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Angst, weiß nicht, was richtig ist

15. Januar 2014 um 11:04

Hallo,

eigentlich wollte ich nicht mehr in "solchen" Foren schreiben, sondern mich auf mich selbst verlassen, mein eigenes Gefühl... aber ich brauche Rat.

Ich bin 27 (werde nächsten Monat 28) und bin gerade sehr unglücklich mit meiner Situation.

Vielleicht so viel vorweg: Ich wollte eigentlich im letzten Jahr heiraten, jedoch haben mein Exfreund und ich uns dann nach sieben Jahren Beziehung getrennt. Ich war aufgrund von psychischen Problemen dann in einer psychosomatischen Klinik für acht Wochen. Das hat mir sehr gut getan, ich bin anschließend umgezogen und habe angefangen, wieder das Leben zu genießen (Freunde treffen, Feiern gehen, die Sonne genießen). Ich wollte "früher immer" studieren, hatte ein wohl unbewusst ein Bild vom Studium im Kopf, .... ich habe lange überlegt, ob ich es wagen soll, meinen festen Job (unbefristet und gutes Gehalt für eine Bürokauffrau) zu kündigen, habe es dann getan. Das Büroteam an sich war super, aber meine Aufgaben haben mich gelangweilt. Vielleicht hätte ich auf mein Gefühl hören sollen, dass ich bemerkte: ich war so "aufgedreht", immer auf Achse und so voller neuer Ideen, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, am Schreibtisch zu sitzen und zu lernen, dass ich vielleicht "nur" studieren wollte (unbewusst) weil ich damit die ganzen Vorteile verband, wie Partys, WG-Leben, Freunde, viel Freizeit und Zeit zum reisen.... aber all das hatte ich eigentlich schon. Ich hatte vielleicht (nur wieder) Angst, etwas zu verpassen. Aber vielleicht hat alles seine Zeit und es passt jetzt gar nicht mehr für mich....!?

Wenn ich mich nicht gerade von etwas runterziehen lasse und den Kopf zerbreche, bin ich ein total fröhlicher, lebensfroher, lustiger Mensch, mit viele Wünschen, kreativen Ideen und guter Laune, mit der ich andere gern anstecke ^^

JETZT stecke ich im Studium und ich muss sagen, mir geht es nicht besonders gut damit. Es ist schon besser, als die ersten zwei Monate, aber das gewohnte Umfeld, die Struktur, die Sicherheit (auch geldlich), das Gefühl etwas geschafft zu haben nach der Arbeit, das fehlt mir sehr. Ich war mir lange sehr unsicher, ob BWL das richtige für mich ist, war beim Arbeitsamt, habe im Internet nachgelesen, kam für mich zu dem Entschluss, weil ich ja mit dem Studium auch "weiterkommen" wollte, d. h. eine andere Fachrichtung hätte bedeutet, bei null anzufangen.
Vielleicht war es falsch, in einer Zeit, in der sich gerade alles wieder stabilisierte, etwas neues zu beginnen und ich einfach mal lernen muss, mit dem Zufrieden zu sein, was ich gerade habe. Vielleicht waren meine Motive fürs Studium falsch. Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht dumm, aber ich kann mich ganz schwer konzentrieren, fast gar nicht zur Zeit. Ich denke u. a. auch, weil mich die ganze Mathematik, Managementprozesse etc. nicht wirklich interessiert. Ich habe mein Fachabi damals im Sozial- und Gesundheitswesen gemacht. Für mich fühlt sich das jetzt alles falsch an, was ich tue. Ich war damals froh, diesen Ausbildungsplatz bekommen zu haben, da ich dort auch schon Probleme hatte.... erst nach meiner Rückkehr aus Australien (Anfang 2012, war sechs Monate dort) kam das Gefühl wieder auf, im Büro falsch zu sein und immer was anderes getan haben zu wollen... Vielleicht wäre es nicht besser gewesen, Erzieherin zu werden oder Ergotherapeutin...

Da ich vor Studienbeginn nicht wusste, ob ich einen Platz bekomme, habe ich mich parallel an einer Fachschule für Wirtschaft beworben... und auch einen Platz bekommen. Aufgrund der Studienzusage, bin ich diesen nicht angetreten, war jedoch zweimal in der Schule Ende November, um für mich zu gucken, ob das eine bessere Alternative wäre... ich hätte dort direkt noch einsteigen können, habe die Chance bekommen. Jedoch hat mir jeder davon abgeraten, da ein Studium viel hochwertiger sei (das ist ja auch ohne Frage so). Zudem, war ich selbst innerlich zerrissen, was richtig ist.

JETZT kurz vor den Prüfungen, mit einem dicken A4 Ordner voll Stoff zum lernen, glaube ich, dass es besser gewesen wäre. Die Weiterbildung an der Fachschule dauert zwei Jahre und schließt mit dem staatlich geprüften Betriebswirt ab (höchste nicht akademische Weiterbildung für meinen Beruf). Ich habe mich dort einfach nicht mehr gemeldet seitdem... ich könnte mich jetzt natürlich wieder zum Sommer bewerben. Am liebsten würde ich natürlich jetzt sofort noch einsteigen, weil ich immer mein Alter im Hinterkopf habe und keine Zeit verlieren möchte... doch soll ich mich jetzt nach Wochen wieder melden und sagen, ich will doch? Das geht ja gar nicht. Ich habe "damals", d. h. im November gesagt, dass ich im Krankenhaus lag und deswegen erst später anfangen konnte... Ich würde mich total schämen. Ich habe mich ja nichtmal mehr gemeldet, obwohl mir die Möglichkeit eingeräumt wurde...

Ich weiß nicht, ob ich dort einfach genau offen sagen sollte, wie es ist.... dass ich psychische Probleme hatte (gut, der stationäre Aufenthalt war zwar im Sommer, aber nunja) und mich die eben im Dezember nochmal eingeholt haben. Dass ich mir aber zutraue, dass aufzuholen und ich wieder fit bin. Aber eigentlich mag ich das nicht sagen... die gehen sicherlich davon aus, dass ich das nicht mehr aufholen kann... ich weiß, dass ich das gut schaffen könnte, weil das Studium ein ganz anderes Niveau hat und viel anspruchsvoller ist...

Ich bin fast 28, auch wenn ich derzeit keinen Partner habe, so möchte ich mir dennoch etwas aufbauen, dass Zukunft hat, mir Sicherheit gibt und dass ich schaffen kann, ohne Angst vor Prüfungen zu haben etc. Ein neuer Schulstart wäre im August, d. h. in einem halben Jahr... währenddessen die ganze Zeit Vorlesungen zu besuchen, die mich frustrieren, zieht mich in solch ein Loch. Vielleicht sollte ich alles viel entspannter sehen, ein Jahr mehr oder weniger... mich zum Sommer neu an der Schule anmelden, bis dahin als Studentin mitnehmen was ich kann und vorher nochmal das tun, wofür ich später nie wieder Zeit haben werde: nochmal nach Australien für ein paar Wochen und Kraft tanken? Ich habe noch Erspartes (für die Hochzeit, welch eine Ironie), aber das ist eigentlich meine Sicherheit...

Ich bin gerade echt verzweifelt, weil ich gerne würde, aber nicht kann.

Welchen Rat habt ihr für mich?

Liebe Grüße

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15. Januar 2014 um 21:21

Also,
wenn ich das richtig verstanden habe, hast Du im Oktober 2013 ein BWL-Studium begonnen und parallel dazu auch die Möglichkeit gehabt etwas später an einer Wirtschaftsschule einzusteigen, die für beruflich Qualifizierte ist und dann den Betriebswirt dort erwerben können. Jetzt bist Du im Umklaren darüber, ob Du nicht auf diese Schule hättest gehen sollen und Du überlegst, ob Du das Studium hinschmeißt und dann im Sommer dann an dieser Schule starten solltest (trotz Deiner Krankenhausgeschichte). Falls ich das alles richtig verstanden habe, kann ich nicht richtig nachvollziehen, warum Du jetzt das BWL-Studium hinschmeißen willst. Im Sommer wärst Du mit dem 2. Semester fertig und würdest dann ins 3. starten. Mit der Wirtschaftsschule würdest Du quasi zum gleichen Zeitpunkt fertig werden, wie mit dem Studium, wenn Du es in sechs Semestern durchziehst. Ich glaube auch nicht, dass die Inhalte so viel voneinander abweichen, dass Du diese Wirtschaftsschule dann super findest im Gegensatz zum Studium. Wenn Du bei BWL bleiben willst, dann würd ich Dir wirklich empfehlen jetzt an diesem Studium dran zu bleiben. Vielleicht hast Du jetzt einfach Panik, weil die Prüfungszeit jetzt startet und Du versuchst Dir mit der Wirtschaftsschule eine Alternative zu schaffen. Aber wie gesagt, ich denke nicht, dass der Anspruch dort geringer wäre. Was ist denn in Deinen Augen besser an dieser Wirtschaftsschule als an diesem Studium, dass Du jetzt schon begonnen hast? Die Inhalte sind bestimmt in etwa gleich und der Anspruch auch. Also, warum hinschmeißen???
Du schreibst, dass die Entscheidung mit dem Büro evtl. falsch gewesen ist und Du vielleicht lieber Erzieherin usw. hättest lernen sollen. Kann es von daher sein, dass der BWL-Bereich vielleicht gar nichts für Dich ist und Du deshalb jetzt das Studium hinschmeißen willst und auf die Wirtschaftsschule flüchten möchtest? Dort wird es Dir dann aber ähnlich ergehen, denke ich.
Vielleicht solltest Du Dir überlegen, ob die BWL-Richtung überhaupt generell was für Dich ist. Also, evtl. im Herbst ein neue Studienrichtung einschlagen, die Dich wirklich interessiert (falls das mit BWL jetzt nicht wirklich der Fall ist).
Langer Text, aber ich hoffe, dass ich Dir ein wenig helfen konnte.

Alles Gute!

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15. Januar 2014 um 21:50
In Antwort auf mika_12377279

Also,
wenn ich das richtig verstanden habe, hast Du im Oktober 2013 ein BWL-Studium begonnen und parallel dazu auch die Möglichkeit gehabt etwas später an einer Wirtschaftsschule einzusteigen, die für beruflich Qualifizierte ist und dann den Betriebswirt dort erwerben können. Jetzt bist Du im Umklaren darüber, ob Du nicht auf diese Schule hättest gehen sollen und Du überlegst, ob Du das Studium hinschmeißt und dann im Sommer dann an dieser Schule starten solltest (trotz Deiner Krankenhausgeschichte). Falls ich das alles richtig verstanden habe, kann ich nicht richtig nachvollziehen, warum Du jetzt das BWL-Studium hinschmeißen willst. Im Sommer wärst Du mit dem 2. Semester fertig und würdest dann ins 3. starten. Mit der Wirtschaftsschule würdest Du quasi zum gleichen Zeitpunkt fertig werden, wie mit dem Studium, wenn Du es in sechs Semestern durchziehst. Ich glaube auch nicht, dass die Inhalte so viel voneinander abweichen, dass Du diese Wirtschaftsschule dann super findest im Gegensatz zum Studium. Wenn Du bei BWL bleiben willst, dann würd ich Dir wirklich empfehlen jetzt an diesem Studium dran zu bleiben. Vielleicht hast Du jetzt einfach Panik, weil die Prüfungszeit jetzt startet und Du versuchst Dir mit der Wirtschaftsschule eine Alternative zu schaffen. Aber wie gesagt, ich denke nicht, dass der Anspruch dort geringer wäre. Was ist denn in Deinen Augen besser an dieser Wirtschaftsschule als an diesem Studium, dass Du jetzt schon begonnen hast? Die Inhalte sind bestimmt in etwa gleich und der Anspruch auch. Also, warum hinschmeißen???
Du schreibst, dass die Entscheidung mit dem Büro evtl. falsch gewesen ist und Du vielleicht lieber Erzieherin usw. hättest lernen sollen. Kann es von daher sein, dass der BWL-Bereich vielleicht gar nichts für Dich ist und Du deshalb jetzt das Studium hinschmeißen willst und auf die Wirtschaftsschule flüchten möchtest? Dort wird es Dir dann aber ähnlich ergehen, denke ich.
Vielleicht solltest Du Dir überlegen, ob die BWL-Richtung überhaupt generell was für Dich ist. Also, evtl. im Herbst ein neue Studienrichtung einschlagen, die Dich wirklich interessiert (falls das mit BWL jetzt nicht wirklich der Fall ist).
Langer Text, aber ich hoffe, dass ich Dir ein wenig helfen konnte.

Alles Gute!

Nachtrag:
habe nochmal Deinen Text überflogen. Ich finde, man sollte lieber noch einmal bei null anfangen, wenn man merkt, dass der bisherige berufliche Weg falsch war. Mit 28 Jahren kannst Du meiner Ansicht nach bedenkenlos die Richtung wechseln, um dann beruflich "anzukommen".
Kenne ein paar Leute, die mit Anfang 30 einen neuen beruflichen Weg mit einem Studium eingeschlagen haben und problemlos dann ins Arbeitsleben wechseln konnten.


Liebe Grüße,
Filou

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16. Januar 2014 um 13:50

Egal
Hallo Filou,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort

Vielleicht war mein Text z. T. etwas chaotisch oder lückenhaft... in die Wirtschaftsfachschule hätte ich im November/Dezember noch ins laufende Schuljahr einsteigen können, d. h. ich wäre in zwei, bzw. inzwischen in eineinhalb Jahren sicher fertig. Ich habe mich dort im November gemeldet und erzählt, dass ich eben krank war und deswegen nicht eher kommen konnte. Ich war zwei mal dort und habe mich direkt sehr wohl gefühlt, total tolle Klasse, die mich gut aufgenommen haben, nette Lehrer...
das Niveau der Schule ist nicht vergleichbar mit der FH. Das soll nicht irgendwie blöd klingen, das ist auch anspruchsvoll, aber eben doch um einiges weniger als ein Studium. Das Tempo ist VIEL langsamer, ich habe mich fast gelangweilt, weil alles an die Tafel geschrieben wurde, der Umfang und die Tiefe sind sehr viel geringer. Das was die von Anfang September bis November erarbeitet haben, ist bei uns Thema einer Vorlesung... es sind keine wöchentlichen Tests abzulegen (online) die zum Bestehen von Klausuren/Prüfungen Bedingung sind. Hätte (ja das sage ich leider gern ) ich dort weitergemacht, wäre ich halt sicher im nächsten Sommer fertig, im Studium weiß ich nicht, ob ich dem langfristig gewachsen bin, bzw. eher dem Druck als dem Leistungsniveau und in der Regelstudienzeit bleiben kann.

Ich hatte solche Angst vor der Entscheidung zwischen Schule und Studium, dass ich sie vermieden habe, bzw. hinausgeschoben. Ich habe mich an der Schule seitdem nicht mehr gemeldet (ich weiß, das "macht man nicht"). Ich mache mir mehr oder weniger Vorwürfe, es nicht genutzt zu haben, denn jetzt, 1,5 Monate später, kann ich schlecht anklopfen und fragen, obs doch noch geht, weil ich "krank" war. Ich würde es gern, auch denen sagen, ich hole das auf (wie gesagt, sooo viel wäre das im Vergleich nicht), aber die lachen mich aus. Die Chance ist vertan. Klar, wenn ich mich zum Sommer ganz neu anmelde, dann käme es der Schul- bzw. Studienzeit gleich... dann müsste ich mich jetzt auch nicht für irgendwas erklären, da wäre es nur sinnvoll zu wechseln, wenn ich nach dem zweiten Semester merke, ich schaffe das Studium überhaupt nicht, möchte aber einen Abschluss in einer Form. Beim Studium weiß ich nicht, ob ich in der Regelstudienzeit bleiben könnte, ich schiebe jetzt schon eine Prüfung für ein Modul (besteht aus Mathe und Informatik) ins nächste Semester, weil es für mich absolut nicht machbar ist, diese zu bestehen. Ich konzentriere mich jetzt auf die restlichen sechs Fächer.

Ich weiß eben nicht, ob ein anderen Studiengang sinnvoller wäre... Mal angenommen, ich beende mein BWL-Studium in 2,5 Jahren in der Regelstudienzeit, dann wäre ich 30. Wenn ich Kinder möchte, sollte ich spätestens dann oder ein bis zwei Jahre später darüber nachdenken... Ich habe dann zwar nicht lange gearbeitet, aber meine Berufspraxis als Bürokauffrau ist ja zumindest in dem Bereich... wechsle ich jetzt die Fachrichtung (z. B. in den pädagogischen/gesundheitlichen Bereich) stände ich nach dem Studium "mehr" bei Null... dann direkt oder bald Kinder zu bekommen - kann ich das Studium dann nicht gleich lassen?

GLG )

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16. Januar 2014 um 17:36
In Antwort auf traenchen21

Egal
Hallo Filou,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort

Vielleicht war mein Text z. T. etwas chaotisch oder lückenhaft... in die Wirtschaftsfachschule hätte ich im November/Dezember noch ins laufende Schuljahr einsteigen können, d. h. ich wäre in zwei, bzw. inzwischen in eineinhalb Jahren sicher fertig. Ich habe mich dort im November gemeldet und erzählt, dass ich eben krank war und deswegen nicht eher kommen konnte. Ich war zwei mal dort und habe mich direkt sehr wohl gefühlt, total tolle Klasse, die mich gut aufgenommen haben, nette Lehrer...
das Niveau der Schule ist nicht vergleichbar mit der FH. Das soll nicht irgendwie blöd klingen, das ist auch anspruchsvoll, aber eben doch um einiges weniger als ein Studium. Das Tempo ist VIEL langsamer, ich habe mich fast gelangweilt, weil alles an die Tafel geschrieben wurde, der Umfang und die Tiefe sind sehr viel geringer. Das was die von Anfang September bis November erarbeitet haben, ist bei uns Thema einer Vorlesung... es sind keine wöchentlichen Tests abzulegen (online) die zum Bestehen von Klausuren/Prüfungen Bedingung sind. Hätte (ja das sage ich leider gern ) ich dort weitergemacht, wäre ich halt sicher im nächsten Sommer fertig, im Studium weiß ich nicht, ob ich dem langfristig gewachsen bin, bzw. eher dem Druck als dem Leistungsniveau und in der Regelstudienzeit bleiben kann.

Ich hatte solche Angst vor der Entscheidung zwischen Schule und Studium, dass ich sie vermieden habe, bzw. hinausgeschoben. Ich habe mich an der Schule seitdem nicht mehr gemeldet (ich weiß, das "macht man nicht"). Ich mache mir mehr oder weniger Vorwürfe, es nicht genutzt zu haben, denn jetzt, 1,5 Monate später, kann ich schlecht anklopfen und fragen, obs doch noch geht, weil ich "krank" war. Ich würde es gern, auch denen sagen, ich hole das auf (wie gesagt, sooo viel wäre das im Vergleich nicht), aber die lachen mich aus. Die Chance ist vertan. Klar, wenn ich mich zum Sommer ganz neu anmelde, dann käme es der Schul- bzw. Studienzeit gleich... dann müsste ich mich jetzt auch nicht für irgendwas erklären, da wäre es nur sinnvoll zu wechseln, wenn ich nach dem zweiten Semester merke, ich schaffe das Studium überhaupt nicht, möchte aber einen Abschluss in einer Form. Beim Studium weiß ich nicht, ob ich in der Regelstudienzeit bleiben könnte, ich schiebe jetzt schon eine Prüfung für ein Modul (besteht aus Mathe und Informatik) ins nächste Semester, weil es für mich absolut nicht machbar ist, diese zu bestehen. Ich konzentriere mich jetzt auf die restlichen sechs Fächer.

Ich weiß eben nicht, ob ein anderen Studiengang sinnvoller wäre... Mal angenommen, ich beende mein BWL-Studium in 2,5 Jahren in der Regelstudienzeit, dann wäre ich 30. Wenn ich Kinder möchte, sollte ich spätestens dann oder ein bis zwei Jahre später darüber nachdenken... Ich habe dann zwar nicht lange gearbeitet, aber meine Berufspraxis als Bürokauffrau ist ja zumindest in dem Bereich... wechsle ich jetzt die Fachrichtung (z. B. in den pädagogischen/gesundheitlichen Bereich) stände ich nach dem Studium "mehr" bei Null... dann direkt oder bald Kinder zu bekommen - kann ich das Studium dann nicht gleich lassen?

GLG )

Hallo Traenchen,
verstehe, Du könntest evtl. jetzt noch an der Wirtschaftsfachschule einsteigen, aber Du hattest denen im Herbst halt diese Krankheitsgeschichte aufgetischt und denkst sie lachen Dich jetzt aus, weil Du Dich nicht mehr gerührt hast und denkst sie nehmen Dich für das laufende Jahr sowieso nicht mehr auf. Ok, Du warst dort mal und hast Dir das angeschaut und es hat Dir gefallen. Eigentlich hast Du nichts zu verlieren. Du könntest doch trotzdem einfach nachfragen, ob Du jetzt noch einsteigen könntest. Du könntest da noch sagen, dass Du nach dem Krankenhaus Dich erst nicht getraut hast Dich dort zu melden und hast deshalb das Studium angefangen. Das wäre auch noch ein Grund Dich trotzdem aufzunehmen, weil sie sehen, dass Dir der Groteil des Stoffes wahrscheinlich bekannt ist. Wenn Dir die Wirtschaftsfachschule sympathischer ist auch zwecks den Anforderungen usw. dann frag einfach nach, ob Du noch einsteigen könntest. Dann könntest Du Dir sagen, dass Du es versucht hast und kannst es dann besser für Dich abschließen. Vielleicht sagen sie Dir dann auch gleich einen Platz für Sommer zu, wenn sie Dich jetzt nicht mehr aufnehmen wollen/können. Dann kannst im Sommer entscheiden dorthin zu gehen, wenn Du Dich bis dahin noch immer mit dem Studium überfordert fühlst. Weil sich durch ein Studium zu quälen muss wirklich nicht sein. Aber ich denke, dass sich fast jeder zu Beginn eines Studiums damit überfordert fühlt, bis man den Bogen raus hat und erkennt wie der Hase läuft. Wie die Prioritäten gesetzt werden müssen und wo weniger Energie reingesteckt werden muss.
Auf einen Studienwechsel zu verzichten oder generell nicht mehr zu studieren, weil man denkt, dass man sowieso bald Kinder bekommt ist für mich kein Argument. Schließlich weißt Du nicht, wie deine Lage in zwei oder drei Jahren aussieht. Ich würde Deine Argumentation verstehen, wenn Du jetzt einen Partner hättest und versuchst schwanger zu werden. Aber das ist ja zur Zeit nicht der Fall. Zur Not könntest Du auch ein Kind während des Studiums bekommen. Aber ich denke, es wäre eine ganz falsche Überlegung aufgrund einer möglichen Familienplanung, jetzt auf eine Studium zu verzichten. Habe auch mal so gedacht, dass es sich nicht mehr lohnt zu studieren, weil ich ja Kinder haben möchte. Habe dann zwei Jahre später doch ein Studium angefangen. Und wie gesagt, es ist zwar hart, aber Du kannst mit einem guten Zeitmanagement auch Kind und Studium unter einen Hut bekommen.

Liebe Grüße,

Filou

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16. Januar 2014 um 22:31

Du hast noch alle Möglichkeiten - Kein Problem
Als erstes glaube ich wäre es mal wichtig das du dir selber klar wirst was du einmal machen willst. Bei deiner Berufswahl darfst du natürlich nicht vergessen das du, wenn du gut bist in deinem Job, natürlich mit einem abgeschlossenen BWS-Studium ganz andere Tätigkeiten ausüben wirst wie als Azubi als Bürokaufmann. Ob du jetzt die Hochschul- oder staatl. Geprüft Variante wählst? Da würde ich wenn du es drauf hast (also wenn du glaubst du kannst den Abschluß schaffen) doch die Hochschul-Variante wählen. Die ist höherwertig angesehen und vom restlichen Zeitaufwand genau so wie die Variante 1.

Wenn du aber ganz was anderes machen willst ist das wieder was anderes... Erzieherin: 5 Jahre Ausbildung und dann Verdienstchancen die nicht so berühmt sind. Ergotherapeutin weiß ich jetzt nicht so aber ich glaube du musst da die Ausbildung selber zahlen und ich glaube auch das kann dauern ....

Grundsätzlich wenn du aber sicher weißt was du machen willst dann bist du auf alle Fälle noch jung genug nochmal was neues zu machen. Aber das sollte es dann schon sein (also du solltest dir sicher sein das es das richtige ist) weil irgendwann will man ja fertig sein mit lernen, etwas Kohle verdienen, urlauben, Familienplanung usw.

Viel Glück bei deiner Entscheidung

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21. Januar 2014 um 9:01

Haargenau meine Situation... also...
Hi
also ich musste schon schmunzeln, als ich deine Story gerade gelesen habe. Hatte das Gefühl, dass ich selber schreibe.
Ich habe genau in einer solchen Situation gesteckt.

Tolle Ausbildung bei der Versicherung gemacht, hatte einen Freund, einen tollen Job bei meiner Versciherung (unbefristet und super Gehalt für damals mit Anfang 20), eigene Wohnung, eine tolle beste Freundin, ein Auto, viel gereist... ich hatte eigentlich alles was man sich wünschen konnte.

Ich war vorbelastet mit familiären Dingen zwischen meinen Eltern, aber ich dachte mir gut, nun sind die schwierigen Zeiten vorbei und du bist erwachsen.
Im Büro wollte ich nie sitzen (ich war heimlich immer der "Touristiker", wollte als Kind immer Reiseleiterin werden und um die Welt reisen) aber ich dachte mir, du hast n tollen Arbeitsplatz, verdienst viel Geld und hast echt gute Freunde dort gefunden.
Ich hatte einen lieben, netten, ruhigen und familiären Freund. Der perfekte Schwiegersohn. Ja was wollte ich mehr? (nachdem ich betrogen worden bin, dann völlig ausgerastet und nur arschlöcher kennengelernt hatte)

Ich hatte ständig das kleine Gefühl: wars das im Leben? Irgendwie fehlte mir der Zucker, zu dem Zeitpunkt konnte ich aber noch nicht definieren was es ist. Noch gings mir gut.Plötzlich bekam ich leichte Panikattacken die sich immer wieder wiederholten. HInzu viele psychosomatische Begleiterscheinungen. Ich entschied mich für eine lang seit der Teenagerzeit verschobene Psychotherapie. Und ging dort 1x die Woche hin. Ich dachte, DIE werden jetzt mein Problem lösen und alles wird gut. Ich hatte ja keine Ahnung.<irgendwie hatte ich das Gefühl, sie kann mir nicht helfen, es geschieht hier kein Wunder. Ich war dann völlig verzweifelt, weil ich das als meine letzte Möglichkeit sah. Ich dachte ich komme dort als ein neuer Mensch mit positiver Einstellung und Lebenslust wieder raus. Pustekuchen. Sie sagte mir, ich solle die DInge ändern, die mir nicht gut tun und das machen was ich machen möchte.
Aber die Dinge waren doch gut, brauchte doch nur noch die richtige Würzung.

Das Gefühl, es muss Bewegung ins Leben rein nahm immer stärker zu, da ich merkte mein Freund langweilt mich und wenn ich ehrlich bin mein Job auch. Aber ich hab den Fehler an mir gesucht und dachte es ist ne Phase, du musst einfach ein tolles Hobby finden oder eine Weiterbildung machen.

Kurzzeitig motiviert verscuhte ich mich umzuorientieren. Ich hatte immer mehr das Gefühl, dass mein Freund mich nicht "versteht", dass wir doch anders sind, er mich emotional einengt (ich war komplett das Gegenteil und hab mich ihm angepassr und bin auch ruhig geworden)

Ich belegte einen Gitarrenkurs und entschied mich für ein Studium. Dachte danach stehen mir alle Türen offen. Weil meinen Job kündigen konnte ich nicht. Der war ja gut! Und bis das Studium zu Ende ist ist ja noch Zeit... ich entschied mich für ein berufsbegleitendes Studium BWL. Weil dann verlier ich ja keine Zeit, war ja schliesslich SCHON 25 ... ich wollte doch bis spätestens 30 eine Familie gründen. Das mit dem Freund würde schon werden, wenn ich wieder meine innere Ausgeglichenheit fände.

Ich hatte mich auch sozial zurückgezogen, weil ich einfach unzufrieden war. Nicht unbewusst, aber ich merkte, dass ich immer weniger mit Leuten zu tun hatte, wobei ich doch "damals" immer so viele Freunde hatte und alle meinen Humor und meine liebevolle Art toll fanden... wo war diese in den letzten Jahren hin?

Ich habe gar nicht gemerkt, wie sehr mir meine Beziehung psychisch schadede, nahm 20 Kilo in einem Jahr zu. Ich bin eigentlich eine Frau, die aufmerksamkeit von männern bekommt. Mich hat kein Mensch mehr angeguckt, weil ich nun nicht mehr dem "gesellschaftlichem" Ideal entsprach.
Meine Therapeutin hatte schon immer leicht angedeutet, dass er mir vielleicht doch nicht gut tut. Aber wieso,er tat mir doch nichts? Und er ist lieb und treu zu mir.

Gut, ich war ja nun auf dem Weg der Besserung, da ich das Studium begonnen hatte (was mich auch im Monat 300 Eur gekostet hat) Eine Perspektive, ein Lichtblick, neue Menschen, Neustart... (obwohl ich gar kein Lern-Typ bin)

Nein, all das was ich hatte war ja gut für mich. Das redete ich mir ein! Innerlich kam aber mehr...ach wieso hast du damals nicht einfach eine Lehre im Reisebürp gemacht oder bist RL geworden?! Ich träumte vor mich her. Aber man kann ja nicht alles haben. Und ich hab ja nicht umsonst ein 1er Fachabi gemacht um am Ende einen Unterbezahlten Dienstleistungsjob auszuüben (Erziehung Eltern)

So am Ende des Jahres. Ich hatte einen Job den ich nicht mochte, einen Freund den ich nicht liebte, 20 kilo mehr, ein hochschulstudium nebenberuflich, einen nebenjob, soziale ausgrenzung (meinerseits) und meine Therapie war zu Ende und hatte meiner Meinung nichts genutzt, ein Studium was mich überforderte und gar nicht interessierte...

Fazit: Ich fiel in ein Loch, weil ich meiner Meinung nach ALLES probiert hatte und nun? Mitten in der Vorlesung überkam mich eine Panikattacke und ich kriegte keine Luft mehr und musste ins Krankenhaus. Die Sicherheit im Beisein meines Freundes entwickelte sich in eine Unsicherheit.
Ich entwickelte heftigste Panikattacken, bis zu Todesängsten. Sowas hatte ich noch nie erlebt obwohl es mir in meiner Kindheit psychisch viel schlechter ging. Es überkam mich dann irgendwann nicht nur nachts sondern auch auf der Arbeit. Ich dachte ich muss sterben und drehe nun völlig am Rad und keiner kann mir helfen. Jeden Tag aufs Neue. Ich war am Ende meiner Kräfte. Meine Therapeutin wollte nicht mehr mit mir zusammenarbeiten weil sie meinte sie "kann" mir nicht mehr weiterhelfen, weil ich nicht bereit bin anzunehmen.
ich suchte verzweifelt nach ärzten, rief hier und da an, lies hier und da in foren. sie ärte wollten mich in kliniken schicken und mir tabletten geben. ich war dagegen und kämpfe wie eine irre. ich wollte das "anders" schaffen. was war denn mit mir los? ich lebte neben der spur, hatte das gefühl aus meinem körper ausgetreten zu sein und empfand nichts mehr. Es war so furchtbar. Ich war immer ein Kämpfer und konnte mir jeder Situation umgehen oder aushalten aber nun verlor ich die KOntrolle.

NUN KOMMT DAS POSITIVE

Das einzige wo ich noch krampfhaft hin ging war zum Gitarrenkurs (vielleicht weils nebenan war), Ich war gern bei ihr weil ich mich bei ihr gut fühlte aus irgendeinem Grund... ich vertraute mich ihr an, erzählte ihr von meinen Panikattacken.
Sie sagte mir ganz einfach: Du MUSST was ändern. Das sind Reaktionen deines Körpers, weil du dich in deiner Haut nicht mehr wohl fühlst. Sie hat mir Mut gemacht, meine Gedanken die ich für absurd hielt, umzusetzen. Sie hatte nämlich ähnliche Erfahrungen und hat sich mit 40 umorientiert.

Ich bin eines morgens aufgewacht und dachte JETZT musst du was ändern und ich mache nun das WAS ich will und was ich vom HERZEN will und nicht etwas, was ich meine, dass mir gut tut. Nach dem Motto: Friss oder stirb!

Ich kündigte das Studium. Entschied mich für einen Neuanfang. ich wollte in die Tourismusbranche. Ich entschied mich für eine neue Ausbildung von der Pike auf. ich wollte damit auch meine Vergangenheit aufarbeiten und nochmal neu anfangen. Ich bewarb mich nur bei einer Firma. Und vom ersten Schritt an hat es so gut getan. Ich hatte wahnsinnige Angst, dass es eine Fehlentscheidung war (sicheren Job kündigen, neue Ausbildung mit 25!! etc) aber es fühlte sich verdammt so gut an. Ich hab die Ausbildung bekommen, auch noch in einer anderen Stadt (so dass ich zu den "Altlasten" auch Abstand nehmen konnte), meinen Job im Büro innerhalb von 3 Wochen gekündigt, meinem noch Freund gesagt dass ich 200 km weiter weg umziehe... es war geil! Ich habe diesen Schritt nie bereut. Ich hab schwierige Tage gehabt, aber ich habe mich immer so gut gefühlt in dem was ich tue. Ich hab mich auf meine Arbeit gefreut. ich war so stark ich hätte bäume ausreissen können und einmal zum mars hin und zurück laufen können. plötzlich waren alle psychosomatischen beschwerden weg, habe das erstemal im leben durchgeschlafen, ich habe glück gespürt.
aber da war die sache mit dem freund. ich hatte schon immer wahnsinnige angst allein zu sein. ich war doch nun glücklich also würde das schon mit der beziehung werden. aber immer wenn er da war oder ich bei ihm... ich fühlte mich nicht mehr wohl. und irgenwann nahm ich meinen ganzen mut zusammen und ich habe mich von ihm getrennt. ich dachte mir würde es richtig mies gehen, aber kaum waren die worte ausgesprochen, hab ich mich so frei und gut gefühlt. wir sind heute noch gute bekannte.

was ich damit sagen will: Die Gesellschaft und der Verstand zwingen uns manchmal zu Dingen, die wir nicht wirklich vom Herzen wollen. Wir machen Sachen, wo wir denken, dass sie uns gut tun. Ich wollte nicht wahrhaben, dass mein Problem ganz wo anders lag, als ich es mir einredete. Ich hatte einfach Angst vor solch einer "unsicheren" Veränderung.
Manchmal dauert es eben bis es "KLICK" macht und wir müssen genau hinschauen, was wir wollen, denn nichts ist unmöglich

Und besser spät als nie!

LG und trau dich auf dein Herz zu hören!

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21. Januar 2014 um 9:03

Oooh das kommt mir doch sehr bekannt vor... also...
Hi
also ich musste schon schmunzeln, als ich deine Story gerade gelesen habe. Hatte das Gefühl, dass ich selber schreibe.
Ich habe genau in einer solchen Situation gesteckt.

Tolle Ausbildung bei der Versicherung gemacht, hatte einen Freund, einen tollen Job bei meiner Versciherung (unbefristet und super Gehalt für damals mit Anfang 20), eigene Wohnung, eine tolle beste Freundin, ein Auto, viel gereist... ich hatte eigentlich alles was man sich wünschen konnte.

Ich war vorbelastet mit familiären Dingen zwischen meinen Eltern, aber ich dachte mir gut, nun sind die schwierigen Zeiten vorbei und du bist erwachsen.
Im Büro wollte ich nie sitzen (ich war heimlich immer der "Touristiker", wollte als Kind immer Reiseleiterin werden und um die Welt reisen) aber ich dachte mir, du hast n tollen Arbeitsplatz, verdienst viel Geld und hast echt gute Freunde dort gefunden.
Ich hatte einen lieben, netten, ruhigen und familiären Freund. Der perfekte Schwiegersohn. Ja was wollte ich mehr? (nachdem ich betrogen worden bin, dann völlig ausgerastet und nur arschlöcher kennengelernt hatte)

Ich hatte ständig das kleine Gefühl: wars das im Leben? Irgendwie fehlte mir der Zucker, zu dem Zeitpunkt konnte ich aber noch nicht definieren was es ist. Noch gings mir gut.Plötzlich bekam ich leichte Panikattacken die sich immer wieder wiederholten. HInzu viele psychosomatische Begleiterscheinungen. Ich entschied mich für eine lang seit der Teenagerzeit verschobene Psychotherapie. Und ging dort 1x die Woche hin. Ich dachte, DIE werden jetzt mein Problem lösen und alles wird gut. Ich hatte ja keine Ahnung.<irgendwie hatte ich das Gefühl, sie kann mir nicht helfen, es geschieht hier kein Wunder. Ich war dann völlig verzweifelt, weil ich das als meine letzte Möglichkeit sah. Ich dachte ich komme dort als ein neuer Mensch mit positiver Einstellung und Lebenslust wieder raus. Pustekuchen. Sie sagte mir, ich solle die DInge ändern, die mir nicht gut tun und das machen was ich machen möchte.
Aber die Dinge waren doch gut, brauchte doch nur noch die richtige Würzung.

Das Gefühl, es muss Bewegung ins Leben rein nahm immer stärker zu, da ich merkte mein Freund langweilt mich und wenn ich ehrlich bin mein Job auch. Aber ich hab den Fehler an mir gesucht und dachte es ist ne Phase, du musst einfach ein tolles Hobby finden oder eine Weiterbildung machen.

Kurzzeitig motiviert verscuhte ich mich umzuorientieren. Ich hatte immer mehr das Gefühl, dass mein Freund mich nicht "versteht", dass wir doch anders sind, er mich emotional einengt (ich war komplett das Gegenteil und hab mich ihm angepassr und bin auch ruhig geworden)

Ich belegte einen Gitarrenkurs und entschied mich für ein Studium. Dachte danach stehen mir alle Türen offen. Weil meinen Job kündigen konnte ich nicht. Der war ja gut! Und bis das Studium zu Ende ist ist ja noch Zeit... ich entschied mich für ein berufsbegleitendes Studium BWL. Weil dann verlier ich ja keine Zeit, war ja schliesslich SCHON 25 ... ich wollte doch bis spätestens 30 eine Familie gründen. Das mit dem Freund würde schon werden, wenn ich wieder meine innere Ausgeglichenheit fände.

Ich hatte mich auch sozial zurückgezogen, weil ich einfach unzufrieden war. Nicht unbewusst, aber ich merkte, dass ich immer weniger mit Leuten zu tun hatte, wobei ich doch "damals" immer so viele Freunde hatte und alle meinen Humor und meine liebevolle Art toll fanden... wo war diese in den letzten Jahren hin?

Ich habe gar nicht gemerkt, wie sehr mir meine Beziehung psychisch schadede, nahm 20 Kilo in einem Jahr zu. Ich bin eigentlich eine Frau, die aufmerksamkeit von männern bekommt. Mich hat kein Mensch mehr angeguckt, weil ich nun nicht mehr dem "gesellschaftlichem" Ideal entsprach.
Meine Therapeutin hatte schon immer leicht angedeutet, dass er mir vielleicht doch nicht gut tut. Aber wieso,er tat mir doch nichts? Und er ist lieb und treu zu mir.

Gut, ich war ja nun auf dem Weg der Besserung, da ich das Studium begonnen hatte (was mich auch im Monat 300 Eur gekostet hat) Eine Perspektive, ein Lichtblick, neue Menschen, Neustart... (obwohl ich gar kein Lern-Typ bin)

Nein, all das was ich hatte war ja gut für mich. Das redete ich mir ein! Innerlich kam aber mehr...ach wieso hast du damals nicht einfach eine Lehre im Reisebürp gemacht oder bist RL geworden?! Ich träumte vor mich her. Aber man kann ja nicht alles haben. Und ich hab ja nicht umsonst ein 1er Fachabi gemacht um am Ende einen Unterbezahlten Dienstleistungsjob auszuüben (Erziehung Eltern)

So am Ende des Jahres. Ich hatte einen Job den ich nicht mochte, einen Freund den ich nicht liebte, 20 kilo mehr, ein hochschulstudium nebenberuflich, einen nebenjob, soziale ausgrenzung (meinerseits) und meine Therapie war zu Ende und hatte meiner Meinung nichts genutzt, ein Studium was mich überforderte und gar nicht interessierte...

Fazit: Ich fiel in ein Loch, weil ich meiner Meinung nach ALLES probiert hatte und nun? Mitten in der Vorlesung überkam mich eine Panikattacke und ich kriegte keine Luft mehr und musste ins Krankenhaus. Die Sicherheit im Beisein meines Freundes entwickelte sich in eine Unsicherheit.
Ich entwickelte heftigste Panikattacken, bis zu Todesängsten. Sowas hatte ich noch nie erlebt obwohl es mir in meiner Kindheit psychisch viel schlechter ging. Es überkam mich dann irgendwann nicht nur nachts sondern auch auf der Arbeit. Ich dachte ich muss sterben und drehe nun völlig am Rad und keiner kann mir helfen. Jeden Tag aufs Neue. Ich war am Ende meiner Kräfte. Meine Therapeutin wollte nicht mehr mit mir zusammenarbeiten weil sie meinte sie "kann" mir nicht mehr weiterhelfen, weil ich nicht bereit bin anzunehmen.
ich suchte verzweifelt nach ärzten, rief hier und da an, lies hier und da in foren. sie ärte wollten mich in kliniken schicken und mir tabletten geben. ich war dagegen und kämpfe wie eine irre. ich wollte das "anders" schaffen. was war denn mit mir los? ich lebte neben der spur, hatte das gefühl aus meinem körper ausgetreten zu sein und empfand nichts mehr. Es war so furchtbar. Ich war immer ein Kämpfer und konnte mir jeder Situation umgehen oder aushalten aber nun verlor ich die KOntrolle.

NUN KOMMT DAS POSITIVE

Das einzige wo ich noch krampfhaft hin ging war zum Gitarrenkurs (vielleicht weils nebenan war), Ich war gern bei ihr weil ich mich bei ihr gut fühlte aus irgendeinem Grund... ich vertraute mich ihr an, erzählte ihr von meinen Panikattacken.
Sie sagte mir ganz einfach: Du MUSST was ändern. Das sind Reaktionen deines Körpers, weil du dich in deiner Haut nicht mehr wohl fühlst. Sie hat mir Mut gemacht, meine Gedanken die ich für absurd hielt, umzusetzen. Sie hatte nämlich ähnliche Erfahrungen und hat sich mit 40 umorientiert.

Ich bin eines morgens aufgewacht und dachte JETZT musst du was ändern und ich mache nun das WAS ich will und was ich vom HERZEN will und nicht etwas, was ich meine, dass mir gut tut. Nach dem Motto: Friss oder stirb!

Ich kündigte das Studium. Entschied mich für einen Neuanfang. ich wollte in die Tourismusbranche. Ich entschied mich für eine neue Ausbildung von der Pike auf. ich wollte damit auch meine Vergangenheit aufarbeiten und nochmal neu anfangen. Ich bewarb mich nur bei einer Firma. Und vom ersten Schritt an hat es so gut getan. Ich hatte wahnsinnige Angst, dass es eine Fehlentscheidung war (sicheren Job kündigen, neue Ausbildung mit 25!! etc) aber es fühlte sich verdammt so gut an. Ich hab die Ausbildung bekommen, auch noch in einer anderen Stadt (so dass ich zu den "Altlasten" auch Abstand nehmen konnte), meinen Job im Büro innerhalb von 3 Wochen gekündigt, meinem noch Freund gesagt dass ich 200 km weiter weg umziehe... es war geil! Ich habe diesen Schritt nie bereut. Ich hab schwierige Tage gehabt, aber ich habe mich immer so gut gefühlt in dem was ich tue. Ich hab mich auf meine Arbeit gefreut. ich war so stark ich hätte bäume ausreissen können und einmal zum mars hin und zurück laufen können. plötzlich waren alle psychosomatischen beschwerden weg, habe das erstemal im leben durchgeschlafen, ich habe glück gespürt.
aber da war die sache mit dem freund. ich hatte schon immer wahnsinnige angst allein zu sein. ich war doch nun glücklich also würde das schon mit der beziehung werden. aber immer wenn er da war oder ich bei ihm... ich fühlte mich nicht mehr wohl. und irgenwann nahm ich meinen ganzen mut zusammen und ich habe mich von ihm getrennt. ich dachte mir würde es richtig mies gehen, aber kaum waren die worte ausgesprochen, hab ich mich so frei und gut gefühlt. wir sind heute noch gute bekannte.

was ich damit sagen will: Die Gesellschaft und der Verstand zwingen uns manchmal zu Dingen, die wir nicht wirklich vom Herzen wollen. Wir machen Sachen, wo wir denken, dass sie uns gut tun. Ich wollte nicht wahrhaben, dass mein Problem ganz wo anders lag, als ich es mir einredete. Ich hatte einfach Angst vor solch einer "unsicheren" Veränderung.
Manchmal dauert es eben bis es "KLICK" macht und wir müssen genau hinschauen, was wir wollen, denn nichts ist unmöglich

Und besser spät als nie!

LG und trau dich auf dein Herz zu hören!

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