Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Ängste, Phobien und Stress / Angst vor Brustkrebs

Angst vor Brustkrebs

3. Juli 2008 um 22:12 Letzte Antwort: 9. Juli 2008 um 9:28

Hallo liebe Mitleser!

Ich hab schon vor kurzem einen Beitrag gepostet, dann aber gesehen, dass der doch schon älter war.

Meine Geschichte in Kurzform:
Meine Mama ist mit 47 an Brustkrebs erkrankt. Sie hat 3 Jahre herumgetan, ohne Chemo, wollte das auf homöopathischem Weg schaffen. Krebs hat sich ausgebreitet, nach 3 Jahren, Anfang 2005 ist sie verstorben.

Wir haben beide im Jahr 2004, bevor es ihr schlechter ging, einen Gentest machen lassen, da auch meine Tante mit 47 Brustkrebs bekam. Nach 4 Jahren Wartezeit (!) hat sich herausgestellt, dass im Gen BRCA 2 eine Veränderung besteht - bei mir und bei meiner Mama auch. Das Gen könnte im Fall der Fälle also dem Aufhalten des Krebses seine Funktion nicht mehr so gut oder gar nicht mehr erfüllen.

Seit dem Tod meiner Mama und jetzt wieder seit dem Testergebnis, das ich heuer im März erfahren habe, plagen mich immer wieder Träume und Ängste, wo ich mich selbst ohne Haare im Krankenhaus liegen sehe, um mich meine Familie, mein Partner, die total traurig sind. Dann wache ich auch und muss mich mal kneifen um zu sehen, ob das ein Traum war oder nicht.

Tagsüber schweifen meine Gedanken oft ab: Was passiert wenn ich es kriege? Ist es wirklich so eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ich es kriege? Eigentlich ist ja doch so: Entweder man kriegts oder man kriegts nicht, also fifty-fifty! Vielleicht hab ich ja Glück und kriegs nicht. Aber was wenn doch?! Ich kann das ja nicht kontrollieren, ob ich es kriege, das macht mich sauer! Dann versuch ich wieder, mich zu beruhigen: Ich hab ja einen ganz anderen Lebensstil als meine Mum. Sie hatte immer etwas Übergewicht, machte nie Sport, hat Jahrzehnte lang geraucht, hat sich auch so nie wirklich um sich gekümmert. War sehr nachtragend, hat schwer verziehen (Sternzeichen Stier). Die Psyche hat bei meiner Mama sicher auch viel mitgespielt. Alleinerziehned, kein Glück mit Männern, dann ein Jahr Arbeitslosigkeit, das hat ihr glaube ich sehr viel Kraft geraubt. Da war ich grad 13 oder so.

Jedenfalls was ich wissen möchte: Gibt es irgendwen da draußen, der auch eine ähnliche Situation erlebt hat? Der ebenfalls eine genetische Veränderung in sich trägt und ein höheres Risiko für Brustkrebs hat? Wenn ja: Wie geht es euch damit? Kennt sonst jemand ein Forum, wo man Gleichgesinnte treffen kann? Ich will nicht mit Leuten reden, die schon Krebs haben, sondern die es vielleicht geschafft haben, Ihre Angst davor zu überwinden und schon 60 sind und gesund.

Ich bin mir nicht sicher, im richtigen Forum zu sein, aber die Angst vor Krebs ist schon ein Thema, das ich mir ja nicht von irgendwo herhole, es hat ja schon ein paar Familienmitglieder betroffen. Ich habe auch angefangen, mich mit Büchern von Louise Hay und Joseph Murphy zu befassen, mit dem positiven Denken und der Macht der GEdanken und des Unterbewusstseins. Das ist sehr ansrengend, ich hoffe aber, dass ich die negativen Gedanken und Änste abwenden kann.

Vielleicht gibt es Gleichgesinnte, würde mich über Antworten, Aufmunterungen, etc. sehr sehr freuen!

Liebe Grüße
Martina

Mehr lesen

9. Juli 2008 um 9:28

Jaaa
so ist das mit der Angst. Einfach scheiße.
Mich überkommt sie tw. überall, im Büro, in der Straßenbahn, daheim beim Bügeln, beim Einschlafen, beim Aufwachen. Es sind immer so Phasen, wo ich die Angst mal eine Woche oder 14 Tage gar nicht recht rausbringe aus meinem Kopf. In dieser Zeit befass ich mich dann intensiv im Internet mit Artikeln zum Thema Krebs und Vorsorge. Je mehr ich mich drüber informier, desto besser geht es mir. Aber wie gesagt, so Attacken kommen immer wieder mal aus heiterem Himmel, wo ich nur heulen könnte.
Ich denk mir auch, wenn es mein Schicksal ist, dass ich es bekomme, will ich es bloß nicht zu bald kriegen. Wenn ich 50 bin, ist es vielleicht nicht mehr so schlimm? Keine Ahnung.

Ich möchte jetzt auch bald mal eine Vorsorgeuntersuchung machen und habe Riesenschiss davor.

Aber ich denke, wir müssen uns dieser Angst stellen und die Untersuchung machen lassen. Im Besten Fall sind wir gesund und das wird uns die Kraft geben, Positiv zu denken.
Im Schlimmsten Fall haben wir schon was und haben es bald genug erkennen können.

Bist du oft ins Solarium gegangen, weil du Angst vor Hautkrebs hast? So schlimm es auch ist, das "zum Arzt gehen" wird uns nicht erspart bleiben. Und vor der Untersuchung müssen wir immer ganz fest dran denken, dass alles Gut ist und wir total gesund sind... Ich glaube schon, dass positives Denken viel bringen kann, jedoch ist es schwer, wenn man -so wie ich- ängstlich erzogen wurde, alles Positiv zu sehen. Aber das ist ein Lernprozess, denn Gedanken kann man verändern und mittlerweile glaub ich immer mehr daran. Lernen bleibt uns ja nie aus, das ganze Leben lang...

Würde mich freuen, noch weitere Beiträge zu bekommen, von Betroffenen, die ähnliches erlebt haben. Irgendwie tut es schon gut zu wissen, dass man mit solchen Ängsten und Situationen nicht alleine ist!

lG
Martina

Gefällt mir