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Angst vor allem, kein Interesse mehr am Leben

2. November 2013 um 19:49 Letzte Antwort: 4. November 2013 um 3:38

Hey,

Ich weiß nicht so richtig, wie und wo ich anfangen soll und vermutlich wurde das schon hundert mal geschrieben und es ist immer wieder dasselbe, aber ich kann einfach nicht mehr und weiß nicht, was ich mit mir oder meinem Leben anfangen soll...
Ich habe ständig Angst unter Menschen zu gehen und will trotzdem nicht allein sein, ich fühle mich extrem unwohl, wenn mich fremde Menschen einfach nur ansehen, was noch nicht einmal wertend gemeint sein muss. Ich habe mich in den letzten paar Monaten von fast allen meiner Freunde 'getrennt' und habe keine Lust mehr mich mit oberflächlichen, desinteressierten Leuten zu umgeben, denen ich im Grunde egal bin. Seitdem habe ich nur noch zwei Freundinnen, die fast immer für mich da sind, das ist auch gut, das weiß ich, weil es im Leben nur ein paar Freunde gibt, bei denen man sich sicher sein kann, dass sie wahre Freunde sind. Ich schotte mich trotzdem selbst von den beiden ab, von meiner Familie gar nicht erst zu sprechen... Meine Mutter ist der Inbegriff von neurotisch und perfektionistisch. Sie ignoriert vieles, was ihr nicht egal sein sollte und hat schon mehrfach gesagt, dass sie mir eine Therapeutin raussucht, was mich traurig macht, weil ich manchmal gern mit ihr über manches reden würde. Das würde ich deshalb so gern, weil ich in anderen Familien oft mitbekomme, wie herzlich alle miteinander umgehen, wobei ich mich frage, wie das möglich ist. Ich bin in den letzten 4 Jahren oft zusammengebrochen und habe mich mit 11/12 geritzt, seitdem sind mehrere Jahre vergangen und seit ein paar Monaten habe ich wieder angefangen. Ich hatte mittlerweile 2 Selbstmordversuche und habe seitdem das Gefühl nur noch vor mich hin zu vegetieren. Meine Eltern sind geschieden, ja die alte Leier als Scheidungskind, war nicht anders zu erwarten.. Ich vermisse meinen richtigen Vater, aber er hat mich in meiner Kindheit zu oft im Stich gelassen, sodass ich mit 13 Jahren den Kontakt abgebrochen habe. Er leidet unter schweren Depressionen und ich habe ihm damals immer versucht zu helfen, nur wie soll man einer 12-jährigen erklären, dass egal, was sie versucht, nichts bringen wird... Ein Beispiel war ein Abend an dem er mir eine SMS geschickt hat als ich gerade schlafen gehen wollte, in der er schrieb, dass es ihm so schlecht gehe, wie Robert Enke. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, natürlich wusste ich wer die Person war, von der er geschrieben hatte und was sie sich angetan hatte, aber was hätte ich tun sollen? Ich mache mir bis heute Vorwürfe, dass ich ihm nicht helfen konnte. Jetzt lebt er irgendwo und ich weiß nicht, wie es ihm geht oder sonst irgendwas von seinem Leben. Ich weiß, dass er mich sehr vermisst und ich mache mir Vorwürfe, dass es ihm nur so schlecht geht, weil ich den Kontakt abgebrochen habe. Klar, ab und zu sind früher Briefe zu Weihnachten und zum Geburtstag gekommen, aber selbst da hat er mir nur Rechtfertigungen geschrieben, anstatt mich zu fragen, wie es mir geht. Zudem wurde ich von sehr vielen Typen verletzt, sodass ich niemandem mehr richtig vertrauen kann. Ich habe mit guten Freunden über all das geredet, aber ich habe das Gefühl, dass Menschen zwanghaft und aus Desinteresse vergessen, wie es einem geht. Dass sie dauernd fragen, was los ist, aber sich nie daran erinnern, was man ihnen erzählt hat. Aber das kann ich nicht von ihnen verlangen, weil sie ihr eigenes Leben haben und ich andere nur mit meinem Müll belaste. Und deswegen entschuldige ich mich für den langen Text bei euch, ich weiß, dass andere Menschen weitaus größere Probleme haben und es jedem vielleicht ab und zu so geht wie mir, aber da sich mein Zustand von Tag zu Tag, Sekunde zu Sekunde gefühlt verschlechtert, brauche ich Hilfe und Rat. Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr antwortet!

Liebe Grüße

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2. November 2013 um 21:32

Hier gibt es keine zufriedenstellende Lösung für dich
Hallo !

Deine momentane Situation geht meiner Meinung nach sehr weit über das hinaus, was hier sonst so gepostet wird. Du hast eine sehr belastende Vorgeschichte und wenn nicht gerade einer der User hauptberuflicher Psychologe ist, wird dir hier niemand (mich eingeschlossen) helfen können.

Meine laienhafte Meinung:

Auch wenn du nicht gerne unter Menschen bist, wäre es schlecht wenn du dich zu Hause einigelst. Ich kenne das beklemmende Gefühl zu glauben negativ angestarrt zu werden und du weißt selbst, dass es eine reine Kopfsache ist und dass es gar nicht so ist. Versuche vielleicht mal folgendes, dass mache ich auch manchmal: Geh in die Stadt, z. B. Einkaufscenter etc. auf jeden Fall höher als 1. Etage und setz dich in ein Café mit Blick nach draußen. Du brauchst dich um die Menschen um dich herum nicht kümmern, weil du nur nach draußen siehst auf die vorbeilaufenden Leute, die dich aber nicht sehen. Das gibt dir ein Gefühl von sicherer Zugehörigkeit. Dazu musst du natürlich erst einmal in die Stadt gehen und dabei die Blicke der anderen ertragen, sieh es als Mutprobe!

Du vermisst deinen Vater anscheinend mehr als deine Mutter. Dann werde selbst aktiv und stelle den Kontakt zu ihm wieder her, wenn du das möchtest. Natürlich sollten Eltern diejenigen sein, die sich um ihre Kinder kümmern, aber wie ich heraushöre hat dein Vater selbst genug um die Ohren.

Und zu guter Letzt: Begib dich in professionelle Hände, Vorurteile zu Psychiatern und Co. hin oder her, aber alleine wirst du es nicht schaffen. Du musst eine Menge aus der Vergangenheit verarbeiten, um in die Zukunft gehen zu können! Das meine ich wirklich ernst. Ich könnte dir noch so oft versuchen Mut zuzusprechen oder Durchhalteparolen mit auf den Weg geben, aber das kennst du sicher von deinen Freundinnen, die sich natürlich um dich bemühen, aber auch ihre Grenze haben, an der sie nichts mehr für dich tun können.

Der einzige gute Ansatz, den ich dir mit auf den Weg geben kann ist dieser: Werde aktiv ! Es wird niemand kommen, um alles für dich in Ordnung zu bringen, wenn du nicht vorher den ersten Schritt gemacht hast !

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4. November 2013 um 3:38

Lass dich nicht fallen
Hallo sleepless832, es ist egal wie offt derartiges oder ähnliche Threads geschrieben wurden.

Ich fine es sehr gut und auch wichtig dass du überhaupt darüber schreibst bzw. über diesen Weg Aktiv wirst.

Auch ich schließe mich mit den Aussagen von napoleon2891an.
Zöger nicht! Warte nicht zu lange!

In dieser "beschissenen" Welt giebt es doch noch ein Fleckchen für den es sich lohnt stark zu sein.

Auch ich habe eine kleine Vorgechichte, die von Depression, Burn out bis hin zu mehrfachen suizid versuchen reichen.
Ich bin auch noch nie bei einem Therapeut gewesen, dennoch möchte ich es dir ans Herz legen.

Wenn es dir nach Reden zumute sein sollte, dann thu es.
Schreib uns an. Ich denk das ist kein schlechter Anfang.

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