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Angst und Scheu vor Geselligkeit und neuen Menschen

25. Juli 2016 um 16:29 Letzte Antwort: 27. Juli 2016 um 23:35

Ich wende mich an Euch, vielleicht habt ihr so etwas schon selber erlebt oder könnt Tipps geben und meine Situation beurteilen:

Vor circa zehn Jahren, kurz bevor ich meinen Partner kennengelernt habe ist mir aufgefallen, da sich mich mehr und mehr zurückgezogen habe. ich wohnte ein paar Jahre alleine, genoss das auch - jedoch merkte ich auch schnell das mir ein Partner fehlte. Nun bin ich zehn Jahre glücklich verheiratet.

Jedoch belastet mich ein schwerwiegendes Problem: Mir fällt es immer schwerer mich mit anderen Menschen zu umgeben. Einladungen - insbesondere wo ich kaum jemand kenne, verursachen bei mir Angst und Unwohlsein. In "geselligen Runden" fühle ich mich auch unwohl - insbesonders wenn ich die Menschen nicht lange kenne.

Nach einer gewissen zeit ( bspw. nach 3-4 Treffen ) wird es deutlich besser. Dieses Problem habe ich zum beispiel gar nicht wenn ich mich mit alten Schulfreunden/innen treffe.

Letztes Jahr waren wir im Urlaub und wollten einen Ausflug machen. Dazu waren wir in einer Gruppe mit fremden urlaubern unterwegs. Es war richtig schlimm ... ich kann diese Menschen nicht ansprechen, habe totale Probleme - mein Partner dagegen ist aufgeschlossen und genau das Gegenteil. Er hilft mir immer wieder, jedoch merke ich das die Hilfsbereitschaft immer mehr dahin führt das er es nicht mehr toleriert und sich weniger bemüht. Das macht die Sache noch schlmmer.

Ich bin immer sehr froh, wenn es vorbei ist und ich wieder an einem "sicheren ort" bin ... Wie kann ich michs elber daraus befreien?

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27. Juli 2016 um 2:43

Liebe isibisi!
Na ja, dann fange ich halt wieder mal an Nein, nein, ich mache das gerne und bin völlig konzentriert.

Zunächst möchte ich Dir gerne erklären, was Angst überhaupt ist. Angst ist die Reaktion auf eine unbestimmte Bedrohung. Sie ist der Furcht nahe verwandt, die dann eintritt, wenn wir uns einer direkten Gefahr gegenübersehen. Das Wort Angst kommt von "Enge." Je öfter Du über Deine Angst sprichst desto kleiner wird sie. Du musst über Deine Angst sprechen, und zwar deutlich. Kein Mensch wird Dich dafür auslachen. Natürlich, Du kannst vor der Angst flüchten, aber ich wette mit Dir, dass sie wesentlich schneller ist. Sie wird Dich einholen. Ich will jetzt nicht über das SELBSTBEWUSSTSEIN sprechen, weil es zu weit führen würde. Machst Du Sport? Falls nicht, wird es Zeit, damit anzufangen. Ich finde das Laufen sehr gut. Natürlich nur dann, wenn es Dein Arzt ausdrücklich erlaubt. Beim Laufen, musst Du atmen, schnell atmen. Im Gehirn wird Serotonin ausgeschüttet, das wie eine Art Droge wirkt. Hinterher bist Du glücklich. Während des Laufens, sagst oder denkst Du: Nein ihr macht mich nicht fertig, weil ich das nicht will. Ich möchte frei sein und frei reden können, so wie es mir passt. Ich MÖCHTE keine Enge. Jetzt verstehe mich bitte nicht falsch! Du MUSST nicht mit anderen Menschen reden, auch dann nicht, wenn Dein Partner das nicht toleriert. Jetzt hätte ich beinahe ... Lassen wir das. Du sollst Dein Leben leben, wie DU es für richtig hältst. Du magst verheiratet sein, aber Du bist NICHT Deines Partners Eigentum! Mich nervt es sehr, wenn meine Bekannten - Freunde habe ich keine -, sagen: "MEINE Frau. Das ist MEINE Frau!" Sie haben keinerlei Anspruch auf "IHRE Frauen." ICH bestimme über mein Leben und NUR ich. Und wem das nicht passt, dem erkläre ich es, und zwar klipp und klar, sodass keine Zweifel aufkommen. Wenn Du noch Fragen haben solltest, ich stehe gerne zur Verfügung.

Liebe Grüße,

lib



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27. Juli 2016 um 23:35

Hallo
Ich habe seit fasst 10 Jahren das selbe Problem. Bin derzeit in psychologischer Behandlung, weil ich alleine da nicht raus komme. Die Gespräche und die Aufgaben die mir gestellt werden klappen gut. Was ich allerdings merke ist, dass wenn einmal etwas schief geht, dann falle ich gleich wieder ins alte Muster. Das heisst, dass ich kaum das Haus verlasse, nicht ins Caffee gehe um meine Angst zu besiegen und mich allgemein von Leuten fern halte. Meistens passiert das wenn och auf Unverständniss treffe. Ich isoliere mich wochenlang extrem. Geh nur mit den Hunden raus und zur Arbeit. Bin zu Hause so still, dass die Nachbarn denken könnten, dass hier niemand wohnt.
Übrigens liegt der Grund dafür in meiner Schulzeit. Ich wurde fasst 6 Jahre lang gemobbt und dies scheint der Auslöser für die komplette Isolation zu sein.

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