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Angst vor Terror und Bomben

18. März 2016 um 22:03 Letzte Antwort: 28. März 2016 um 3:37

Hallo,

im Sommer 2014 habe ich für ein halbes Jahr in Israel gelebt. Während meiner Zeit dort , fing der Krieg zwischen der Hamas und dem Staat Israel an.
Während dieser Zeit (ca. 50 Tage) gab es mind. 3mal täglich Luftanschläge auf Tel Aviv. Da es dort ein bestimmtes Raketenabwehrsystem gibt, werden alle Raketen noch in der Luft über der Stadt abgefangen und explodieren somit in der Luft, was trotzdem extrem laut ist.
2 Minuten bevor eine Rakete sich dem Luftraum nähert gibt es mit Sirenen ein Signal und man hat 2 min Zeit, sich in einen Luftschutzraum zu begeben.
Mir ist also nie körperlich etwas passiert, doch seitdem ich wieder in Deutschland bin , realisiere ich erst, was überhaupt passiert ist, Während der Zeit dort hatte ich zwar Angst und habe schlecht geschlafen, habe aber nicht realisiert, das es wirklich eine ernste Lage war.
Nun bin ich seit fast 2 Jahren zurück und jedes Mal wenn es irgendwo ein Feuerwerk gibt oder einen lauten Knall, habe ich tierisch Angst.
Ebenfalls, wenn ich ein Motorrad aufheulen höre.
Immer, wenn ich raus gehe, zb. in die Stadt , schaue ich mir genaustens alle Menschen an, um zu überprüfen, ob einer möglicherweise böse Absichten haben könnte (Selbstmordanschlag). Ich bin übervorsichtig geworden, obwohl man dies in Deutschland nicht unbedingt sein muss.

Ich möchte nicht, dass ich jedes Jahr Angst vor Silvester oder rund ums Jahr, Angst vor lauten Geräuschen habe.
Hat jemand schonmal etwas Ähnliches erlebt und weiß damit umzugehen?
Bin dankbar für jeden Tipp,

LG Mira

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21. März 2016 um 12:17

Das Leben
Es wird nicht sein, dass es keine Angst mehr gibt, denn auch bei Silvesterknallern kann etwas passieren, auch wenn es keine Bomben sind. Auch auf der Straße kann etwas passieren, auch wenn es kein Selbstmordanschlag ist. Das Leben ist gefährlich.
Aber wie damit umgehen?
Ist Dir denn bisher schon ein mal etwas passiert? Also unabhängig von Deinem Aufenthalt? Was könnte hier in Deutschland der Auslöser gewesen sein?
Unsere Gedanken steuern unser Handeln. Wenn die Angst Dir in den Sinn kommt, könntest Du sie stoppen zum Beispiel in dem Du Dir ganz sicher ein "STOPP" sagst. Dadurch hast Du wenigstens für den Moment die Angst angehalten. Frage Dich, in wie weit die Sorgen überzogen sind. Also welche konkrete Erfahrung hast Du hier gemacht und was ist real geschehen.
Wir können Ängste nicht weg reden oder ausschalten, wir müssen damit leben. Nur eben - in welchem Ausmaß lasse ich es selber zu.
Schreibe ein Tagebuch, wo Du Deine Angst dokumentierst mit der real erlebten Situation. Du wirst sehen, wo es sich lohnt so viele Gedanken zu machen und wie Du die Aufmerksamkeit, die Du diesen Dingen gibst, anders lenken kannst. Damit kann man dann besser umgehen.
Es gibt auch Therapeuten die sich auf Trauma spezialisier haben. Wenn Du es nicht mehr händeln kannst, vielleicht wäre das der nächste Schritt.
Ich drücke Dir die Daumen.

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28. März 2016 um 3:37

Kann ich mir
durchaus vorstellen, wie das ist. Dass Du Angst hast verstehe ich ebenfalls. Das Problem ist, wenn Du vor allen Dingen Angst hast, dass sich dann, im Laufe der Zeit, ein Verfolgungswahn einstellt. Schau mal: Die meisten Menschen sind doch in Ordnung, oder nicht? Man kann lernen, ohne Angst zu leben. Du sollst Dein Leben genießen, Spaß haben und nicht ständig an Bomben und Terroristen denken, weil Dich das runterzieht, Dich fertig macht. Denke an was Anderes. Versuch`s zumindest. Und lach` mal wieder!

Alles Gute!

Liebe Grüße,

lib

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