Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Angst vor Nähe und Bindung

24. Februar um 16:23 Letzte Antwort: 1. April um 0:41

Hallo, ich frage mich was mit mir nicht stimmt und ob ich eventuell Hilfe benötige.

Ich bin 25 Jahre alt, stehe mit beiden Beinen fest im Leben, verdiene gutes Geld, habe eine traumhaft schöne Wohnung und einen Hund. Einen Partner gibt es in meinem Leben nicht, möchte ich auch nicht. Nun kommen wir zum Punkt.

Ich habe noch nie eine feste Beziehung gehabt und kann mir das auch absolut nicht vorstellen. Ich habe schon einige Männer kennengelernt und auch näher kennengelernt, aber wenn es mir zu eng wurde, habe ich es sofort beendet, da ich mich nicht mehr wohl gefühlt habe und mir wortwörtlich die Luft zum Atmen gefehlt hat. Im Fachjagon spricht man hier bestimmt von Bindungsangst. Ich kann und möchte mir für die Zukunft auch keinen Partner an meiner Seite wünschen. Freunde erklären mich für merkwürdig und können meine Einstellung und "Ängste" absolut nicht verstehen.

Als Kind wurde ich sexuelle missbraucht, als junge Frau, gab es leider auch "Handlungen" die nicht einvernehmlich waren. Familie und Freunde wissen davon nichts, keiner weiß etwas davon und ich mache das ganze auch mit mir alleine aus, bisher glaube ich auch das alles im Griff zu haben. 

Ich bekomme ebenso Panik und Angst, wenn man mir körperlich zu nah kommt, bekomme Hochanspannugszusrände und werde laut, abwertend, wenn selbst meine beste Freundin mich unerwartet berührt. Im Anschluss tut es mir total leid, merke wie ich dann für mich alleine total aggressiv werde und hin und wieder dies über SV reguliere. (Schläge gegen Wand, kneifen) keine Wunden die für andere sichtbar sind! 

Kann mein Verhalten, besonders was Bindung und Berührung betrifft mit den "Übergriffen" zusammen hängen, obwohl ich eigentlich der Meinung bin dass ich das verarbeitet habe?

oder bin ich einfach speziell und trotzdem normal? 

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24. Februar um 21:48
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Hallo, ich frage mich was mit mir nicht stimmt und ob ich eventuell Hilfe benötige.

Ich bin 25 Jahre alt, stehe mit beiden Beinen fest im Leben, verdiene gutes Geld, habe eine traumhaft schöne Wohnung und einen Hund. Einen Partner gibt es in meinem Leben nicht, möchte ich auch nicht. Nun kommen wir zum Punkt.

Ich habe noch nie eine feste Beziehung gehabt und kann mir das auch absolut nicht vorstellen. Ich habe schon einige Männer kennengelernt und auch näher kennengelernt, aber wenn es mir zu eng wurde, habe ich es sofort beendet, da ich mich nicht mehr wohl gefühlt habe und mir wortwörtlich die Luft zum Atmen gefehlt hat. Im Fachjagon spricht man hier bestimmt von Bindungsangst. Ich kann und möchte mir für die Zukunft auch keinen Partner an meiner Seite wünschen. Freunde erklären mich für merkwürdig und können meine Einstellung und "Ängste" absolut nicht verstehen.

Als Kind wurde ich sexuelle missbraucht, als junge Frau, gab es leider auch "Handlungen" die nicht einvernehmlich waren. Familie und Freunde wissen davon nichts, keiner weiß etwas davon und ich mache das ganze auch mit mir alleine aus, bisher glaube ich auch das alles im Griff zu haben. 

Ich bekomme ebenso Panik und Angst, wenn man mir körperlich zu nah kommt, bekomme Hochanspannugszusrände und werde laut, abwertend, wenn selbst meine beste Freundin mich unerwartet berührt. Im Anschluss tut es mir total leid, merke wie ich dann für mich alleine total aggressiv werde und hin und wieder dies über SV reguliere. (Schläge gegen Wand, kneifen) keine Wunden die für andere sichtbar sind! 

Kann mein Verhalten, besonders was Bindung und Berührung betrifft mit den "Übergriffen" zusammen hängen, obwohl ich eigentlich der Meinung bin dass ich das verarbeitet habe?

oder bin ich einfach speziell und trotzdem normal? 

Hallo, ich denke nicht, dass du das überwunden hast. Innerlich bist du verletzt, diesen Schmerz, den du erleiden müsstest unterdrückt du bis zu einem gewissen Grad. Hast du Mal überlegt mit einer Therapeutin zu sprechen? Wichtig finde ich auch, dass du dir klar machst, dass du keinerlei Schuld daran hast. Jeder Mensch sucht, wenn auch unbewusst nach einer Art Liebe. Im Moment hast du deinen Hund, der sehr wichtig für dich ist. Wenn du bei unbedachten Berührungen Angst empfindest, wäre es nicht besser das einmal aufzuarbeiten, damit du ein freien Leben führen kannst. Ich kann mir vorstellen, dass du auch gar nicht wirklich darüber sprechen möchtest. Möchtest du nicht frei sein, ist es nicht anstrengend zu betonen, dass du ein Leben allein vorziehst? Was glaubst du, warum du das sagst? Ich denke, dass du ein absolut liebenswerter wertvoller Mensch, mit einer Erfahrung, die sehr unschön ist, die aber nicht verdrängt werden sollte, weil es dich immer wieder einholen wird. Warum hast du mit niemandem darüber gesprochen? Gibt es jemand, dem du vertraust?

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25. Februar um 10:43
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Hallo, ich denke nicht, dass du das überwunden hast. Innerlich bist du verletzt, diesen Schmerz, den du erleiden müsstest unterdrückt du bis zu einem gewissen Grad. Hast du Mal überlegt mit einer Therapeutin zu sprechen? Wichtig finde ich auch, dass du dir klar machst, dass du keinerlei Schuld daran hast. Jeder Mensch sucht, wenn auch unbewusst nach einer Art Liebe. Im Moment hast du deinen Hund, der sehr wichtig für dich ist. Wenn du bei unbedachten Berührungen Angst empfindest, wäre es nicht besser das einmal aufzuarbeiten, damit du ein freien Leben führen kannst. Ich kann mir vorstellen, dass du auch gar nicht wirklich darüber sprechen möchtest. Möchtest du nicht frei sein, ist es nicht anstrengend zu betonen, dass du ein Leben allein vorziehst? Was glaubst du, warum du das sagst? Ich denke, dass du ein absolut liebenswerter wertvoller Mensch, mit einer Erfahrung, die sehr unschön ist, die aber nicht verdrängt werden sollte, weil es dich immer wieder einholen wird. Warum hast du mit niemandem darüber gesprochen? Gibt es jemand, dem du vertraust?

Ich habe einfach nie das Gefühl gehabt, dass ich das mit jemanden besprechen kann oder muss. Ich dachte immer dass ist nun einfach so und du gehst deinen Weg damit. Ich kann mir auch gerade nicht vorstellen, dass jemanden anzuvertrauen, da ich glaube dass ganze dadurch nur schlimmer zu machen, vielleicht ist es auch die Angst das alles nochmal hochzuholen? 
 

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25. Februar um 11:24

Wenn du dich jemandem anvertraust und darüber sprichst, wirst du das nochmals durchleben. Ja, das ist sehr aufwühlend und schmerzhaft. Du wirst beim Ansehen der Bilder viele Emotionen durchleben. Für wirst weinen und du wirst gedanklich fliegen wollen um das nicht nochmal zu erleben. Wenn du es schaffst das zu durchleben durch Gespräche wirst du das loslassen können. Du wirst dich als Betrachter des Geschehenen sehen und siehst, dass es nicht deine Schuld war, dass du unschuldig und verletzlich wärst. Du kannst dann die Wahl treffen, das du das Erlebte loslässt und somit wirst du frei. Energie, Lebensenergie wird zu dir zurück kehren. Du bist dich befreit fühlen. Gedanken daran werden immer Mal kommen, aber du brauchst du dann nicht mehr zu beachten. Die ganze Wut der Hilflosigkeit wird verarbeitet sein und du wirst immer stärker. Es erfordert viel Kraft das nochmal zu erleben aber der Lohn wird immens sein. Der Lohn heißt Freiheit. Danach kann du lernen Berührungen zuzulassen. Und irgendwann, wenn du entschieden hast, dass du genug gelitten hast, wirst du auf jemanden treffen, dem du deine wiedergewonnen Liebe, Selbstliebe schenken kannst. Du bist sehr stark und hast eine immense Kraft. Du bist weit gekommen ohne irgendetwas dagegen zu tun, ein Hund als Therapeut war eine gute Wahl. Deine Seele möchte nicht mehr leiden. Wenn du so weitermachst, wird dich die Vergangenheit immer wieder einholen. Deine Seele ruht nicht, bis du das erlöst hast. Jetzt hast du erstmal viel zu durchdenken. 

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1. April um 0:41
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Hallo, ich frage mich was mit mir nicht stimmt und ob ich eventuell Hilfe benötige.

Ich bin 25 Jahre alt, stehe mit beiden Beinen fest im Leben, verdiene gutes Geld, habe eine traumhaft schöne Wohnung und einen Hund. Einen Partner gibt es in meinem Leben nicht, möchte ich auch nicht. Nun kommen wir zum Punkt.

Ich habe noch nie eine feste Beziehung gehabt und kann mir das auch absolut nicht vorstellen. Ich habe schon einige Männer kennengelernt und auch näher kennengelernt, aber wenn es mir zu eng wurde, habe ich es sofort beendet, da ich mich nicht mehr wohl gefühlt habe und mir wortwörtlich die Luft zum Atmen gefehlt hat. Im Fachjagon spricht man hier bestimmt von Bindungsangst. Ich kann und möchte mir für die Zukunft auch keinen Partner an meiner Seite wünschen. Freunde erklären mich für merkwürdig und können meine Einstellung und "Ängste" absolut nicht verstehen.

Als Kind wurde ich sexuelle missbraucht, als junge Frau, gab es leider auch "Handlungen" die nicht einvernehmlich waren. Familie und Freunde wissen davon nichts, keiner weiß etwas davon und ich mache das ganze auch mit mir alleine aus, bisher glaube ich auch das alles im Griff zu haben. 

Ich bekomme ebenso Panik und Angst, wenn man mir körperlich zu nah kommt, bekomme Hochanspannugszusrände und werde laut, abwertend, wenn selbst meine beste Freundin mich unerwartet berührt. Im Anschluss tut es mir total leid, merke wie ich dann für mich alleine total aggressiv werde und hin und wieder dies über SV reguliere. (Schläge gegen Wand, kneifen) keine Wunden die für andere sichtbar sind! 

Kann mein Verhalten, besonders was Bindung und Berührung betrifft mit den "Übergriffen" zusammen hängen, obwohl ich eigentlich der Meinung bin dass ich das verarbeitet habe?

oder bin ich einfach speziell und trotzdem normal? 

Das klingt sehr stark nach einer Borderlinestörung. Es wäre hilfreich, wenn du ein Gespräch bei einem Therapeuten oder Psychiater suchen würdest um das abzuklären. Dann kannst du auch eine passende Therapie für dich finden, den so bist du ja offensichtlich nicht glücklich.

P.S. Bin selbst Betroffene

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