Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Angst vor dem Autofahren

Angst vor dem Autofahren

28. Oktober 2005 um 14:55

Hallo,
ich habe seit ca. 7 jahren meinen Führerschein, aber nicht sehr viel Fahrpraxis. Ich habe große Angst vorm Autofahren, wenn ich schon daran denke, dass ich fahren muss, auch schon einen Tag vorher, wird mir schlecht und ich fange an zu zittern.
Vielleicht liegt das daran, dass ich einen furchtbaren Fahrlehrer hatte, der mich die ganze Zeit angeblöckt hat und mir in den Lenker gegriffen hat und so. Oder dass ich, 4 Tage nach meinem Führerschein mit dem Auto meiner Eltern einen halben Gartenzaun umgefahren hab. (Die Familie des Zaunes war zum Glück grade im Urlaub, sonst hätte ich deren Kinder wohl mitgenommen...). Naja, dann hatte ich ein eigenes Auto, einen Fiat Panda. Aber mit dem hatte ich 2 (fast) Unfälle, einmal bin ich jemandem fast reingefahren (weil ich diesen blöden Schulterblick gemacht hab und wenn mein Bruder mich nicht gewarnt hätte, wäre ich auf einen Mercedes gefahren...) und einmal ist mir fast jemand reingefahren.
Dann sagte mir mein Vater irgendwann noch, dass man für die anderen Autofahrer immer mitdenken muss.
Für mich war dann erstmal Essig mit fahren. Bis letztes Jahr, als mein Freund mich wieder etwas an das Autofahren gewöhnen wollte.
Und als ich dann schon etwas mehr Mut hatte, ist mir wieder fast jemand in die Karre gefahren. Er hatte meine Vorfahrt nicht beachtet und wenn ich dann nicht den Anker geworfen hätte, wär er mir in meine Seite gefahren...
Naja, irgendwie bin ich seitdem auch nicht mehr gefahren. Ich hab furchtbare Angst davor, einen Unfall zu bauen, egal ob schwer oder nicht. Und jedesmal wenn ich denke ich schaffe es, passiert ja wieder ein fast Unfall...

Ich bin total verzweifelt und es ist mir auch sehr peinlich. Ich möchte diese Angst so gerne überwinden, weil ich ja eigentlich (sobald die erste Panik vorbei war) gerne gefahren bin ((

Wer kann mir da helfen? Ich habe leider kein Geld für die Fahrschule...

Liebe Grüße
Lico

Mehr lesen

29. Oktober 2005 um 12:36

Übung macht den Meister
ich kann deine Angst teilweise nachvollziehen. Bei mir steigt die Panik auf, sobald ich einen Polizeiwagen sehen, denn dann denke ich immer, dass ich irgend etwas falsche mache. Ich glaube aber, das wichtigste ist die Fahrpraxis. Fahr öfter mal über eine Landstraße, auf der nicht soviel los ist. Überlandfahrten ! Und in Dörfern, in denen kaum Verkehr ist. Übung macht den Meister - und vermutlich bist du relativ bald wieder viel selbstsicherer um dich dann auch mal wieder in den Stadtverkehr zu wagen.
Ich wünsche dir viel Erfolg

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

29. Oktober 2005 um 14:00

Ich hatte auch mal Angst
Ich hatte mit ca. 2 Monaten Führerschein einen heftigen Unfall auf der Autobahn - Reifenpanne. Der Wagen ist umgeschlagen, war nur noch zum Verschrotten. Meine ganze Familie war im Wagen: meine Mutter, meine Schwester, meine Nichte. Zum Glück ist uns allen nichts passiert. Der Polizist sagte zu meiner Mutter, wir hätten einen Schutzengel gehabt. Und ich zitterte nur noch.

Ich bin dann mehrere Jahre gar nicht mehr gefahren, war froh, dass ich damit nicht mehr zu tun hatte. Bis ich geheiratet habe. Wir wohnten so, dass ich fahren mußte, es war klar, dass ich wieder fahren mußte. Und ich habe mich von niemand bedrängen lassen, sondern habe einfach ein paar Fahrstunden genommen. Ich habe wert darauf gelegt, dass zuerst die Strecken in unserem Gegend lerne. Es hat gut geklappt. Inzwischen komme ich auch in fremden Großstädten zurecht, in Ostblockländern, am Mittelmeer usw.

Ich kann dir zwei Denkansätze geben:
- Unfälle können auch dann passieren, wenn du Beifahrerin bist, oder egal wie. Sie gehören zum Leben, nur im Himmel bist von ihnen vollkommen sicher. Aber so lange du am Steuer bist, kannst zumindest mitwirken, sie abzuwehren...

- Fahre immer nur so schnell, dass du alles im Griff hast. Du mußt niemandem beweisen, dass du eine flotte Fahrerin bist. Wenn Leute hinter dir ungeduldig sind, gib ihnen bei der nächsten Möglichkeit deutlich zu verstehen, dass sie dich überholen sollen (langsamer fahren und blinken).

Mir zumindest hat das alles geholfen, meine Angst zu überwinden.

Viel Erfolg dabei
szoda

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

29. Oktober 2005 um 14:18
In Antwort auf malie_12897705

Übung macht den Meister
ich kann deine Angst teilweise nachvollziehen. Bei mir steigt die Panik auf, sobald ich einen Polizeiwagen sehen, denn dann denke ich immer, dass ich irgend etwas falsche mache. Ich glaube aber, das wichtigste ist die Fahrpraxis. Fahr öfter mal über eine Landstraße, auf der nicht soviel los ist. Überlandfahrten ! Und in Dörfern, in denen kaum Verkehr ist. Übung macht den Meister - und vermutlich bist du relativ bald wieder viel selbstsicherer um dich dann auch mal wieder in den Stadtverkehr zu wagen.
Ich wünsche dir viel Erfolg

Danke
ich werde es natürlich versuchen, wieder zu fahren. Mir hilft es auch sehr, daran zu denken, dass ich Unfälle eher auch verhindern kann, wenn ich am Steuer sitze Sobald mein Freund wieder fahren kann, werd ich mit ihm üben. Landstraßen gibt es hier ein paar. Meistens fahre ich dann aber eh Abends, wenn nicht soviel los ist.

Ich hoffe aber am meisten, dass wenn das alles klappen sollte und ich wieder ein wenig sicherer bin, dass dann nicht wieder so ein fast Unfall kommt und mir alles versaut.

Liebe Grüße
Lico

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

30. Oktober 2005 um 13:26

Erfahrungen umprogramieren
Hallo likotania,


du hast in deinem letzten Satz im Grunde schon deine Antwort verpackt, die Fahrschule

Das muss ja nicht eine Fahrschule sein sondern kann auch ein Bekannter sein, der dir im Thema Autofahren zusagt. Ein Mensch der Ruhe ausstrahlt, der absolut keine angst hat.

Du hast viele schlechte Erfahrungen mit dem Auto, allerdings beziehen sich die meisten auf "es wäre fast passiert".
Ich will damit sagen Du versuchst dich scheinbar vor etwas zu schützen was nicht tatsächlich passiert ist, bis auf den Gartenzaun, aber auch da steigerst du es"wären die kinder da gewesen, hätte ich sie mitgenommen". Weißt Du was ich meine?

Wichtig ist die Tatsachen zusammen zu fassen, was ist bisher wirklicvh passiert? Nicht mit der Steigerung was hätte mehr passieren können.

Wir bringen uns meist selbst in diese Situation, wenn wir fest daran glauben wir können das nicht ziehen wir also diese Dinge an und beweisen es uns selbst.
Da hilft es uns selbst unmzuprogramieren. Du nimst also alles was Du bisher tatsächlich erlebt hast in Bezug auf das Autofahren und machst es dir bewusst. Dann nimst Du dir eine oben genannte Person und arbeitest genau diese Probleme durch. Also ab in die Situation des Gartenzaunes, ganz langsam und sachte, die angst bemerken und dann langsam wiederholen, natürlich ohne den Zaun mitzunehmen

Nim dir Zeit dafür

Dann frage ich mich noch ob vielleicht in deinem Umfeld angst dazu geschürrt wird, ist irgendwo mal etwas schwerwiegendes passiert, oder hat dir (wie der Fahrkehrer) jemand vermittelt das Du das nicht kannst? Mache dir darüber Gedanken woher die angst kommt, manchmal ist es ganz merkwürdig

Dann noch ein paar Worte zur angst. Behalte sie dir, sie will dich schützen. Wenn sie sich meldet sei aufmerksam aber gibt ihr nicht den Raum aufzugeben.
Angst schützt uns, wir sollten ihr nicht immer nachgeben aber wir sollten ihr danken das sie uns beschützt und in diesen Momenten bewusst darauf achten was passiert.
Angst ist auch eine Feinfühlige voraussicht die man positiv anwenden kann.

In diesem Sinne

Viel Erfolg

Silvia

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

30. Oktober 2005 um 16:25
In Antwort auf onora_12447774

Danke
ich werde es natürlich versuchen, wieder zu fahren. Mir hilft es auch sehr, daran zu denken, dass ich Unfälle eher auch verhindern kann, wenn ich am Steuer sitze Sobald mein Freund wieder fahren kann, werd ich mit ihm üben. Landstraßen gibt es hier ein paar. Meistens fahre ich dann aber eh Abends, wenn nicht soviel los ist.

Ich hoffe aber am meisten, dass wenn das alles klappen sollte und ich wieder ein wenig sicherer bin, dass dann nicht wieder so ein fast Unfall kommt und mir alles versaut.

Liebe Grüße
Lico

Üben
Gibt es bei dir in der Nähe einen Verkehrsübungsplatz? Da könntest du doch z.B. mit deinem Freund hinfahren und dich an das Fahren gewöhnen. Da sind meistens Fahranfänger, aber auch Leute, die schon lange kein Auto mehr gefahren sind. Und weil man nur langsam fahren darf passieren ja keine Unfälle.
Ich glaube aber, dass es mehreren Menschen so geht wie dir. Ich fahre z. B. auch nur kurze Strecken und strecken, die ich kenne. Ich hasse Parkhäuser und meide sie fast immer. Ich überhole auf Landstraßen nie und fahre auf der Autobahn langsamer als eine Schnecke...Ich ordne mich immer so rechtzeitig ein, dass ich möglichst nicht kurzfristig die Fahrspur wechseln muss. Und das Alles, obwohl ich seit 6 Jahren einen Führerschein habe und fast täglich gefahren bin (zur Schule, Arbeit,...)und einen Unfall habe ich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen auch schon verursacht.Dennoch bin ich aber im großen und ganzen doch froh, ein Auto zu haben. Es ist halt einfach praktisch. Meine Freundin fährt mittlerweile gar nicht mehr Auto, weil sie Angst hat, obwohl sie noch nie einen Unfall hatte. Andererseits kenne ich auch Leute, die schon Unfälle hatten und gar keine Angst vor dem Fahren haben. Es liegt , glaube ich , nicht daran, ob man einen Unfall hatte oder nicht, sondern daran, wieviel Fahrpraxis man hat. Je öfter man fährt, desto routinierter wird man und findet "Beinahe- Unfälle" nicht mehr so schlimm. Sag dir doch einfach:" Es ist nichts passiert.Kein Grund Angst zu haben." Ist dir schon mal aufgefallen, wieviele "Fast- Unfälle" täglich passieren? Beim Einfädeln, beim Spurwechseln.Achte mal drauf, eigentlich macht andauernd gerade jemand eine Vollbremsung. Das gehört wohl irgendwie dazu.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

30. Oktober 2005 um 18:50


Viele gute Tipss, vielen dank ich habe schon mit meinem Freund gesprochen und wir werden es nochmal versuchen.

Silvia: Ich verstehe genau, was du meinst. Selbsterfüllende Prophezeihung und so. Aber irgendwie ist es sogar schlimmer, zu wissen wie und warum man auf etwas so reagiert und trotzdem nix dagegen tun zu können, als wenn es nicht so ist. Finde ich. Ich weiß auch, dass ich das umprogrammieren kann und ich weiß auch wie schwer sowas ist. Deshalb versuche ich die meiste Zeit nicht daran zu denken, (an die Sachen, die ich beschrieben habe) sondern daran, dass alles gut wird und ich versuche (oder habe es halt, bevor ich letztes Jahr wieder aufgehört habe mit dem fahren) durch meine Erfolgserlebnisse Mut zu bekommen. Aber irgendwie klappt das trotzdem nicht. Auch nicht die Tatsache, dass ich weiß, dass ich eine gute Reaktionszeit habe und auch in sehr stressigen oder nervenaufreibenden Situationen die Ruhe bewahren kann.
Ist das nicht schrecklich? Ich meine, die meiste Zeit weiß ich wie und warum ich so funktioniere, aber es hilft mir trotzdem nicht weiter, gerade dieses Problem zu lösen. Auch darunter leide ich ein Stück weit.
Und dabei habe ich schon das größte Problem gelöst: Ich habe vor 1 1/2 Jahren mit dem Rauchen aufhören können.
Aber fahren kann ich nicht...

Trotz allem, ihr habt mir schon geholfen, die Dinge auch anders zu sehen und mit dem Wissen, dass es viele gibt, die so denken wie ich. Das tröstet. Natürlich auch, dass es so viele geschafft haben, wieder Autofahren zu können.

Mein Ziel ist es, Angstfrei fahren zu können. Ich möchte mich ins Auto setzen und fahren und mich fragen, wie ich da jemals Angst vor haben konnte...

Liebe Grüße
Lico

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Teste die neusten Trends!
experts-club