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Angst zu kündigen...Hilfe!!

21. Februar 2006 um 20:38 Letzte Antwort: 15. Mai 2008 um 17:21

Hallo ihr Lieben...

könnt ihr mir ein paar Tips geben, wie ich möglichst diplomatisch meinem Chef beibringe das ich kündigen möchte...?

Ich arbeite ca.70 km von meinem Wohnort entfernt...da ich vor ca. 5 Jahren mit meinem Freund zusammen gezogen bin, mich aber nicht von meinem Arbeitsplatz trennen konnte..habe ich noch 3x pro bei meiner Family geschlafen...da ich aber merke das ich viel öfter in meiner schönen Wohnung sein möchte, mich öfter mit meinen Freunden treffen möchte etc....bin ich momentan auf jobsuche...habe auch schon mehrere Vorstellungsgespräche gehabt...und denke das in den nächsten wochen etwas klappen wir...

habe aber tierische angst zu kündigen...meine chefs sind okay...aber trotzdem...ich kann sowas nicht...denke dann immer an die Arbeit...wie es dort weiterlaufen soll...das bald wieder urlaubszeit ist etc...und ich eigentlich schon voll mit eingeplant bin...oh jeeeee...ich weiss..das hört sich verrückt an..

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21. Februar 2006 um 20:49

Auch Du bist ersetzbar...
und das meine ich jetzt gar nicht mal böse, da ich dieses gefühl auch sehr gut kenne. Die Realität ist aber eine andere.
Das merkst du, wenn du mal längere Zeit krank bist und an deinen Arbeitsplatz zurückkehrst oder nach dem Urlaub.
Es ist an der Zeit, dich von diesem Gedanken zu lösen, sonst wirst du noch von deinem Pflichtgefühl "aufgefressen" und wagst den Absprung womöglich nicht.

Du kannst für deine Kündigung "persönliche Gründe" nennen,
ohne dich jedoch dafür rechtfertigen zu müssen.
(Ja, ich weiß, das fällt dir schwer, trotzdem ist es mal an der Zeit, zu lernen, dass du dich nicht zu deinen privaten Angelegenheiten äußern musst. Glaubst Du deine Chefs würden sich, wenn sie dir kündigen müssten, auch solche Gedanken machen?)

Oder du schreibst, dass du dich beruflich weiterentwickeln möchtest.
Die Zeiten sind vorbei, wo ein Arbeitnehmer ein (Arbeits-)Leben lang nur bei einem Arbeitgeber gearbeitet hat.

Alles Gute & sei mal eine tapfere Löwin!

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21. Februar 2006 um 21:02
In Antwort auf inez_12562985

Auch Du bist ersetzbar...
und das meine ich jetzt gar nicht mal böse, da ich dieses gefühl auch sehr gut kenne. Die Realität ist aber eine andere.
Das merkst du, wenn du mal längere Zeit krank bist und an deinen Arbeitsplatz zurückkehrst oder nach dem Urlaub.
Es ist an der Zeit, dich von diesem Gedanken zu lösen, sonst wirst du noch von deinem Pflichtgefühl "aufgefressen" und wagst den Absprung womöglich nicht.

Du kannst für deine Kündigung "persönliche Gründe" nennen,
ohne dich jedoch dafür rechtfertigen zu müssen.
(Ja, ich weiß, das fällt dir schwer, trotzdem ist es mal an der Zeit, zu lernen, dass du dich nicht zu deinen privaten Angelegenheiten äußern musst. Glaubst Du deine Chefs würden sich, wenn sie dir kündigen müssten, auch solche Gedanken machen?)

Oder du schreibst, dass du dich beruflich weiterentwickeln möchtest.
Die Zeiten sind vorbei, wo ein Arbeitnehmer ein (Arbeits-)Leben lang nur bei einem Arbeitgeber gearbeitet hat.

Alles Gute & sei mal eine tapfere Löwin!

"Ich weiss..."
Da hast du völlig recht mit dem Pflichtgefühl...mache mir einfach unnötige Gedanken...ich halte mir die POS-Punkte auch immer wieder vor Augen, die mir durch einen Arbeitsplatz-Wechsel ermöglicht werden...

Mich hat schließlich auch noch niemand gefragt, wie ich das z.B mit den Spritkosten mache...ich weiss...

Habe nur unendlich Angst vor dem "Persönlichen Gespräch"

Schriftlich wäre ja schön..aber bei uns ist das alles ein wenig Family like auf der Arbeit...

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21. Februar 2006 um 22:10
In Antwort auf liv_12928059

"Ich weiss..."
Da hast du völlig recht mit dem Pflichtgefühl...mache mir einfach unnötige Gedanken...ich halte mir die POS-Punkte auch immer wieder vor Augen, die mir durch einen Arbeitsplatz-Wechsel ermöglicht werden...

Mich hat schließlich auch noch niemand gefragt, wie ich das z.B mit den Spritkosten mache...ich weiss...

Habe nur unendlich Angst vor dem "Persönlichen Gespräch"

Schriftlich wäre ja schön..aber bei uns ist das alles ein wenig Family like auf der Arbeit...

Du
ich hatte auch über jahre einen super Chef und würde dir trotzdem nahe legen, deine Kündigung auch schriftlich abzugeben.
Ich hatte damals auch einen tierischen Kloss im Hals, als ich ihm gegenüber saß. (Es traf ihn unvorbereitet.)
Wir führten dann aber ein ganz gutes Gespräch und ich habe ihm dabei auch meine schriftliche Kündigung in die Hand gedrückt.
(Schließlich geht es ja auch um eine Kündigungsfrist dabei und wenn aus irgend einem Grunde das Klima nicht mehr so gut sein sollte, steht ohne Kündigungsschreiben eben dein Wort gegen sein Wort. Ich bin nicht unbedingt so knallhart, aber gelernte Rechtsanwaltsgehilfin und weiß aus Erfahrung, dass es besser ist wichtige Angelegenheit schriftlich festzuhalten)

Wovor hast du hinsichtlich diesen Gesprächs am meisten Angst?
Glaubst Du, sie würden dich quasi "überreden" doch da zu bleiben? Oder ist der Knackpunkt nicht eher der, dass es dir -wahrscheinlich auf in anderen Bereichen - einfach schwer fällt, dich zu behaupten und deine eigenen Interessen durchzusetzen?
Ist letzteres der Fall (wovon ich ausgehe), dann ist dieses Gespräch eine sehr gute Übung für Dich und du solltest es als Herausforderung betrachten.
Hey, es wird dir schließlich niemand den Kopf abreissen.
Und es sollte dir auch bewußt sein, dass Du es bist, der sich für deine Interessen "stark" machen muss (oder es eben lernt!).
Denn wenn nicht DU - wer denn dann?

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21. Februar 2006 um 22:22
In Antwort auf inez_12562985

Du
ich hatte auch über jahre einen super Chef und würde dir trotzdem nahe legen, deine Kündigung auch schriftlich abzugeben.
Ich hatte damals auch einen tierischen Kloss im Hals, als ich ihm gegenüber saß. (Es traf ihn unvorbereitet.)
Wir führten dann aber ein ganz gutes Gespräch und ich habe ihm dabei auch meine schriftliche Kündigung in die Hand gedrückt.
(Schließlich geht es ja auch um eine Kündigungsfrist dabei und wenn aus irgend einem Grunde das Klima nicht mehr so gut sein sollte, steht ohne Kündigungsschreiben eben dein Wort gegen sein Wort. Ich bin nicht unbedingt so knallhart, aber gelernte Rechtsanwaltsgehilfin und weiß aus Erfahrung, dass es besser ist wichtige Angelegenheit schriftlich festzuhalten)

Wovor hast du hinsichtlich diesen Gesprächs am meisten Angst?
Glaubst Du, sie würden dich quasi "überreden" doch da zu bleiben? Oder ist der Knackpunkt nicht eher der, dass es dir -wahrscheinlich auf in anderen Bereichen - einfach schwer fällt, dich zu behaupten und deine eigenen Interessen durchzusetzen?
Ist letzteres der Fall (wovon ich ausgehe), dann ist dieses Gespräch eine sehr gute Übung für Dich und du solltest es als Herausforderung betrachten.
Hey, es wird dir schließlich niemand den Kopf abreissen.
Und es sollte dir auch bewußt sein, dass Du es bist, der sich für deine Interessen "stark" machen muss (oder es eben lernt!).
Denn wenn nicht DU - wer denn dann?

Und noch ein Gedicht

Stufen (Hermann Hesse)


Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

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15. Mai 2008 um 14:33

Ich habe es getan...
Hallo an alle, die Angst vor dem kündigen haben.

Also ich habe es getan, heute um genau zu sein.
Ich habe zwei schlaflose Nächte hinter mir und es hat zwei Anläufe gebraucht bis ich den Schritt nach vorne gewagt habe.
Ich habe/ hatte einen Job, in dem ich angeschrien wurde,passierte Fehler grundsätzlich bei mir gelegen haben sollen und auch sonst war ich absolut unfähig und zu nichts wirklich zu gebrauchen, (Zitat: "einfach gestrickt"- Übersetzung: dämlich)wenn mein Kind krank wurde, gingen die Türen zu. (nicht bildlich gesprochen) Ich fühle mich gerade wie befreit und möchte das jedem mitteilen. Erst heute morgen habe ich dieses Forum entdeckt und es hat mir geholfen meine Mut zusammen zu nehmen. Im Nachhinein war es gar nicht so schlimm sondern sehr befreiend. Jetzt kann ich mich richtig auf meinen neuen Job freuen.
Ich kann diesen Schritt jedem empfehlen, der sich nur noch zur Arbeit quält und die gute Laune an der Türe abgibt.Es kann immer nur besser werden wenn man seine Situation ändert, plus: es ist gut fürs Selbstbewusstsein.

Ich hoffe mein Eintrag hilft in Zukunft jemandem,der sich in der selben oder einer ähnlichen Situation befindet.
Ich gehe jetzt erst mal schlafen.

lieben Gruß an alle

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15. Mai 2008 um 17:21

Hab auch gekündigt
Hallo,

ich kenn auch das Gefühl, Angst vor der Kündigung zu haben. Ich schiebe diese Entscheidung auch schon seit Jarhen vor mich hin.
Und es hat mich sogar krank gemacht, dass ich nicht zum Zeitpunkt gegangen bin, als ich es für richtig gehalten hab.
Jetzt hab ichs getan. Es ist schon eine wichtige Entscheidung, aber jedes Ende ist auch ein neuer Anfang. Und erhlichgesagt scheiß ich drauf, was ist wenn ich weg bin. Vielleicht bist Du ja Manager und unersätzlich für den Laden Ich bins auf jeden fall nicht und ich bin mir sicher die schaffen das, auch ohne mich. Schließlich gibt es ja Kündigungsfristen, genau aus diesem Grund.
Also wenn es für dich klar ist zu gehen, dann tu es, es ist schließlich Dein Leben und Du darfst es gestalten, wie es für Dich stimmig ist.
Viel Erfolg

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