Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Angst vor Krankheiten / Dem Tod

17. Oktober um 18:09 Letzte Antwort: 21. Oktober um 13:33

Hallo liebe Conmunity,

ich bin 35 Jahre alt und Mutter zweier Kinder.
Seit ich denken kann, begleitet mich die Angst, krank zu sein.

zum Hintergrund: meine Mutter erkrankte früh an Brustkrebs (vor ihrem 40. Geburtag), ich war noch in der Grundschule, vielleicht 8 Jahre alt.
Es wurde früh erkannt, sie bekam eine Chemo und galt als geheilt.
Viele Jahre später diagnostizierte man Hautkrebs, den sie auch besiegte.
dass sie 13 Jahre nach erster Brustkrebserkrankung plötzlich Metasthasen hatte, an welchen sie letztendlich starb, sei auch erwähnt (mit Mitte 50).
mein Opa starb als ich ein Teenager war an Darmkrebs und meine Tante starb an Gebärmutterhalskrebs (sie ließ sich leider nie untersuchen und als es entdeckt wurde, war es zu spät).

mich verfolgen die Ängste seit eh und je.
ich erinnere mich dunkel an einen Termin beim Kinderarzt, wegen Belanglosem. Ich weiß aber noch, dass ich auf dem Behandlungs"tisch" lag und Panik hatte, dass man an meinem Rachenabstrich nun Krebs feststellt.
wusste ich doch damals kaum etwas über die Krankheit....
ich war in der Jugend / im jungen Erwachsenenalter oft davon überzeugt, Krebs zu haben (ich "hatte" schon alles mögliche, kein Körperteil blieb verschont). 
als meine Tante krank war, schrieb ich Tagebuch (da war ich ca 18) und ich erinnere mich genau, dass ich da einen Eintrag gemacht habe darüber, dass ich fest davon überzeugt war, Lungenkrebs zu haben.

das zieht sich so durch die Jahre. Ich weiß nicht wie oft ich schon weinend meine schlafenden Kinder angesehen habe aus Angst, sie alleine lassen zu müssen.

aktuell bin ich wieder in einer solchen Phase und ich habe das gefühl, aus dem Loch nicht mehr raus zu kommen.

körperlich geht es mir schlecht, ich habe Druck auf der Brust, Rückenschmerzen, herzstolpern, fühle mich schlapp.
es ist "natürlich klar" was ich habe.
nächste Woche werde ich beim Arzt vorstellig (zu dem ich sehr ungern gehe, ich gehöre nicht zu den Hypochondern, die von Arzt zu Arzt gehen, ich meide es eher).
und dann? Ich brauche Hilfe, aber an wen wende ich mich, wie gehe ich das an?
das kann doch nicht immer so weiter gehen!

entschuldigt, dass ich so wirr geschrieben habe, mich belastet die Situation gerade sehr

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17. Oktober um 20:43
In Antwort auf schneegestoeber

Hallo liebe Conmunity,

ich bin 35 Jahre alt und Mutter zweier Kinder.
Seit ich denken kann, begleitet mich die Angst, krank zu sein.

zum Hintergrund: meine Mutter erkrankte früh an Brustkrebs (vor ihrem 40. Geburtag), ich war noch in der Grundschule, vielleicht 8 Jahre alt.
Es wurde früh erkannt, sie bekam eine Chemo und galt als geheilt.
Viele Jahre später diagnostizierte man Hautkrebs, den sie auch besiegte.
dass sie 13 Jahre nach erster Brustkrebserkrankung plötzlich Metasthasen hatte, an welchen sie letztendlich starb, sei auch erwähnt (mit Mitte 50).
mein Opa starb als ich ein Teenager war an Darmkrebs und meine Tante starb an Gebärmutterhalskrebs (sie ließ sich leider nie untersuchen und als es entdeckt wurde, war es zu spät).

mich verfolgen die Ängste seit eh und je.
ich erinnere mich dunkel an einen Termin beim Kinderarzt, wegen Belanglosem. Ich weiß aber noch, dass ich auf dem Behandlungs"tisch" lag und Panik hatte, dass man an meinem Rachenabstrich nun Krebs feststellt.
wusste ich doch damals kaum etwas über die Krankheit....
ich war in der Jugend / im jungen Erwachsenenalter oft davon überzeugt, Krebs zu haben (ich "hatte" schon alles mögliche, kein Körperteil blieb verschont). 
als meine Tante krank war, schrieb ich Tagebuch (da war ich ca 18) und ich erinnere mich genau, dass ich da einen Eintrag gemacht habe darüber, dass ich fest davon überzeugt war, Lungenkrebs zu haben.

das zieht sich so durch die Jahre. Ich weiß nicht wie oft ich schon weinend meine schlafenden Kinder angesehen habe aus Angst, sie alleine lassen zu müssen.

aktuell bin ich wieder in einer solchen Phase und ich habe das gefühl, aus dem Loch nicht mehr raus zu kommen.

körperlich geht es mir schlecht, ich habe Druck auf der Brust, Rückenschmerzen, herzstolpern, fühle mich schlapp.
es ist "natürlich klar" was ich habe.
nächste Woche werde ich beim Arzt vorstellig (zu dem ich sehr ungern gehe, ich gehöre nicht zu den Hypochondern, die von Arzt zu Arzt gehen, ich meide es eher).
und dann? Ich brauche Hilfe, aber an wen wende ich mich, wie gehe ich das an?
das kann doch nicht immer so weiter gehen!

entschuldigt, dass ich so wirr geschrieben habe, mich belastet die Situation gerade sehr

Doch hypochonder. Das trifft es schon. Das bist du. 

In deiner Familie gibt es leider auch Krebs. Daher musst du regelmäßig zur vorsorge. Das ist ganz wichtig. Es ist aber auch gut möglich, dass du nie krank wirst und 102 Jahre alt wirst. 

geh zu Deinem Hausarzt und schildere ihm dein Anliegen wie uns. Du brauchst einen psychotherapeuten oder Psychiater.  Dir kann gut geholfen werden. 

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17. Oktober um 21:45
In Antwort auf muc.ist

Doch hypochonder. Das trifft es schon. Das bist du. 

In deiner Familie gibt es leider auch Krebs. Daher musst du regelmäßig zur vorsorge. Das ist ganz wichtig. Es ist aber auch gut möglich, dass du nie krank wirst und 102 Jahre alt wirst. 

geh zu Deinem Hausarzt und schildere ihm dein Anliegen wie uns. Du brauchst einen psychotherapeuten oder Psychiater.  Dir kann gut geholfen werden. 

Dass ich zu den Hypochondern gehöre, weiß ich. Ich meinte, dass ich nicht zu der Sorte gehöre, die von Arzt zu Arzt läuft. Es gibt auch solche, die Ärzte eher meiden.

ich werde meinen Hausarzt wohl nächste Woche ansprechen.

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19. Oktober um 10:09
In Antwort auf schneegestoeber

Hallo liebe Conmunity,

ich bin 35 Jahre alt und Mutter zweier Kinder.
Seit ich denken kann, begleitet mich die Angst, krank zu sein.

zum Hintergrund: meine Mutter erkrankte früh an Brustkrebs (vor ihrem 40. Geburtag), ich war noch in der Grundschule, vielleicht 8 Jahre alt.
Es wurde früh erkannt, sie bekam eine Chemo und galt als geheilt.
Viele Jahre später diagnostizierte man Hautkrebs, den sie auch besiegte.
dass sie 13 Jahre nach erster Brustkrebserkrankung plötzlich Metasthasen hatte, an welchen sie letztendlich starb, sei auch erwähnt (mit Mitte 50).
mein Opa starb als ich ein Teenager war an Darmkrebs und meine Tante starb an Gebärmutterhalskrebs (sie ließ sich leider nie untersuchen und als es entdeckt wurde, war es zu spät).

mich verfolgen die Ängste seit eh und je.
ich erinnere mich dunkel an einen Termin beim Kinderarzt, wegen Belanglosem. Ich weiß aber noch, dass ich auf dem Behandlungs"tisch" lag und Panik hatte, dass man an meinem Rachenabstrich nun Krebs feststellt.
wusste ich doch damals kaum etwas über die Krankheit....
ich war in der Jugend / im jungen Erwachsenenalter oft davon überzeugt, Krebs zu haben (ich "hatte" schon alles mögliche, kein Körperteil blieb verschont). 
als meine Tante krank war, schrieb ich Tagebuch (da war ich ca 18) und ich erinnere mich genau, dass ich da einen Eintrag gemacht habe darüber, dass ich fest davon überzeugt war, Lungenkrebs zu haben.

das zieht sich so durch die Jahre. Ich weiß nicht wie oft ich schon weinend meine schlafenden Kinder angesehen habe aus Angst, sie alleine lassen zu müssen.

aktuell bin ich wieder in einer solchen Phase und ich habe das gefühl, aus dem Loch nicht mehr raus zu kommen.

körperlich geht es mir schlecht, ich habe Druck auf der Brust, Rückenschmerzen, herzstolpern, fühle mich schlapp.
es ist "natürlich klar" was ich habe.
nächste Woche werde ich beim Arzt vorstellig (zu dem ich sehr ungern gehe, ich gehöre nicht zu den Hypochondern, die von Arzt zu Arzt gehen, ich meide es eher).
und dann? Ich brauche Hilfe, aber an wen wende ich mich, wie gehe ich das an?
das kann doch nicht immer so weiter gehen!

entschuldigt, dass ich so wirr geschrieben habe, mich belastet die Situation gerade sehr

Hallo,

du wendest dich am besten an einen Psychologen und an einen Facharzt für innere Medizin bzw. an einen Kardiologen. Dies ist notwendig, weil körperliche Aspekte abgeklärt werden müssen bwz. ausgeschlossen werden müssen. 

Was du beschreibst klingt für mich nicht nach Hypochondrie, sondern eher nach einer phobischen Störung, nämlich der Nosophobie. Meine Gedanken sind natürliche keine Diagnosen, die kann nur jemand stellen, der dich untersucht und befragt hat. Die phobische Störung deshalb, weil deine Ängste vor Erkrankungen sich auf zukünftige Zeiten beziehen und du eher dazu neigst Ärzte zu vermeiden. Ein Hypochonder ist davon überzeugt krank zu sein <Gegenwart> und läuft von Arzt zu Arzt, der ihm doch endlich bestätigen soll, was er längst weiß. Trotzdem sollte beides näher betrachtet werden und diese Aufgabe übernimmt ein Psychologe/-therapeut. Was ich auch nicht völlig ausschließen würde ist eine vergangene Traumatisierung aufgrund der schweren Erkrankunen innerhalb des Familiensystems. Da Ängste am serotonergen System beteiligt sind ist es denkbar durch Gabe bestimmter Medikamente diesen entgegenzuwirken. <Arzt> 

LG Sis

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19. Oktober um 17:00
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo,

du wendest dich am besten an einen Psychologen und an einen Facharzt für innere Medizin bzw. an einen Kardiologen. Dies ist notwendig, weil körperliche Aspekte abgeklärt werden müssen bwz. ausgeschlossen werden müssen. 

Was du beschreibst klingt für mich nicht nach Hypochondrie, sondern eher nach einer phobischen Störung, nämlich der Nosophobie. Meine Gedanken sind natürliche keine Diagnosen, die kann nur jemand stellen, der dich untersucht und befragt hat. Die phobische Störung deshalb, weil deine Ängste vor Erkrankungen sich auf zukünftige Zeiten beziehen und du eher dazu neigst Ärzte zu vermeiden. Ein Hypochonder ist davon überzeugt krank zu sein <Gegenwart> und läuft von Arzt zu Arzt, der ihm doch endlich bestätigen soll, was er längst weiß. Trotzdem sollte beides näher betrachtet werden und diese Aufgabe übernimmt ein Psychologe/-therapeut. Was ich auch nicht völlig ausschließen würde ist eine vergangene Traumatisierung aufgrund der schweren Erkrankunen innerhalb des Familiensystems. Da Ängste am serotonergen System beteiligt sind ist es denkbar durch Gabe bestimmter Medikamente diesen entgegenzuwirken. <Arzt> 

LG Sis

Hallo Sis,

vielen Dank für deine Rückmeldung.
Ich bin mir in solchen "Phasen" wie gerade auch sicher, krank zu sein. Ich habe Angst vor einer Diagnose, daher versuche ich, Ärzte zu meiden.
Aber es nutzt nichts. Ich fahre gleich zum Hausarzt, dort lasse ich erstmal "gucken" um ggf. weitere Untersuchungen zu veranlassen.
Ich habe mir bereits eine Therapeutin rausgesucht und morgen werde ich dort anrufen um zu schauen, wie es terminlich dort aussieht...

Lieben Dank nochmal für deine Antwort!

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21. Oktober um 13:33

Ich bin keiner der immer gleich von Psychologen und Therapeuten spricht. Das wird hier gleich bei jedem normalen Problemchen gemacht.

Aber das wirkt echt wie eine ausgewachsene Störung die dein Leben bestimmt und beeinflusst. Das gehört dann doch eher im professionelle Hände. Alles was wir hier äußern können sind nur Gedankenspiele von Laien. Kann was gutes bei sein, aber auch kontraproduktives.

Aber um meinen Senf auch mal abzulassen ...
Du kannst Angst haben die dich auffrisst und krank werden.
Dukannst Angst haben die dich auffrisst und gesund bleiben. Aber ohne je glücklich gewesen zu sein.
Du kannst dir keinen Kopf machen, das Leben genießen und Krank werden.
Und du kannst dir keinen Kopf machen, das Leben genießen und bis ins hohe alter bumsfidel bleiben.

Du kannst diese oder jene Einstellung haben, dat schert die Krankheit nicht im geringsten. Die kommt oder kommt nicht egal ob du Angst hast oder nicht. Im zweifel begünstigt eine negative Grundeinstellung eher Krankheiten.

Ich habe eine Krankheit die mich (wahrscheinlich) nicht umbrigen kann, aber wenns blöd läuft könnte ich in ein paar minuten ein Pflegefall sein, wenn ich keinen dritten Schub bekomme eben nicht. Ich habe sozusagen eine Zeitbombe im Körper und ich weiß nicht wie der Timer eingestellt ist.
Ich könnte jetzt in Angst und Selbstmitleid vergehen und jeden Tag zittern und heulen. Oder ich Lebe ganz normal, bis auf die einschränkungen die ich jetzt schon habe, weiter und warte ab ob kommt oder eben nicht. Ich kann es eh nicht ändern. Also denke ich mir: So what.

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