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Angst zu Versagen

10. Juni 2009 um 17:19 Letzte Antwort: 18. Juni 2009 um 12:28

Ich versuch es so kurz wie möglich zu halten, damit ihr nicht zu viel lesen müsst. Seit meinem ca. 17 Lebensjahr leide ich an Depressionen. Mit 19 begann ich eine Ausbildung zur Hotelfachfrau die ich abgebrochen habe. Mit 20 -21 folgten Nebenjobs die ich auch nicht lange hatte. Letztes Jahr im Okt. begann ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau die ich wieder abgebrochen habe. Im April dieses Jahres dann nochmal (ich hab es nicht mal einen Tag geschafft) und ab August habe ich wieder eine Chance.

Nun habe ich wirklich panische Angst wieder zu versagen, Manche in meinem Umkreis glauben schon das ich Arbeitsfaul oder zu blöd zum Arbeiten wäre. Aber das stimmt nicht, ich weis was ich kann, bzw. was ich schon erreichen hätte können. Ich hasse mich dafür um so mehr und ritze mich auch ab und zu. Therapien hatte ich auch schon öfter, die ich abgebrochen habe. Seit Januar 09 bin ich bei einer anderen Therapeutin. Habe aber das Gefühl das sie mich nicht versteht. Aber diesmal will ich durchhalten, weil ich von diesem Teufelskreis raus will.

Wenn ich an die anstehende Arbeit reagiere ich schon wieder panischt. Bekomme wenig Luft, muss weinen, mir wird schwindelig usw...
Am 17. Juni habe ich einen Termin im Spital. Dort wird dann entschieden ob ich Stationär aufgenommen werde.

Die behandelnde Ärztin vom Spital glaubt das ich eine Verhaltensstörung/Borderline habe. Meine Therapeutin glaubt das allerdings nicht. Wie soll sie auch sie versteht mich ja nicht. Sie findet z.B. dass es normal ist, wenn man vorm Auto fahren panische Angst hat....??

Mich würde es sehr freuen, wenn ich mich mit Gleichgesinnten austauschen könnte. Ihr könnt mir auch gerne eine PN schreiben.

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11. Juni 2009 um 3:30

Hallo Schmusekatze,
"Aber diesmal will ich durchhalten, weil ich von diesem Teufelskreis raus will."

Aus Erfahrung kann ich dir sagen, es bringt nichts, eine Therapie durchzuhalten, wenn a) die Chemie zwischen Patient und Therapeut nicht stimmt und b) die Therapie keine Erfolge bringt ... das Durchhalten kann sogar schaden. Ich weiss wovon ich rede. Du hast nun mal leider Depressionen, und es ist nicht gut für dich, dich so unter Druck zu setzen, obwohl du Krank bist. Wenn wieder jemand dir blöd kommt und denkt, du seist Arbeitsfaul, dann sag ihn, er soll sich um seinen Kramm kümmern.
Dein Leben geht nur dich was an!

LG,

Lisa Coccinella

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11. Juni 2009 um 8:58

Guten morgen schmusekatze
als erstes ist es schon einmal gut, dass du dich hier anvertraust und in der klinik warst- weil man muss sich so schnell wie möglich helfen lassen ich hatte vor 2 jahren ängste und zwangsgedanken habe 2 kleine kinder die damals 4 und 3 waren und hab mmich selbst einweisen lassen. War 10 wochen auf station 3 wochen draussen zu hause und dann wieder 2 wochen auf ner anderen station und dann ging es langsam wieder. man darf sich nie schämen in so eine klinik zu gehen sollte sogar stolz drauf sein.

vor 3 wochen ist meine schwiegermama gestorben und ich war sehr traurig aber wusste durch die klinik wie ich da mit klar komme.

ich wünsche DIr viel glück und du schaffst das und geh in die klinik wenn du kannst es kann nur besser werden


liebe grüse

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12. Juni 2009 um 9:47

*
Leider habe ich nicht wirklich Freunde. Bin vor fast drei Jahren von Deutschland nach Österreich gezogen. Die Kontakte sind ziemlich abgebrochen. Wobei es auch besser ist, weil sie nicht wirklich gute Freunde waren. Zu meiner Familie hab ich auch kein vertrautes Verhältnis, da meine Mutter zum größtenteil Schuld ist, das ich jetzt mit meinem Leben nicht mehr klar komme. Sie war Alkoholikerin und hat mich ständig tyrannisiert. Danach bekamm Sie Depressionen und gab die ganze Schuld mir, weil sie sich immer über mich aufregen musste. Meinen Vater kenne ich nicht und mit meinem Stiefvater hab ich, naja wie soll ich sagen, auch kein vertrautes Verhältnis. Er hilft mir zwar wenn ich Geld brauche, aber so richtig geredet haben wir nie.
Mit meinem Freund gab es Anfangs auch Probleme (bin wegen ihm weggezogen). Er ist Albaner und hat geglaubt, das er mich von allen abschotten muss. Ich durfte mich Privat nicht mit meinen Arbeitskollegen treffen. Irgendwann war es mir zu blöd, mich über das aufzuregen. Als er dann sah, das es mir immer schlechter ging, wollte er das ich mir Freunde suche. Aber ich hab mich schon so daran gewöhnt, hier allein zu sein. Jetzt fällt mir der Kontakt mit anderen Menschen wirklich sehr schwer. Ich bin schüchtern und fühle mich immer fehl am Platz.

Jetzt meint er sogar das ich selbst Schuld an meiner Situation bin, weil ich mir keine Freunde suchen will. Er hat übrigens auch keine Freunde.

Ich weiß, das ich meine Situation stark verändern kann, wenn ich will und ich die Kraft da zu habe. Es ist halt nicht so einfach. Vor allem wenn ich an meine Zukunft denke. Bin schon so alt und hab noch keine vernünftige Ausbildung, weil ich nicht fähig bin, das auszuhalten.

Wer hat die gleichen Probleme mit der Arbeit als ich? Wie habt ihr das bewältigt?

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17. Juni 2009 um 19:06

*
War heute im Spital und hab endlich mal so richtig mit den Ärzten geredet. Ich leide an postnatrale Belastungsstörung. Sie haben gemeint, das eine stationäre Aufnahme schon nötig wäre, aber ich habe abgelehnt weil ich Anfang August meine neue Ausbildung beginne. Was meint ihr, war das vielleicht falsch?

Meine Freundin meinte das ich lieber erst die Therapie und dann die Ausbildung machen sollte. Aber das geht sich zeitlich gar nicht hin...jetzt bin ich etwas ratlos, weil mir beides wichtig ist.

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17. Juni 2009 um 21:05

Auf jeden fall
hallo schmusekatze

auf jeden fall empfehle ich dir, mal eine stationäre therapie zu machen, vor der ausbildung. denn je früher du durch die mechanismen deiner psyche durchsteigst, umso früher kannst du lernen damit umzugehen. nimm dir zeit für dich und kümmere dich um deine gesundheit, und deine lebensqualität.

blackmind

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18. Juni 2009 um 12:28
In Antwort auf herod_11989617

Auf jeden fall
hallo schmusekatze

auf jeden fall empfehle ich dir, mal eine stationäre therapie zu machen, vor der ausbildung. denn je früher du durch die mechanismen deiner psyche durchsteigst, umso früher kannst du lernen damit umzugehen. nimm dir zeit für dich und kümmere dich um deine gesundheit, und deine lebensqualität.

blackmind

@blackmind
Mein Freund meinte gestern auch das es vielleicht besser ist, wenn ich erst die Therapie mache. Einerseits bin ich ja auch dafür, aber wer garantiert mir ob es mir danach besser gehen wird? Und außerdem müsste ich danach wieder eine freie Stelle suchen (was heutzutage gar nicht so einfach ist, trotz sehr guten Noten) , weil die mich garantiert dann sowieso nicht mehr nehmen werden, wenn sie meine Probleme wüssten.

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