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Angst wegen Stuhlgang/Blähungen

9. September 2016 um 18:31

Hallo,

das Thema ist mir mega unangenehm und ich hoffe ich finde hier vielleicht jemanden der mir ein wenig weiterhelfen kann oder aber selber damit "Erfahrung" hat.

Zu mir: Ich bin 20 Jahre alt und weiblich. Seitdem ich mich erinnern kann, war es so, dass nachdem ich groß auf Toilette war, dass meine Mutter immer bemerkt hat, wie extrem es danach doch stinkt. Diese Bemerkungen haben mich leider extrem beeinflusst, sodass ich nicht auf öffentlichen Toiletten gehen kann, weil ich Angst habe, dass mein Stuhlgang extremer riecht als von anderen Leuten und das dann die Menschen um mich herum sich vor mir ekeln. Bis vor ca. einem Jahr war das mein einziges Problem und ich habe Wege gefunden damit klarzukommen und mein Problem hat mich auch nicht sehr eingeschränkt. Dies hat sich dann aber schlagartig verändert. Ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht und bei einer Klausur fing auf einmal mein Darm/Magen sehr laute Geräusche zu machen. Von diesem Zeitpunkt aus wurde alles schlimmer. Ich hatte jeden Morgen Angst in die Schule zu gehen und Klausuren waren der Horror für mich, weil ich Angst hatte, dass mein Magen wieder anfängt. Mein Appetit ging zurück und ich habe in den letzten paar Monaten ca. 6 Kilo abgenommen. Komischerweise fand ich auch für dieses Problem "Lösungswege", sie waren nicht perfekt, aber ich kam durch mein Alltag.

Vor drei Monaten hat sich dann alles verschlechtert. Bevor ich das Haus verlasse, muss ich sicher gehen, dass auch alles mit meinem Darm in Ordnung ist. Das heißt, dass ich nicht außerhalb des Hauses auf Toilette muss (Durchfall in der Öffentlichkeit ist ein Horrorszenario für mich), mein Magen keine Geräusche macht und ich keinerlei Blähungen habe. Ich versuche stille Orte zu vermeiden und ich kann mich nicht spontan mal Freunde besuchen.

Mir ist vorhin auch etwas mega unangenehmes passiert. Ich war alleine Zuhause und bin auf die Toilette gegangen. Eine halbe Stunde später kam mein Bruder mit einem Freund und ich habe gehört, wie er zu seinem Freund meinte: "Meine Schwester war gerade wohl wieder auf Toilette, deswegen stinkt das ganze Haus." Mir wurde auf einmal speiübel und schwindelig, weil das mir so peinlich war.

Das hört sich jetzt bestimmt alles total bescheuert an, aber ich weiß echt nicht mehr weiter..



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11. September 2016 um 1:36

Keine Sorge
Ich (35 weiblich) leide schon mein ganzes Leben unter dieser Kondition.

Zum ersten Mal bemerkte ich es mit 12, als die feste Freundin meiner Mutter nach mir auf Toilette ging. Sie wunderte sich, dass jemanden mit meinen körperlichen Facetten sowas anrichten konnte. Später erfuhr ich, dass meine Kondition für meine Mutter perfekt geschaffen war. Sie leidet jetzt schon seit ihrem 13ten Lebensjahr an einer extremen Marie Johanna Sucht. Und damals wollte sie nicht, dass ihre damalige Lebensgefährtin davon erfährt, deswegen schlich sie sich immer nachdem ich groß auf Toilette war, in unser 2m Badezimmer und rauchte dort ihre Spaßzigarette. Wie sie diesen Geruch aushielt ist mir bis heute ein Rätsel. Als sie es dann jedoch erfuhr, verließ sie meine Mutter und nahm ihre Hanfpflanze mit, diese wurde meiner Mutter von ihrer Großmutter hinterlassen. Es war ein Prachtexemplar. Oft versammelten ich und meine Geschwister uns an Weihnachten um die Pflanze und wünschten uns, dass dieser Alptraum endlich ein Ende finden würde.
Das tat er auch, damals als das Jugendamt bei uns vor der Tür auftauchte, weil meine kleine Schwester meinen ältesten Bruder mit einer frei rumliegenden Marie Johanna Spritze ins Genick stach und ihn damit für die nächsten Wochen lähmte und Abhängig machte. Seitdem chillt er nur noch mit den Bulldoggen vom Block und raucht dort Wiese.

Die Moral von der Geschicht: Geh zum Arzt.




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12. September 2016 um 20:07

Selbsthilfe-Tipps. Und dann gibts auch noch professionelle Hilfe.
Hallo liebe kafkaeesk,

zu erst einmal finde ich es toll, dass du dir dein Problem eingestehst, dich damit befasst und dir Hilfe suchst. Das ist bestimmt nicht ganz leicht, da es sich ja um ein privates Thema handelt.

Deine Angst hat sich ja scheinbar seit Jahren manifestiert. Es ist daher möglich, dass du sie allein nicht los wirst oder sich auch nichts bessert; in dem Fall solltest du dir eine Psychotherapie überlegen. Das ist natürlich ein großer Schritt, man kann sich also auch erstmal mit Selbsthilfe-Optionen befassen. Hierzu einige Tipps, die mir (bin selbst Psychologiestudentin) einfallen und dir vielleicht helfen.

1. Hinterfrage die Angst ganz rational.
Und zwar am besten anhand von Alltagssituationen. Jeder riecht es, wenn jemand auf den öffentlichen Toiletten (oder auch daheim) groß war; riecht das angenehm? Geh gezielt rein und prüfe es! Riecht es wirklich besser als bei dir? Halte dir auch vor Augen, dass Stuhlgang zu den natürlichen Stoffwechselabläufen des Menschen gehört, und dazu gehört auch der Geruch (der übrigens evolutionsgeschichtlich einst wichtig war, damit sich Lebewesen von Extrementen abwenden, anstatt sie zu berühren oder gar zu essen und sich damit schwere Krankheiten zuzuziehen - von daher: alles ganz normal!).

2. Tausche dich aus.
Dabei schwebt mir besonders deine Familie vor. Wenn deine Familie oder enge Angehörige solche Kommentare zu Gerüchen bringen oder gebracht haben, erzähle ihnen von deinen Ängsten und Sorgen und FRAGE sie, wie sie das sehen. Riecht es bei dir echt schlimmer, oder waren es vielleicht nur unbedachte Bemerkungen? Ich tippe da auf letzteres. Dieser Schritt, dich zu öffnen, kostet sehr viel Mut, aber wenn du deinem Gegenüber (kann auch eine gute Freundin sein, egal wer!) klar machst, dass du wirklich darunter leidest, wird er es vermutlich auch ernst nehmen. (Falls nicht, lass dich nicht entmutigen.) Du musst selbst entscheiden, ob du dich persönlich öffnen willst; ich denke aber, dass es dich sehr weiterbringen kann, da du eine zweite Instanz hast, um deine Annahmen und Ängste zu hinterfragen.

3. Üben und anschauen, auch wenn es schwer ist.
Diesen Schritt solltest du erst dann machen, wenn du geistig so weit bist, dich also im Rahmen von 1 / 2 soweit damit befasst hast, dass du glaubst, dass auch Schritt 3 dir helfen kann! Das ist wichtig, da Schritt 3 sonst nach hinten losgehen kann. Und ja, ganz im ernst - üb es, geh aufs Klo so oft du nur kannst, und auch öffentlich! Dann schau an, was passiert - überprüfe also genau, was um dich herum passiert, während und nachdem du groß warst. Passiert eine Katastrophe? Wahrscheinlich passiert meist gar nichts; im schlimmsten Fall rümpft wer die Nase oder murmelt etwas, aber Hand aufs Herz: Niemand springt vor Freude in die Luft, wenn jemand davor groß war. Und ja, bei jedem riecht es - mal mehr und mal weniger. Versuch, ein Naserümpfen eines anderen nicht als Katastrophe anzusehen - der "Naserümpfer" geht ebenso mal groß aus Klo wie du und wird an dem Geruch nicht umkommen oder dich gar verachten. Je öfter du die Erfahrung machst, dass du Groß warst und KEINE Katastrophe passiert und dich niemand verachtet, desto besser kann das deine (nachvollziehbare, aber dennoch irrationale) Angst widerlegen und du kannst ihr mit deinen positiven Erfahrungen ("Es ist zwar unangenehm, aber es passiert nichts schlimmes!") entegegentreten. Stuhlgang und auch Verdauungsprobleme sind normal - nicht umsonst gibt es ACTIVIA und Co.

4. Bücher gegen Angst.
Auch ein gutes Buch eines Psychologen kann nicht nur ein Zweig sein, an dem man sich festklammert, sondern auch langfristig aus schwierigen Situationen helfen. Dabei muss gesagt werden, dass es gute und schlechte Ratgeber gibt, und wenn einer dir nicht hilft, wars vielleicht einfach das falsche Buch. So oder so: auch ein Buch löst dein Problem natürlich nicht durchs bloße lesen, sondern es begleitet dich auf einem Weg, der auch Recht lang sein kann. Hab also Geduld und sei auch auf kleine Fortschritte stolz. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber Frau Dr. Doris Wolf schreibt tolle Onlinebeiträge, wie ich finde, und hat zur Angst ein Buch geschrieben: "Ängste verstehen und überwinden. Wie Sie sich von Angst, Panik und Phobien befreien". Vielleicht ist das ja was? Ansonsten google einfach Mal "Angst Ratgeber Buch" oder etwas derartiges. Vielleicht wirst du fündig - ich hoffe es sehr.

So, damit liebe Grüße an Dich und alles Gute.
Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen.
Hab Geduld mit dir selbst und trau dich, im Notfall Hilfe (auch durch Psychotherapie) zu suchen.

Liebe Grüße.
maselmaus

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