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Angst vor beruflichem Neuanfang

6. Januar 2006 um 21:17

Hallo zusammen,

ich wende mich hier im Forum an alle, die selbst schon mal in einer Sinnkrise in Bezug auf Berufsperspektiven gesteckt sind, und die mir einen guten Rat geben können, was ich tun soll.

Meine Situation ist folgende: Ich bin 25 Jahre alt, habe Abitur und seit August 2005 bin ich in einer Firma tätig als Vertriebsassistentin. Zuvor habe ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau und Fremdsprachenkorrespondentin absolviert und hatte ein gutes Gefühl, dass der Job genau das sein würde, das ich machen wollte. Leider hat sich nach langen Jahren der Aus- und Weiterbildung für mich klar herausgestellt, dass dieser Job absolut nicht das ist, was mir Spaß macht. Seit meinem ersten Arbeitstag bin ich unglücklich, hatte im November auch mit meinen Chefs bzgl. einer Kündigung gesprochen. Nach langer Diskussion habe ich mich wie schon so oft in meinem Leben erweichen und umstimmen lassen und versprochen, dass ich weiterhin bei der Firma arbeiten wolle.

Kaum hat jedoch mein Weihnachtsurlaub bekommen, bin ich wieder in die Grübelei verfallen. Ich hatte nämlich im Herbst bereits vor, bei der Firma zu kündigen und meine Leidenschaft für die spanische Sprache zum Beruf zu machen durch ein Bachelor-Studium inkl. 1-jährigem Studium in Madrid. Ich habe in meiner Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin in Spanisch gemerkt, dass mir die Sprache sehr viel bedeutet. Ich bin auch nur zu der derzeitigen Firma gegangen, da sie eventuell einen Fuß in den spanischen Markt kriegen könnten und ich dann mein Spanisch anwenden könnte. Allerdings ist es ziemlich aussichtslos und ich habe ja leider festgestellt, dass ich beruflich ganz was anderes machen möchte: Mir schwebt vor, durch mein Studium Einblick in ganz andere Bereiche zu bekommen wie Tourismus, Kultur oder auch eine Lehrtätigkeit im Bereich Erwachsenenbildung.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich weiß nicht, ob ich diesen Schritt wagen soll. Meine Chefs bringen mich um, wenn ich mich nun doch wieder anders entscheide - zumal sie auf meine Unterstützung angewiesen sind (sind nur 5 mitarbeiter). Ich habe viel zu große Angst, ihnen zu sagen, dass ich nun doch gehe. Noch größere Angst habe ich vor meinen Eltern, speziell vor meiner Mutter, die absolut dagegen wäre, wenn ich jetzt mit 25 Jahren nochmal 3 Jahre Studium dranhänge - vor allem frägt sich meine Mutter wie immer, was das bringen soll und dass irgendwann mal Schluss sein muss mit Ausbildung (Zitat). Selbstverständlich würde ich mir das Studium selbst finanzieren, das wäre nicht der Punkt. Aber ich habe einfach SEHR GROSSE ANGST, diesen Schritt zu wagen. Vor allem habe ich auch Angst davor, dass dieser neu eingeschlagene Weg sich am Schluss auch wieder als der Falsche erweisen könnte - das wäre ja wirklich fatal - bin ja nicht mehr die jüngste.

Tut mir leid, dass ich mir diesen Roman hier von der Seele schreiben muss, aber ich hoffe auf ein paar hilfreiche Antworten, weil ich gerade nicht mehr weiter weiß, depressiv werde und sehr unglücklich bin - vor allem habe ich heute schon wieder Panik davor, am Montag ins Büro zu gehen. Man muss doch auch Spaß an der Arbeit haben - sind ja schließlich 8 Stunden am Tag, oder?

Ich freue mich auf Eure Antworten!!!

Martina

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6. Januar 2006 um 22:20

Also
erstmal solltest du dir im klaren sein, was DU willst. die anderen müssen nicht in deiner haut stecken. dein chef kommt ganz gut ohne dich klar, es gibt genug leute, die einen job wollen. deine mutter wird sicher was dagegen haben. schließlich hast du eine ausbildung und einen job. und das willst du aufs spiel setzen? klar kann sie das nicht verstehen. meine eltern waren damals auch megaenttäuscht, als ich mein bwl-studium abgebrochen habe, um das zu machen, was ich wollte: germanistik studieren (brotlose zunft). die haben wochenlang kaum mit mir gesprochen. aber als sie gesehen haben, wie glücklich ich dabei bin (und als meine letzte wissenschaftliche arbeit veröffentlich wurde) da waren sie stolz wie oskar.
wichtig ist doch nur, dass du etwas machst, was dir spaß macht. in 3 jahren kann viel passieren. du knüpfst kontakte in einer neuen branche, gehst ein jahr ins ausland (bleibst vielleicht da?). du wirst danach sicher nicht schlechter da stehen als jetzt. aber was das wichtigste ist: willst du das, was du jetzt tust, die nächsten 40 jahre bis zur rente machen? wenn ja, dann bleib da, wenn nicht, dann handle jetzt. wenn du jetzt nichts tust, dann wirst dus nie tun.
frag doch mal deine freunde, ob sie den job noch so lange machen wollen. was wirst du hören? dasselbe, was ich damals gehört habe: nee, ich mach das nur ein paar jahre und dann tu ich, was ich schon immer wollte: dann werde ich ....(setz ein, was du willst). und, was ist jetzt nach 10 jahren? nichts. niemand hat sich seinen traum erfüllt, weil sie jetzt ein regelmäßiges einkommen haben und viel zu bequem geworden sind. und mit 70 sitzen sie dann da und fragen sich: was wäre gewesen, wenn ich damals ....
willst du das? ich bereue meine entscheidung nicht. ich mache jetzt das, was mir liegt, was mir freude bereitet und ich gehe gern zur arbeit. wer kann das von sich sagen?
ich glaube übrigens auch, dass es gut für dich wäre, nochmal was anders zu tun. nimms mir nich übel, aber wer nimmt schon seinem chef ab, dass der die firma nich verlassen kann? bitte! glaubst du, der kümmert sich um dich, wenn du ein problem hast? dem geht es nur um profit. und warum auch nich, is ja sein job. du solltest entscheiden, was für dich das beste ist, nicht was deine umwelt von dir erwartet.

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8. Januar 2006 um 20:25
In Antwort auf darla_12279672

Also
erstmal solltest du dir im klaren sein, was DU willst. die anderen müssen nicht in deiner haut stecken. dein chef kommt ganz gut ohne dich klar, es gibt genug leute, die einen job wollen. deine mutter wird sicher was dagegen haben. schließlich hast du eine ausbildung und einen job. und das willst du aufs spiel setzen? klar kann sie das nicht verstehen. meine eltern waren damals auch megaenttäuscht, als ich mein bwl-studium abgebrochen habe, um das zu machen, was ich wollte: germanistik studieren (brotlose zunft). die haben wochenlang kaum mit mir gesprochen. aber als sie gesehen haben, wie glücklich ich dabei bin (und als meine letzte wissenschaftliche arbeit veröffentlich wurde) da waren sie stolz wie oskar.
wichtig ist doch nur, dass du etwas machst, was dir spaß macht. in 3 jahren kann viel passieren. du knüpfst kontakte in einer neuen branche, gehst ein jahr ins ausland (bleibst vielleicht da?). du wirst danach sicher nicht schlechter da stehen als jetzt. aber was das wichtigste ist: willst du das, was du jetzt tust, die nächsten 40 jahre bis zur rente machen? wenn ja, dann bleib da, wenn nicht, dann handle jetzt. wenn du jetzt nichts tust, dann wirst dus nie tun.
frag doch mal deine freunde, ob sie den job noch so lange machen wollen. was wirst du hören? dasselbe, was ich damals gehört habe: nee, ich mach das nur ein paar jahre und dann tu ich, was ich schon immer wollte: dann werde ich ....(setz ein, was du willst). und, was ist jetzt nach 10 jahren? nichts. niemand hat sich seinen traum erfüllt, weil sie jetzt ein regelmäßiges einkommen haben und viel zu bequem geworden sind. und mit 70 sitzen sie dann da und fragen sich: was wäre gewesen, wenn ich damals ....
willst du das? ich bereue meine entscheidung nicht. ich mache jetzt das, was mir liegt, was mir freude bereitet und ich gehe gern zur arbeit. wer kann das von sich sagen?
ich glaube übrigens auch, dass es gut für dich wäre, nochmal was anders zu tun. nimms mir nich übel, aber wer nimmt schon seinem chef ab, dass der die firma nich verlassen kann? bitte! glaubst du, der kümmert sich um dich, wenn du ein problem hast? dem geht es nur um profit. und warum auch nich, is ja sein job. du solltest entscheiden, was für dich das beste ist, nicht was deine umwelt von dir erwartet.

Hallo Dmanja
Anscheinend hast du meine private Nachricht nicht erhalten vom 06. Januar. Ich möchte mich tausendmal für deine e-mail bedanken. Du hast mir sehr geholfen und mich in meinem Vorhaben bestärkt. Ich hab nur immer noch so große Panik, es meinen Chefs und Eltern zu beichten. Aber da muss ich anscheinend durch. Falls ich dir nicht zu nahe trete, würde mich interessieren bis zu welchem Alter du studiert hast bzw. ob mein Einstiegsalter mit 26 noch im Rahmen liegt. Was machst du jetzt beruflich? Also ich freue mich auf deine Rückantwort.

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