mal um Rat fragen.

Ich bin Männlich, 18 Jahre alt und leide schon seit vielen Jahren an einer sozialen Phobie. Ich vermute mal schon um die 6 Jahre lang. Ich war das erste Mal 2010 bei einem Psychologen für kurze Zeit in einer Gruppentherapie, was auch immer das bringen sollte. Dieser hatte die soziale Phobie und eine ernsthafte soziale Beeinträchtigung diagnostiziert. Es hat nämlich wie ich mir schon denken konnte rein gar nichts gebracht, somit habe ich das ganze dann später auch abgebrochen. Seitdem bin ich nie wieder zu einem Psychologen oder so gegangen. Mittlerweile sind also 5 Jahre vergangen.

Meine größten Probleme sind wie es bei einer sozialen Phobie oft üblich ist, dass ich einfach nicht offen mit anderen Personen reden kann. Außerdem habe ich warum auch immer das Problem, dass ich mich in Menschenmengen extrem unwohl fühle, ich fühle mich immer beobachtet und werde total nervös. Ich habe keine Angst vor den Menschen selbst, es lässt sich schwer beschreiben. Man kann sich sozusagen nicht dagegen wehren, es kommt einfach immer wieder dieses Gefühl beobachtet zu werden, zum Beispiel im Bus, in großen Menschenmengen in der Stadt usw.

Ich wirke außerdem immer ziemlich ernst und lustlos und wirke dadurch auf andere Menschen abweisend. Ich habe bis auf eine Person welche ich auch erst seit November 2014 kenne keinen einzigen Freund bzw. keine einzige Freundin, ich war die ganzen Jahre jeden Tag alleine gewesen, ich habe nie etwas unternommen und mich immer mehr von anderen Menschen abgewant.

An manchen Tagen geht es mir so schlecht, dass ich am Abend einfach anfange zu weinen, wenn ich daran denke wie beschissen doch alles ist. Ich werde immer alleine sein weil ich nie andere Leute kennenlernen werde. Am liebsten würde ich manchmal einfach sterben, ich habe doch so wieso niemanden aber leider geht das ja nicht so leicht sich umzubringen.

Naja, jedenfalls war ich mal wegen einer anderen Kleinigkeit bei meinem Hausarzt gewesen im März 2015 und diesem ist auch aufgefallen, dass mit mir etwas nicht stimmt. Letztendlich hat er mir dann eine Überweisung zu einem Psychologen gegeben => Vermeidende Störung beim Jugendlichen (F93.2+G)

Gemeldet habe ich mich bis heute dort aber noch nicht, ich weiß auch nicht ob ich es tun werde, obwohl ich eigentlich möchte, dass es besser wird. Aber was soll es denn bringen wenn ich mit einer anderen Person darüber rede? Wie soll ich dadurch offener werden und normal mit anderen Menschen reden können? Und solange ich immer so ernst und lustlos wirke, möchte mich sowieso keiner kennenlernen.

Die Person von der ich sprach, welche ich im November 2014 kennengelernt habe ist eine Freundin welche ich über das Internet kennengelernt habe. Wir haben uns mittlerweile schon zweimal getroffen, leider liegen zwischen uns 500km Entferung, somit können wir uns nur ganz selten sehen. Wir sind trotzdem ein Paar. Das belastet mich gleichzeitig ebenfalls, dass ich Sie so selten sehen kann. An manchen Tagen vermisse ich Sie so sehr, dass ich auch einfach weinen muss.. Da lerne ich endlich mal eine Person kennen welche mich versteht und mit der ich sehr gut klar komme, und dann kann ich Sie nur so selten sehen..

Das ist doch alles blöd, so viele Probleme..

Was soll ich nur machen?

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4. Mai 2015 um 23:22

Hallo
Als ich deine Geschichte gelesen habe, habe ich mich mit dir mitgefühlt. Ich bin 22 Jahre alt und leide immernoch stark an meinen Ängsten und mir geht es sehr, sehr ähnlich. Menschen halten teilweise nicht viel von mir, weil ich sehr abwesend wirke und nicht "ehrlich" lachen kann. Also, ich nehme es an. Wie das so ist. Bei mir ging das ganze auch so mit 12 Jahren los.
Ich war schon 3 x stationär und hatte 3 Therapeuten in meinem Leben. Im nachhinein tat mir das sehr gut, auch wenn ich längst nicht am Ziel bin, weil mich immer wieder der Mut verlässt. Die Therapie bringt dir soviel das du lernen kannst Dich zu öffnen und dennoch in einem geschützten Raum bist. Kein Therapeut wird dir die Last abnehmen, das musste ich auch lernen - aber den Raum dir alles von der Seele reden zu können. Auch wenn du vllt mit deiner Freundin gut reden kannst, sie wird dir vllt. ein paar Tipps geben, aber wahrscheinlich nur, weil sie sich sorgen macht und dir unbedingt helfen möchte. Wirkliche Hilfe, meiner Meinung nach, bekommst du nur von jmd. der auch geschult ist und mit dir zusammen übt, an deine Grenzen zu gehen und zu spüren, dass das alles nur in Deinem Kopf ist.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, auch dass Deine Beziehung, die Entfernung und Deine Ängste übersteht. Nur Mut.

Lg

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5. Mai 2015 um 6:30

Ich kenne das
Ich kenne das sehr gut, ich habe zwar keine Sozialphobie aber anzeichen das ich eine bekommen könnte.


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