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Angst und Abneigung vor Nähe

24. November um 15:51

Ich schleppe dieses Problem schon länger mit mir rum und habe es erst vor kurzem richtig realisiert: Ich fürchte mich vor Zärtlichkeiten. 

Dabei habe ich in der Familie nie das Gegenteil erfahren, also habe weder traumatische Erlebnisse oder sonst was erlebt, um eine solche Macke zu bekommen. Ich war stets umgeben von liebevollen Menschen, daher sollte es mir ein Leichtes sein, selber einen liebevollen Umgang zu pflegen - aber genau das fehlt mir. 

Vor kurzem habe ich einen Mann kennengelernt, mit dem ich mich nun schon 2 Mal getroffen habe. Er ruft auch öfters an. Direkt am Anfang, als er mich Ansprach, habe ich mich gefreut - aber den Tag darauf war ich mir schon garnicht mehr so sicher, obwohl ich ihn durchaus mag. Dieses seltsame Phänomen hat sich so mein ganzes Leben durchgezogen, immer wenn ich jmd neu kennenlernte und ich merkte er möchte mich besser kennenlernen, suchte ich nach Gründen um dem auszuweichen. Oftmals brachen diese so nach dem ersten Treffen ab, weil ich es nicht aushielt. Damit habe ich immer alle Chancen, jemals eine Beziehung führen zu können, verbannt. Dabei würde ich dies nun wirklich gerne mal erleben, aber ich stehe mir selber im Weg. 

Es ist tatsächlich schon anstrengend für mich, den jetzgen Kontakt aufrecht zu erhalten. Ich mag es nicht, ihn anzurufen und scheue mich davor zu viel Emotion zu zeigen. Ich mag es auch nicht, zu telefonieren und wenn er sich dann mal meldet, beende ich das Gspräch meist nach 20 Minuten (was für mich echt viel ist.) Bei dem letzten Treffen versuchte er mir näher zu kommen, aber sobald es um mehr als Händchenhalten oder Umarmen geht, blogge ich ab - werde sogar gemein (?!). Er meinte ob ich immer so gemein werden würde, wenn jemand Nähe zeigen würde... nahm es jedoch noch mit Humor. In Wirklichkeit habe ich dieses Problem nur bei männlichen Kandidaten, die evtl. mehr von mir wollen. Ich weiß nicht, wie ich ihm das beibringen soll. Ich finde das Problem schrecklich peinlich, wie eine Psychotante, die ihre Gefühle nicht gebacken kriegt.

Er freut sich schon auf das nächste Treffen und ich bin am verzweifeln... ich weiß er wird wieder versuchen, mehr von mir zu wollen als bisher. Der Gedanke macht mich fertig! Ich habe wirklich Angst davor, aber wenn ich ihm das sage, macht er bestimmt auch kehrt  

Dazu muss ich noch sagen, dass ich immer das Gefühl habe, ausgenutzt zu werden. So Gedanken wie "der will mich doch eh nur ins Bett kriegen! Und dann haut er ab und kümmert sich nen Dreck um mich..." habe ich JEDES MAL. Und aus irgendeinem Grund glaube ich das dann auch. Zumal er es gefühlt so schnell anging und mich das zusätzlich extrem verunsichert hat. Ich weiß nicht mehr weiter...

Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand einen Rat geben könnte.

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24. November um 20:20
In Antwort auf mietze

Ich schleppe dieses Problem schon länger mit mir rum und habe es erst vor kurzem richtig realisiert: Ich fürchte mich vor Zärtlichkeiten. 

Dabei habe ich in der Familie nie das Gegenteil erfahren, also habe weder traumatische Erlebnisse oder sonst was erlebt, um eine solche Macke zu bekommen. Ich war stets umgeben von liebevollen Menschen, daher sollte es mir ein Leichtes sein, selber einen liebevollen Umgang zu pflegen - aber genau das fehlt mir. 

Vor kurzem habe ich einen Mann kennengelernt, mit dem ich mich nun schon 2 Mal getroffen habe. Er ruft auch öfters an. Direkt am Anfang, als er mich Ansprach, habe ich mich gefreut - aber den Tag darauf war ich mir schon garnicht mehr so sicher, obwohl ich ihn durchaus mag. Dieses seltsame Phänomen hat sich so mein ganzes Leben durchgezogen, immer wenn ich jmd neu kennenlernte und ich merkte er möchte mich besser kennenlernen, suchte ich nach Gründen um dem auszuweichen. Oftmals brachen diese so nach dem ersten Treffen ab, weil ich es nicht aushielt. Damit habe ich immer alle Chancen, jemals eine Beziehung führen zu können, verbannt. Dabei würde ich dies nun wirklich gerne mal erleben, aber ich stehe mir selber im Weg. 

Es ist tatsächlich schon anstrengend für mich, den jetzgen Kontakt aufrecht zu erhalten. Ich mag es nicht, ihn anzurufen und scheue mich davor zu viel Emotion zu zeigen. Ich mag es auch nicht, zu telefonieren und wenn er sich dann mal meldet, beende ich das Gspräch meist nach 20 Minuten (was für mich echt viel ist.) Bei dem letzten Treffen versuchte er mir näher zu kommen, aber sobald es um mehr als Händchenhalten oder Umarmen geht, blogge ich ab - werde sogar gemein (?!). Er meinte ob ich immer so gemein werden würde, wenn jemand Nähe zeigen würde... nahm es jedoch noch mit Humor. In Wirklichkeit habe ich dieses Problem nur bei männlichen Kandidaten, die evtl. mehr von mir wollen. Ich weiß nicht, wie ich ihm das beibringen soll. Ich finde das Problem schrecklich peinlich, wie eine Psychotante, die ihre Gefühle nicht gebacken kriegt.

Er freut sich schon auf das nächste Treffen und ich bin am verzweifeln... ich weiß er wird wieder versuchen, mehr von mir zu wollen als bisher. Der Gedanke macht mich fertig! Ich habe wirklich Angst davor, aber wenn ich ihm das sage, macht er bestimmt auch kehrt  

Dazu muss ich noch sagen, dass ich immer das Gefühl habe, ausgenutzt zu werden. So Gedanken wie "der will mich doch eh nur ins Bett kriegen! Und dann haut er ab und kümmert sich nen Dreck um mich..." habe ich JEDES MAL. Und aus irgendeinem Grund glaube ich das dann auch. Zumal er es gefühlt so schnell anging und mich das zusätzlich extrem verunsichert hat. Ich weiß nicht mehr weiter...

Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand einen Rat geben könnte.

Hast du schon solche Erfahrungen gemacht...also dass dich jemand nur fuer Sex wollte und dann kein Interesse mehr hatte? 

Wie alt bist du? 

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25. November um 15:18
In Antwort auf evaeden

Hast du schon solche Erfahrungen gemacht...also dass dich jemand nur fuer Sex wollte und dann kein Interesse mehr hatte? 

Wie alt bist du? 

Nein, diese Erfahrung habe ich noch nicht gemacht, aber positiv waren meine Erfahrungen mit Männern bisher leider so oder so nicht. Bin 25. 
Ich merke immer wieder, dass ich oft auf mein Aussehen reduziert werde und dabei eher Lust als alles Andere im Vordergrund steht. 

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25. November um 16:13

Hast du dir schonmal Gedanken darüber gemacht wie du einen einfühlsamen, respektvollen und verantwortungsvollen Mann erkennen und von den anderen unterscheiden kannst?

Manchmal ist man mit seiner Aufmerksamkeit so sehr auf die Menschen fixiert, die einen oberflächlich behandeln, und darauf, dass man sie nicht "verändern" kann so dass sie tiefgründiger und respektvoller werden, und fühlt sich deshalb hilflos. Aber gleichzeitig ist man für die Menschen blind, die das bereits von sich aus tun würden.

Eine Erkenntnis, die mir im Leben schon viel geholfen hat ist: Man kann keinen anderen Menschen verändern. Sondern nur sich selbst (den eigenen Standpunkt und das eigene Handeln). Sobald man versucht, einen anderen Menschen zu verändern oder zu manipulieren, rutscht man in eine Abhängigkeit ihm gegenüber. Und spürt die belastenden Anteile, die von ihm ausgehen (und die man nicht verändern kann) um so mehr.

Und letztendlich wirst du selbst auch in einer gewissen Weise "respektlos" wenn du einen Menschen verändern möchtest. Ihn also nicht so annehmen kannst, wie er ist, mit seiner Oberflächlichkeit und Respektlosigkeit. Jemanden "anzunehmen" bedeutet jedoch nicht, sich ihm zu öffnen oder preiszugeben. Sondern deinen Frieden damit zu schließen, dass dieser Mensch so ist wie er ist. Und für dich selbst herausfinden, wie du dich diesem Menschen gegenüber positionieren möchtest. Wie gut sein Weltbild und seine Werte zu deinen passen. Wie viel Nähe oder Distanz du zu ihm möchtest usw.

Dafür ist es aber auch nötig, dass du lernst, unter die Oberfläche zu schauen. Viele Menschen, die auf den ersten Blick Respekt und Liebenswürdigkeit ausstrahlen, blenden bei genauerem Hinsehen die negativen Aspekte aus. Vielleicht aus Gewissensbissen... wenn du zum Beispiel gelernt hast, "das Gute im Menschen" zu sehen, wie fühlst du dich wenn du plötzlich auch versuchst, "das Schlechte" im Menschen zu sehen? Hast du ein gutes Gefühl und Gewissen dabei? Oder fühlst du dich ein Stück weit schuldig... wie wenn du dieser Person etwas Schlechtes tust, indem du deine Blick auch auf diese Seiten richtest? (Viele Kinder werden übrigens so erzogen, dass sie die Probleme und Widersprüchlichkeiten der Eltern nicht aussprechen dürfen. Wenn sie es doch tun, führt dies häufig zu "Strafe". Hierdurch versuchen Eltern die Konfrontation mit ihren wunden Punkten zu vermeiden, mit denen sie nicht umgehen können... und aus "Selbstschutz" reagieren sie mir Härte bzw. Strafe. Oder es geht den Eltern plötzlich schlecht, was das Kind aber gar nicht beabsicht hat. Das Kind lernt dabei intuitiv, dass es "schlecht" ist, die Probleme und negativen Anteile einer Person bewusst wahrzunehmen und in seine Entscheidungen einfließen zu lassen. Vermöglich ist das einer der Gründe, warum viele Menschen in unserer Gesellschaft dazu neigen, nur "das Gute" im anderen sehen zu wollen...). Letztendlich ist es aber oberflächlich und respektlos, wenn man einen Teil eines Menschen ausblendet. Auch dann, wenn es der "hässliche" Teil seiner Persönlichkeit ist... das zu erkennen, kostet manchmal etwas Überwindung. Aber es ist unerlässlich wenn man selbstbestimmt und mit Selbstachtung leben möchte.

Den letzten Abschnitt nochmal zusammengefasst: Falls du selbst versuchst, die negativen Anteile einer Person auszublenden, dann bist du (vermutlich ohne es zu wollen und zu bemerkten) in eine ähnliche Oberflächlichkeit gerutscht wie die Person, die dich auf dein Aussehen reduziert. Das ist das Gesetz der Resonanz: Man gleicht sich den Personen an, auf die man seine Aufmerksamkeit richtet. Und man zieht die Menschen an, die ähnliche Probleme haben wie man selbst. Auch wenn sie sich in der Praxis etwas anders zeigen. (So sind zum Beispiel Gewalt und Hilflosigkeit zwei Seiten der selben Medaille und ergänzen sich... viele "Täter" waren z.B. früher selbst Opfer von Gewalt und hängen in diesem Gefühlsmuster fest.)

Was dir konkret dabei helfen kann, einen Menschen besser kennenzulernen, sind tiefgründige Gespräche. Insbesondere über Themen, die für dich sehr wichtig sind und wo du "Angst" vor der Antwort bzw. dem Standpunkt der anderen Person hast. Werde dir bewusst, wo deine eigenen Grenzen sind und wie du früh genug das Wesen anderer Personen kennenlernen kannst, um dich selbst schützen zu können bevor sie deine Grenzen überschreiten. Finde heraus, was du wirklich willst und was du dafür aufzugeben bereit bist. Wenn du einen Partner möchtest, zu dem du eine tiefe emotionale Nähe und Verbundenheit aufbauen kannst, dann brauchst du dafür dir Fähigkeit, dich von den potentiellen Partnern zu lösen, die nicht dazu fähig sind. Die dich nur oberflächlich wahrnehmen können. Dann kann es sogar ein "Gewinn" sein, sich von so einem potentiellen Partner zu lösen, selbst wenn man auf den ersten Blick wieder "allein" ist. Aber man kommt durch diese Entscheidung seinem wahren Ziel ein Stück näher.

Auf diesem Weg findest du Selbstachtung und echtes Selbstbewusstsein. Und wer mit sich selbst im Reinen ist, kann es auch ertragen, "allein" zu sein... denn man hat immer "sich selbst". Und nur jemand, der allein sein kann (anstatt von der Aufmerksamkeit anderer abhängig zu sein) kann tiefe und respektvolle Liebe und Aufmerksamkeit geben und annehmen.

Ist jetzt etwas mehr geworden als geplant... vielleicht kann dir die eine oder andere Stelle ja etwas weiterhelfen. Ich komme übrigens nur selten zum Mitlesen im öffentlichen Bereich... falls du konkrete Fragen hast, kannst du mir auch gern eine PN schreiben.

Viele Grüße und alles Gute!


 

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25. November um 21:51
In Antwort auf mietze

Nein, diese Erfahrung habe ich noch nicht gemacht, aber positiv waren meine Erfahrungen mit Männern bisher leider so oder so nicht. Bin 25. 
Ich merke immer wieder, dass ich oft auf mein Aussehen reduziert werde und dabei eher Lust als alles Andere im Vordergrund steht. 

Das ist erstmal die Natur des Menschen etwas "Schönes haben" zu wollen bzw. an denselben Gefallen zu finden. Das würde dir nicht anders ergehen, wenn dich jemand optisch ansprechen würde. Vielleicht bringst du es für andere nicht so zum Ausdruck, weil du a) das selbst nicht bewusst wahrnimmst oder b) weil du grundsätzlich nach innen gekehrt/introvertiert bist. 

Was die Lust angeht, so vergleiche ich das oft auch mit Gier und Begierde. Das sind unbedeutende Gelüste, die vorübergehend sind. Ob dich jemand benutzt oder doch du ihn benutzen willst, kannst du selbst festlegen und entscheiden. Ich vermute hier, dass dich das Thema Ausnutzen und Benutzen deshalb beschäftigt, weil du (noch) nicht richtig liebst. Der Liebende fühlt diese Angst nicht, oder zumindest nicht vordergründig ...

Wenn du noch nicht bereit bist, dann halte dich zurück. Lasse dir so viel Zeit, wie du brauchst. ..Es kann sein dass dich die Erwartungshaltung der anderen unter Druck setzt - du musst ihnen aber nicht gerecht werden. Du bist für keinen, außer für dich selbst verantwortlich.

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28. November um 10:05
In Antwort auf bblubb456

Hast du dir schonmal Gedanken darüber gemacht wie du einen einfühlsamen, respektvollen und verantwortungsvollen Mann erkennen und von den anderen unterscheiden kannst?

Manchmal ist man mit seiner Aufmerksamkeit so sehr auf die Menschen fixiert, die einen oberflächlich behandeln, und darauf, dass man sie nicht "verändern" kann so dass sie tiefgründiger und respektvoller werden, und fühlt sich deshalb hilflos. Aber gleichzeitig ist man für die Menschen blind, die das bereits von sich aus tun würden.

Eine Erkenntnis, die mir im Leben schon viel geholfen hat ist: Man kann keinen anderen Menschen verändern. Sondern nur sich selbst (den eigenen Standpunkt und das eigene Handeln). Sobald man versucht, einen anderen Menschen zu verändern oder zu manipulieren, rutscht man in eine Abhängigkeit ihm gegenüber. Und spürt die belastenden Anteile, die von ihm ausgehen (und die man nicht verändern kann) um so mehr.

Und letztendlich wirst du selbst auch in einer gewissen Weise "respektlos" wenn du einen Menschen verändern möchtest. Ihn also nicht so annehmen kannst, wie er ist, mit seiner Oberflächlichkeit und Respektlosigkeit. Jemanden "anzunehmen" bedeutet jedoch nicht, sich ihm zu öffnen oder preiszugeben. Sondern deinen Frieden damit zu schließen, dass dieser Mensch so ist wie er ist. Und für dich selbst herausfinden, wie du dich diesem Menschen gegenüber positionieren möchtest. Wie gut sein Weltbild und seine Werte zu deinen passen. Wie viel Nähe oder Distanz du zu ihm möchtest usw.

Dafür ist es aber auch nötig, dass du lernst, unter die Oberfläche zu schauen. Viele Menschen, die auf den ersten Blick Respekt und Liebenswürdigkeit ausstrahlen, blenden bei genauerem Hinsehen die negativen Aspekte aus. Vielleicht aus Gewissensbissen... wenn du zum Beispiel gelernt hast, "das Gute im Menschen" zu sehen, wie fühlst du dich wenn du plötzlich auch versuchst, "das Schlechte" im Menschen zu sehen? Hast du ein gutes Gefühl und Gewissen dabei? Oder fühlst du dich ein Stück weit schuldig... wie wenn du dieser Person etwas Schlechtes tust, indem du deine Blick auch auf diese Seiten richtest? (Viele Kinder werden übrigens so erzogen, dass sie die Probleme und Widersprüchlichkeiten der Eltern nicht aussprechen dürfen. Wenn sie es doch tun, führt dies häufig zu "Strafe". Hierdurch versuchen Eltern die Konfrontation mit ihren wunden Punkten zu vermeiden, mit denen sie nicht umgehen können... und aus "Selbstschutz" reagieren sie mir Härte bzw. Strafe. Oder es geht den Eltern plötzlich schlecht, was das Kind aber gar nicht beabsicht hat. Das Kind lernt dabei intuitiv, dass es "schlecht" ist, die Probleme und negativen Anteile einer Person bewusst wahrzunehmen und in seine Entscheidungen einfließen zu lassen. Vermöglich ist das einer der Gründe, warum viele Menschen in unserer Gesellschaft dazu neigen, nur "das Gute" im anderen sehen zu wollen...). Letztendlich ist es aber oberflächlich und respektlos, wenn man einen Teil eines Menschen ausblendet. Auch dann, wenn es der "hässliche" Teil seiner Persönlichkeit ist... das zu erkennen, kostet manchmal etwas Überwindung. Aber es ist unerlässlich wenn man selbstbestimmt und mit Selbstachtung leben möchte.

Den letzten Abschnitt nochmal zusammengefasst: Falls du selbst versuchst, die negativen Anteile einer Person auszublenden, dann bist du (vermutlich ohne es zu wollen und zu bemerkten) in eine ähnliche Oberflächlichkeit gerutscht wie die Person, die dich auf dein Aussehen reduziert. Das ist das Gesetz der Resonanz: Man gleicht sich den Personen an, auf die man seine Aufmerksamkeit richtet. Und man zieht die Menschen an, die ähnliche Probleme haben wie man selbst. Auch wenn sie sich in der Praxis etwas anders zeigen. (So sind zum Beispiel Gewalt und Hilflosigkeit zwei Seiten der selben Medaille und ergänzen sich... viele "Täter" waren z.B. früher selbst Opfer von Gewalt und hängen in diesem Gefühlsmuster fest.)

Was dir konkret dabei helfen kann, einen Menschen besser kennenzulernen, sind tiefgründige Gespräche. Insbesondere über Themen, die für dich sehr wichtig sind und wo du "Angst" vor der Antwort bzw. dem Standpunkt der anderen Person hast. Werde dir bewusst, wo deine eigenen Grenzen sind und wie du früh genug das Wesen anderer Personen kennenlernen kannst, um dich selbst schützen zu können bevor sie deine Grenzen überschreiten. Finde heraus, was du wirklich willst und was du dafür aufzugeben bereit bist. Wenn du einen Partner möchtest, zu dem du eine tiefe emotionale Nähe und Verbundenheit aufbauen kannst, dann brauchst du dafür dir Fähigkeit, dich von den potentiellen Partnern zu lösen, die nicht dazu fähig sind. Die dich nur oberflächlich wahrnehmen können. Dann kann es sogar ein "Gewinn" sein, sich von so einem potentiellen Partner zu lösen, selbst wenn man auf den ersten Blick wieder "allein" ist. Aber man kommt durch diese Entscheidung seinem wahren Ziel ein Stück näher.

Auf diesem Weg findest du Selbstachtung und echtes Selbstbewusstsein. Und wer mit sich selbst im Reinen ist, kann es auch ertragen, "allein" zu sein... denn man hat immer "sich selbst". Und nur jemand, der allein sein kann (anstatt von der Aufmerksamkeit anderer abhängig zu sein) kann tiefe und respektvolle Liebe und Aufmerksamkeit geben und annehmen.

Ist jetzt etwas mehr geworden als geplant... vielleicht kann dir die eine oder andere Stelle ja etwas weiterhelfen. Ich komme übrigens nur selten zum Mitlesen im öffentlichen Bereich... falls du konkrete Fragen hast, kannst du mir auch gern eine PN schreiben.

Viele Grüße und alles Gute!


 

Ich verstehe, was du meinst und danke für deine Worte! Vieles trifft zu, wobei ich mich schon so einschätzen würde, dass ich mit mir im Reinen bin. Es ist hauptsächlich eine Sache von Vetrauen, welches mir komplett fehlt. Ich habe mich jedenfalls entschlossen, mit ihm darüber zu reden. Ich weiß noch nicht wie ich das anfange, aber wird schon irgendwie, hoffe ich  

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28. November um 11:36
In Antwort auf mietze

Ich schleppe dieses Problem schon länger mit mir rum und habe es erst vor kurzem richtig realisiert: Ich fürchte mich vor Zärtlichkeiten. 

Dabei habe ich in der Familie nie das Gegenteil erfahren, also habe weder traumatische Erlebnisse oder sonst was erlebt, um eine solche Macke zu bekommen. Ich war stets umgeben von liebevollen Menschen, daher sollte es mir ein Leichtes sein, selber einen liebevollen Umgang zu pflegen - aber genau das fehlt mir. 

Vor kurzem habe ich einen Mann kennengelernt, mit dem ich mich nun schon 2 Mal getroffen habe. Er ruft auch öfters an. Direkt am Anfang, als er mich Ansprach, habe ich mich gefreut - aber den Tag darauf war ich mir schon garnicht mehr so sicher, obwohl ich ihn durchaus mag. Dieses seltsame Phänomen hat sich so mein ganzes Leben durchgezogen, immer wenn ich jmd neu kennenlernte und ich merkte er möchte mich besser kennenlernen, suchte ich nach Gründen um dem auszuweichen. Oftmals brachen diese so nach dem ersten Treffen ab, weil ich es nicht aushielt. Damit habe ich immer alle Chancen, jemals eine Beziehung führen zu können, verbannt. Dabei würde ich dies nun wirklich gerne mal erleben, aber ich stehe mir selber im Weg. 

Es ist tatsächlich schon anstrengend für mich, den jetzgen Kontakt aufrecht zu erhalten. Ich mag es nicht, ihn anzurufen und scheue mich davor zu viel Emotion zu zeigen. Ich mag es auch nicht, zu telefonieren und wenn er sich dann mal meldet, beende ich das Gspräch meist nach 20 Minuten (was für mich echt viel ist.) Bei dem letzten Treffen versuchte er mir näher zu kommen, aber sobald es um mehr als Händchenhalten oder Umarmen geht, blogge ich ab - werde sogar gemein (?!). Er meinte ob ich immer so gemein werden würde, wenn jemand Nähe zeigen würde... nahm es jedoch noch mit Humor. In Wirklichkeit habe ich dieses Problem nur bei männlichen Kandidaten, die evtl. mehr von mir wollen. Ich weiß nicht, wie ich ihm das beibringen soll. Ich finde das Problem schrecklich peinlich, wie eine Psychotante, die ihre Gefühle nicht gebacken kriegt.

Er freut sich schon auf das nächste Treffen und ich bin am verzweifeln... ich weiß er wird wieder versuchen, mehr von mir zu wollen als bisher. Der Gedanke macht mich fertig! Ich habe wirklich Angst davor, aber wenn ich ihm das sage, macht er bestimmt auch kehrt  

Dazu muss ich noch sagen, dass ich immer das Gefühl habe, ausgenutzt zu werden. So Gedanken wie "der will mich doch eh nur ins Bett kriegen! Und dann haut er ab und kümmert sich nen Dreck um mich..." habe ich JEDES MAL. Und aus irgendeinem Grund glaube ich das dann auch. Zumal er es gefühlt so schnell anging und mich das zusätzlich extrem verunsichert hat. Ich weiß nicht mehr weiter...

Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand einen Rat geben könnte.

Also um ehrlich zu sein weiß ich nicht, ob ich dir mit meiner Antwort helfen kann. Aber ich erlebe etwas ähnliches - wenn auch aus der anderen Perspektive des Mannes.

Ich bin seit etwas mehr als einem halben Jahr mit einer Frau zusammen, in die ich mich Hals über Kopf verliebt habe. Wie soll ich sagen... Es hat sich gewissermaßen in die Richtung entwickelt, die du beschreibst. Zu Anfangs war es jedoch genau das Gegenteil von dem was du hier geschrieben hast: Sie wollte mich schon am ersten Abend küssen, hat immerzu Nähe gesucht, wollte sich fast jeden oder jeden zweiten Tag treffen, hat mich mit Komplimenten überschüttet die ich kaum glauben konnte... Es war der schönste Frühling, den ich je erleben durfte. Und auch der Sommer darauf verlief ebenso... Wir haben gemeinsam Urlaub gemacht, das Leben genossen und viele Gedanken über eine gemeinsame Zukunft ausgetauscht. Die Komplimente und dieses "extreme umwerben" ließen mich phasenweise glauben, dass da irgendetwas Faul ist (Persönlichkeitsstörung?), aber darauf möchte ich jetzt nicht eingehen da es nichts mit deinem Thema zu tun hat.
Kurz: es war beinahe zu schön um wahr zu sein.

Na ja, jetzt kommt der vermutlich für dich interessante Teil. Nach einem halben Jahr hat sie mich plötzlich kalt behandelt, mir immer weniger geschrieben und die Treffen dezimiert. Es passiert mittlerweile, dass wir uns bis zu eine Woche nicht sehen weil ihre Ausbildung sie scheinbar so einnimt - was mir manchmal schwer fällt zu glauben. Wir sind noch immer ein Paar, ich bin noch immer zu Weihnachten zu ihren Eltern eingeladen... Aber es hat sich etwas verändert, seitdem ich ihr "emotional zu nahe gekommen bin" - sie kann mit dieser Nähe nicht gut umgehen und ihre eigenen Emotionen auch nur sehr spärlich in Worte fassen.
Wenn ich ihr etwas "empfindliches" offenbare, bin ich mittlerweile gewohnt dass sie nicht gut darauf eingehen kann...
Sie sagt mir teilweise auch offen, dass es ihr an Einfühlungsvermögen fehlt. Ich merke es z.B., wenn es jemandem in ihrer Umgebung schlecht geht... Sie wirkt verwirrt, unsicher, bittet mich manchmal Texte zuvor zu lesen welche sie Freundinnen zwecks Trösten schicken möchte, wenn ihnen etwas unangenehems widerfahren ist... Als wäre sie sich dessen nicht sicher, als würde sie nicht ganz verstehen wie man das tut.

Vor allem der Punkt, in dem du "absichtlich böse" oder abweisend bist hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass meine Freundin das auch macht. Wenn ich sie darauf anspreche, verspricht sie mir, dass sie dies nicht absichtlich tut ... Aber selbst wenn es unterbewusst stattfindet tut es immens weh, wenn man vom Partner so "abgestoßen" wird.
Besonders nachdenklich macht mich in diesem Zusammenhang, dass sie ihren Ex auf dieselbe Art und Weise in den Wahnsinn gebracht hat. Er war soweit ich das beurteilen kann ein guter Kerl der sie geliebt hat, aber ab einem gewissen Punkt konnte sie seine Nähe einfach nicht ertragen und hat ihn emotional komplett ausgesperrt, Berührungen verweigert, ihn nicht mal angesehen wenn er mit ihr gesprochen hat...
Und es vor ihrer eigenen Famile so weit auf die Spitze getrieben, dass ihr Ex schreiend das weite gesucht hat und sich von ihr getrennt hat. Manchmal habe ich sogar Angst davor, dass sie dies beabsichtigt getan hat.
Es ist gewissermaßen emotionale Misshandlung, ohne wenn und aber.

Für mich gibt es für dieses "kalte Verhalten" vereinfacht gesagt zwei Gründe... Der eine Grund ist das Unterbewusste aufgrund von Traumata - darauf hat man keinen wirklichen Einfluss, bzw. muss dies in den meisten Fällen professionell aufgearbeitet werden.
Es gibt soweit ich das verstehe jedoch auch die bewusste, manipulative, emotional misshandelnde Art, um Kontrolle auszuüben.
Menschen die derartigen "Liebesentzug" bzw. das "absichtliche Schweigen" als Umgang wählen sind meist sehr berechnende, kalte, analytische und auch toxische Personen, die von sich aus behaupten zutiefst unabhängig zu sein und sich nie vorstellen könnten, jemals von jemandem etwas wirklich zu benötigen.
Schade ist nur, dass diese Menschen davon abhängig sind, dass eine andere Person von ihnen abhängig ist. Sozusagen als Selbstbestätigung, als Futter for das eigene Ego. Die Schwäche der anderen Person wird zu ihrer Stärke, weil sie Macht über diese Schwäche haben.
Und damit nach Lust und Laune spielen können ...
Pervers ist, dass dieses "Spielen" zu einer Art Sucht beim Partner führt, weil der Partner sich logischerweise nach den "guten Zeiten" sehnt und immerzu sein Verhalten so anpasst, dass es eben zu diesen "guten Zeiten" kommt. Es ist eigentlich genau so wie das Konditionieren von einem Hund - und hat mit Liebe nichts zu tun.

Okay, ich sprenge hier den Rahmen. Mein Rat: beschäftige dich mit Bindungstheorie. Ich habe den Eindruck, dass du eventuell einen "vermeidenden Bindungsstil" hast und es ist vielleicht interessant für dich in Erfahrung zu bringen, inwieweit es dazu gekommen ist. Mir hat das Ganze gewissermaßen die Augen geöffnet, da meine Partnerin auch vermeidende Muster aufweist. Leider verstehe ich jedoch bis heute nicht ganz, wieso oder weshalb sie sich so verhält...
Die oben beschriebenen Themen jagen mir große Angst ein. Man möge sich fragen wieso ich mir solche Fragen im Zusammenhang mit der Frau stelle, die ich liebe. Nun ja, es ist einfach erklärt: ich war annähernd 10 Jahre mit einer Frau zusammen, welche mich genau auf diese Art emotional misshandelt, betrogen und manipuliert hat. Und derartiges vergisst man nie ...

Bindungstheorie ist in diesem Zusammenhang auch besonders interessant, weil es eben lt. dieser Theorie als bestätigt gilt, dass man ein gewisses "Beuteschema" hat und sich leider eher zu Personen eines gewissen Bindungsstiles angezogen fühlt ... Oder gar Personen mit gewissen Charakterzügen, die mitunder eben auch negativ sein können.

Wie dem auch sei, ich kann dir aus der gegenteiligen Perspektive nur sagen, dass es immens weh tut, wenn man emotional so viel investiert und dann letztlich so abwertend behandelt wird. Es fühlt sich so an, als wäre der Partner immerzu mit einem Fuß aus der Beziehung draußen, als würde sich das Gegenüber nie komplett darauf einlassen.
Und besonders unangenehm ist auch, wenn diese Wechselduschen stattfinden. Ein Tag ist extrem harmonisch, wunderschön, atemberaubend und einfach wie aus dem Bilderbuch...
...und dann folgt eine Woche stille.

Nun gut, ich glaube aber dass das wirklich nichts mit dir und deinem Verhalten bzw. deinen Beobachtungen zu tun hat.
Entschuldige den langen Post und die Themenverfehlung, aber ich dachte "die andere Perspektive" ist vielleicht interessant für dich

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28. November um 19:02

Zu aller erst würde ich deine Kindheit hinterfragen. Nur weil du glaubst da wäre es nichts, muss dies noch lange nicht so sein! Suche einen Psychologen auf er wird die Wahrheit finden. Die Gefahr einer Persönlichkeitsstörung scheint bei dir deutlich hoch zu sein.

Ich habe sehr viel Erfahrung mit diesem Thema und mit Frauen welche an solchen Störungen leiden. Für mich sind es Menschen welche es Wert sind geliebt zu werden, wie alle anderen auch.

Was du benötigst oder was dir fehlt ist Vertrauen! Es geht nur um Vertrauen, um den besonderen Rahmen der Beziehung. Leider gibt es nur sehr wenige Männer welche dir einen solchen Rahmen, bieten wollen oder werden bieten können, welchen du benötigst, aber es gibt sie!
Melde dich auf Datingseiten an und durchsuche die Profile der Männer nach niveauvollen Darstellungen. Worte wie Respekt … Hingabe … Innigkeit sind Worte welche in korrekter Darstellung viel Aussagekraft besitzen können. Egal wie Attraktiv du auch sein mögest, so wirst du die Wahrheit, mit hoher Wahrscheinlichkeit, nicht in den berühmten Top 20% der Männer finden können.

Schaue über den Tellerrand, erweitere dein Horizont und du wirst finden wonach du suchst.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, auf deiner weiteren Reise durch dein einzigartiges Leben.
 

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28. November um 21:09
In Antwort auf murmel800

Zu aller erst würde ich deine Kindheit hinterfragen. Nur weil du glaubst da wäre es nichts, muss dies noch lange nicht so sein! Suche einen Psychologen auf er wird die Wahrheit finden. Die Gefahr einer Persönlichkeitsstörung scheint bei dir deutlich hoch zu sein.

Ich habe sehr viel Erfahrung mit diesem Thema und mit Frauen welche an solchen Störungen leiden. Für mich sind es Menschen welche es Wert sind geliebt zu werden, wie alle anderen auch.

Was du benötigst oder was dir fehlt ist Vertrauen! Es geht nur um Vertrauen, um den besonderen Rahmen der Beziehung. Leider gibt es nur sehr wenige Männer welche dir einen solchen Rahmen, bieten wollen oder werden bieten können, welchen du benötigst, aber es gibt sie!
Melde dich auf Datingseiten an und durchsuche die Profile der Männer nach niveauvollen Darstellungen. Worte wie Respekt … Hingabe … Innigkeit sind Worte welche in korrekter Darstellung viel Aussagekraft besitzen können. Egal wie Attraktiv du auch sein mögest, so wirst du die Wahrheit, mit hoher Wahrscheinlichkeit, nicht in den berühmten Top 20% der Männer finden können.

Schaue über den Tellerrand, erweitere dein Horizont und du wirst finden wonach du suchst.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, auf deiner weiteren Reise durch dein einzigartiges Leben.
 

" Suche einen Psychologen auf er wird die Wahrheit finden. "

Das halte ich für eine sehr gewagte Aussage. Auch Psychologen sind Menschen und können andere Personen nicht einfach so durchschauen. Der Mensch ist nunmal keine Maschine. Mit blindem Vertrauen in eine Therapie zu gehen - 'der Psychologe wird schon die Wahrheit finden' - ist in vielen Fällen bereits die Garantie fürs Scheitern der Therapie, oder dass sie sogar nach hinten losgeht.

Auch deine Aussage, sie würde Vertrauen brauchen, irritiert mich. Was soll diese Aussage nützen? Dass sie sich zu mehr Vertrauen überwindet und dabei ihre Skepsis übergeht? Vertrauen findet man nicht einfach so am Straßenrand, und echtes Vertrauen kann man nicht durch eine einfache Entscheidung erzwingen. Und blindes Vertrauen ist am Ende nichts anderes als Verantwortungslosigkeit, bei der man den eigenen Selbstschutz übergeht. Echtes Vertrauen entsteht nur langsam, durch einen langsamen und intensiven Kennenlernprozess. Eine einfache Selbstdarstellungen der anderen Person ist da bei weitem nicht ausreichend..

Klar ist es wichtig, potentielle Partner auch mit bestimmten Kriterien auszusuchen. Aber eine gesunde Skepsis ist dennoch wichtig - gerade dann, wenn man zu Beginn massiv umworben wird. So viele Menschen reden von Respekt und Innigkeit, sind in Wirklichkeit aber blind für die Gefühle und Bedürdnisse anderer Menschen...

Einfache Lösungen gibt es nicht. Hier geht es um Entwicklungsprozesse und Persönlichkeitsarbeit. Wer in so einer Situation einfache Lösungen suggeriert oder dass man sich nur einer anderen Person anvertrauen (unterzuordnen) braucht und alles wird gut, dem sollte man mit tiefer Skepsis begegnen...

Deiner Aussage, dass es eher wenige wirklich rücksichtsvolle und einfühlsame Männer gibt, kann ich hingegen grundlegend zustimmen. Aber es gibt sie. Und um mal wie von dir angeregt über den Tellerrand zu schauen: Auf der weiblichen Seite ist es meiner Einschätzung nach ganz ähnlich. Was allein schon die Tatsache zeigt, wie sehr viele Frauen auf Oberflächlichkeiten wie ihr Aussehen oder intime Kontakte statt emotionale Nähe fixiert sind, und damit insbesondere oberflächliche Partner anziehen. Aber das ist ein anderes Thema.

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28. November um 21:27
In Antwort auf bblubb456

" Suche einen Psychologen auf er wird die Wahrheit finden. "

Das halte ich für eine sehr gewagte Aussage. Auch Psychologen sind Menschen und können andere Personen nicht einfach so durchschauen. Der Mensch ist nunmal keine Maschine. Mit blindem Vertrauen in eine Therapie zu gehen - 'der Psychologe wird schon die Wahrheit finden' - ist in vielen Fällen bereits die Garantie fürs Scheitern der Therapie, oder dass sie sogar nach hinten losgeht.

Auch deine Aussage, sie würde Vertrauen brauchen, irritiert mich. Was soll diese Aussage nützen? Dass sie sich zu mehr Vertrauen überwindet und dabei ihre Skepsis übergeht? Vertrauen findet man nicht einfach so am Straßenrand, und echtes Vertrauen kann man nicht durch eine einfache Entscheidung erzwingen. Und blindes Vertrauen ist am Ende nichts anderes als Verantwortungslosigkeit, bei der man den eigenen Selbstschutz übergeht. Echtes Vertrauen entsteht nur langsam, durch einen langsamen und intensiven Kennenlernprozess. Eine einfache Selbstdarstellungen der anderen Person ist da bei weitem nicht ausreichend..

Klar ist es wichtig, potentielle Partner auch mit bestimmten Kriterien auszusuchen. Aber eine gesunde Skepsis ist dennoch wichtig - gerade dann, wenn man zu Beginn massiv umworben wird. So viele Menschen reden von Respekt und Innigkeit, sind in Wirklichkeit aber blind für die Gefühle und Bedürdnisse anderer Menschen...

Einfache Lösungen gibt es nicht. Hier geht es um Entwicklungsprozesse und Persönlichkeitsarbeit. Wer in so einer Situation einfache Lösungen suggeriert oder dass man sich nur einer anderen Person anvertrauen (unterzuordnen) braucht und alles wird gut, dem sollte man mit tiefer Skepsis begegnen...

Deiner Aussage, dass es eher wenige wirklich rücksichtsvolle und einfühlsame Männer gibt, kann ich hingegen grundlegend zustimmen. Aber es gibt sie. Und um mal wie von dir angeregt über den Tellerrand zu schauen: Auf der weiblichen Seite ist es meiner Einschätzung nach ganz ähnlich. Was allein schon die Tatsache zeigt, wie sehr viele Frauen auf Oberflächlichkeiten wie ihr Aussehen oder intime Kontakte statt emotionale Nähe fixiert sind, und damit insbesondere oberflächliche Partner anziehen. Aber das ist ein anderes Thema.

Eine sehr interessante Antwort, welche nicht unbeantwortet zurückbleiben sollte.

1. So stimme ich dir im erst genannten Punkt leider zu und dennoch ist ein Psychologe hier vielleicht dennoch der richtige Weg.

2. Vertrauen muss geschaffen werden und wenn ein Part hier eine Problemstörung hat, dann liegt um so mehr am gegen Part dies zu kompensieren. Einen solchen Part zu finden ist nicht leicht und bedarf besonderer Aufmerksamkeit aber es gibt sie. Ich habe nur versucht einen Weg zu zeigen wie man solche Parts besser finden kann.

3. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass betroffene mit solchen Problemen niemals allein den Weg aus ihrer Gefangenschaft gefunden haben! Aber ich dürfte erleben wie sie ihren Weg finden dürften und diese Erfahrung ist etwas welche man sein ganzes Leben positiv mit sich tragen darf.
Des weiteren habe ich auch niemals erlebt, dass solche Probleme, keiner traumatischen Ursache zu Grunde lagen. Daher bin ich hier etwas irritiert und daher eben auch meine Meinung zu Punkt 1

4. Im letzteren Punkt gehen wir kongruent.

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28. November um 22:59
In Antwort auf murmel800

Eine sehr interessante Antwort, welche nicht unbeantwortet zurückbleiben sollte.

1. So stimme ich dir im erst genannten Punkt leider zu und dennoch ist ein Psychologe hier vielleicht dennoch der richtige Weg.

2. Vertrauen muss geschaffen werden und wenn ein Part hier eine Problemstörung hat, dann liegt um so mehr am gegen Part dies zu kompensieren. Einen solchen Part zu finden ist nicht leicht und bedarf besonderer Aufmerksamkeit aber es gibt sie. Ich habe nur versucht einen Weg zu zeigen wie man solche Parts besser finden kann.

3. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass betroffene mit solchen Problemen niemals allein den Weg aus ihrer Gefangenschaft gefunden haben! Aber ich dürfte erleben wie sie ihren Weg finden dürften und diese Erfahrung ist etwas welche man sein ganzes Leben positiv mit sich tragen darf.
Des weiteren habe ich auch niemals erlebt, dass solche Probleme, keiner traumatischen Ursache zu Grunde lagen. Daher bin ich hier etwas irritiert und daher eben auch meine Meinung zu Punkt 1

4. Im letzteren Punkt gehen wir kongruent.

1. Die Psychotherapie ist sicherlich eine Richtung, die man einschlagen kann. Ich finde dabei jedoch die "Rangfolge" sehr Wichtig: Dass der Patient selbst an erster Stelle steht und die Verantwortung für seine Therapie übernimmt. Der Psychologe kann mit seinem Fachwissen zur Seite stehen und Lösungsvorschläge anbieten. Die hilfreich sein können, aber auch komplett daneben liegen können. So kann man zumindest bestimmte Risiken minimieren (z.B. Projektionen der Therapeuten, wenn sie unbewusst ihre eigenen Themen an ihren Patienten "behandeln".

Es gibt zweifelsohne auch sehr wertvolles Wissen im Bereich der Psychologie, ich weiß nicht ob du dich mal mit der Arbeit von Bert Hellinger beschäftigt hast. Aber nur wenige Psychologen sind so erfahren wie er und viele blenden seine Erkenntnisse sogar komplett aus und bleiben sehr an der Oberfläche.

Kritisch finde ich ebenfalls die aktuelle Entwicklung, in der immer mehr zu Psychopharmaka geraten wird. Allein das ist für mich schon Grund genug für eine grundlegende Skepsis der Branche gegenüber.

Kurz gesagt: Psychologie kann ein sinnvoller Ansatz sein, kann aber auch Gefahren mit sich bringen. Eine Alternative könnten zum Beispiel Heilpraktiker sein, die manchmal sehr wertvolles Wissen besitzen. Aber auch hier muss man zuerst den Richtigen finden.

2. Wenn ein Part ein derart tiefgreifendes Problem hat, ist erst mal keine ebenbürtige Partnerschaft möglich. Wenn der Gegenpart das Defizit "ausgleicht", entsteht eine Abhängigkeitsbeziehung (das ist etwas ganz anderes, als wenn sich unterschiedliche Eigenschaften optimal ergänzen). Und wenn die erste Person ihr Problem tatsächlich aufgearbeitet hat, dann geht die Resonanz, die durch das Ausgleichen entstanden ist, verloren und damit eine wichtige Grundlage für die Beziehung. Deshalb gehen Beziehungen nach so einer Entwicklung häufig auseinander... oder der Partner verhindert unbewusst das tatsächliche Aufarbeiten des Problems, da man damit ja die Beziehungsgrundlage entziehen würde.

3. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Patienten durch Psychologen unt Therapien manchmal noch viel "kaputter" gemacht wurden als sie schon waren. Dass Psychologen völlig offensichtliche Zusammenhänge nicht erkennen konnten oder wollten. Insbesondere bei "Eltern-Themen". (Welche Eltern schicken z.B. ihr Kind zu einem Therapeuten, der am Ende den Eltern sagt, dass sie ein Problem haben und nicht ihr Kind...). Und ja, es gibt gute Therapeuten und Therapieeinrichtungen. Aber es ist nicht so einfach, sie zu finden.

Unter "Traumatisierung" verstehe ich einen neurologischen Prozess, durch den sich unter anderem ein "Überlebensmuster" bildet und ein Teil der alltäglichen Wahrnehmung ausgeblendet wird. Auch ich sehe darin eine Ursache für die Situation der TE. Psychologen sind aber meiner Erfahrung nach leider nicht die ultiamtive Lösung, der man blind vertrauen kann. Daher meine Skepsis bezüglich Punkt 1 und der Verweis auf die Eigenverantwortung.

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2. Dezember um 19:02

Vielen Dank für all eure Antworten  
ich dachte, ich schreibe ein kurzes Update dazu. Ich habe mich einmal in seine Perspektive versetzt und empfand mein Verhalten einfach als unfair, sodass ich mich dazu "zwingen" konnte mich mal etwas mehr zu öffnen. Darüber bin ich im Moment sehr stolz, aber es fehlt noch viel. Aber es macht mich glücklich zu sehen, dass er sich darüber freut. Ich werde wohl noch lange daran arbeiten müssen, aber ich habe das Gefühl, dass ich es schaffen könnte aus diesem Loch zu kommen. Ich werde mich also weiterhin überwinden müssen, mit der Hoffnung, dass ich endlich normal empfinden kann. Ich hoffe nur, dass es keine Enttäuschung wird und mich wieder runterreißt. 

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2. Dezember um 21:04
In Antwort auf mietze

Vielen Dank für all eure Antworten  
ich dachte, ich schreibe ein kurzes Update dazu. Ich habe mich einmal in seine Perspektive versetzt und empfand mein Verhalten einfach als unfair, sodass ich mich dazu "zwingen" konnte mich mal etwas mehr zu öffnen. Darüber bin ich im Moment sehr stolz, aber es fehlt noch viel. Aber es macht mich glücklich zu sehen, dass er sich darüber freut. Ich werde wohl noch lange daran arbeiten müssen, aber ich habe das Gefühl, dass ich es schaffen könnte aus diesem Loch zu kommen. Ich werde mich also weiterhin überwinden müssen, mit der Hoffnung, dass ich endlich normal empfinden kann. Ich hoffe nur, dass es keine Enttäuschung wird und mich wieder runterreißt. 

du hast ihn nun 3 × getroffen und willst dich bereits zu etwas zwingen? Nein, tu das nicht.Du kennst ihn ja nicht richtig, vielleicht würde er dir nicht gefallen. Wieso gehst du davon das nur er dich ablehnen könnte? Enttäuschungen gehören auch dazu, du könntest ihn auch enttäuschen...

Als ich mich mal in einer ähnlichen Phase befand, habe ich eine persönliche Kuss-Studie gestartet. Beim Kennenlernen konnte ich nie genau bestimmen, ob ich jemand sympathisch fand oder nicht. erst beim ersten Kuss wurde mir bewusst und klar, ob er mir sympathisch war oder nicht. und es waren echt viele Nieten dabei, nach dem ersten Kuss entwickelte ich eindeutige Gefühle: ich hatte eine richtige Abneigung 😅😊. 

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3. Dezember um 0:21
In Antwort auf mietze

Ich schleppe dieses Problem schon länger mit mir rum und habe es erst vor kurzem richtig realisiert: Ich fürchte mich vor Zärtlichkeiten. 

Dabei habe ich in der Familie nie das Gegenteil erfahren, also habe weder traumatische Erlebnisse oder sonst was erlebt, um eine solche Macke zu bekommen. Ich war stets umgeben von liebevollen Menschen, daher sollte es mir ein Leichtes sein, selber einen liebevollen Umgang zu pflegen - aber genau das fehlt mir. 

Vor kurzem habe ich einen Mann kennengelernt, mit dem ich mich nun schon 2 Mal getroffen habe. Er ruft auch öfters an. Direkt am Anfang, als er mich Ansprach, habe ich mich gefreut - aber den Tag darauf war ich mir schon garnicht mehr so sicher, obwohl ich ihn durchaus mag. Dieses seltsame Phänomen hat sich so mein ganzes Leben durchgezogen, immer wenn ich jmd neu kennenlernte und ich merkte er möchte mich besser kennenlernen, suchte ich nach Gründen um dem auszuweichen. Oftmals brachen diese so nach dem ersten Treffen ab, weil ich es nicht aushielt. Damit habe ich immer alle Chancen, jemals eine Beziehung führen zu können, verbannt. Dabei würde ich dies nun wirklich gerne mal erleben, aber ich stehe mir selber im Weg. 

Es ist tatsächlich schon anstrengend für mich, den jetzgen Kontakt aufrecht zu erhalten. Ich mag es nicht, ihn anzurufen und scheue mich davor zu viel Emotion zu zeigen. Ich mag es auch nicht, zu telefonieren und wenn er sich dann mal meldet, beende ich das Gspräch meist nach 20 Minuten (was für mich echt viel ist.) Bei dem letzten Treffen versuchte er mir näher zu kommen, aber sobald es um mehr als Händchenhalten oder Umarmen geht, blogge ich ab - werde sogar gemein (?!). Er meinte ob ich immer so gemein werden würde, wenn jemand Nähe zeigen würde... nahm es jedoch noch mit Humor. In Wirklichkeit habe ich dieses Problem nur bei männlichen Kandidaten, die evtl. mehr von mir wollen. Ich weiß nicht, wie ich ihm das beibringen soll. Ich finde das Problem schrecklich peinlich, wie eine Psychotante, die ihre Gefühle nicht gebacken kriegt.

Er freut sich schon auf das nächste Treffen und ich bin am verzweifeln... ich weiß er wird wieder versuchen, mehr von mir zu wollen als bisher. Der Gedanke macht mich fertig! Ich habe wirklich Angst davor, aber wenn ich ihm das sage, macht er bestimmt auch kehrt  

Dazu muss ich noch sagen, dass ich immer das Gefühl habe, ausgenutzt zu werden. So Gedanken wie "der will mich doch eh nur ins Bett kriegen! Und dann haut er ab und kümmert sich nen Dreck um mich..." habe ich JEDES MAL. Und aus irgendeinem Grund glaube ich das dann auch. Zumal er es gefühlt so schnell anging und mich das zusätzlich extrem verunsichert hat. Ich weiß nicht mehr weiter...

Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand einen Rat geben könnte.

Hey

ich kenne das Problem. Naja bei mir ist es nicht ganz gleich. Aber was ich dir sagen kann ist, vielleicht brauchst du mehr Zeit für alles. Das ist aber völlig okay. 
Und wenn das für dich kein Tabuthema ist, dann lass dich doch einfach mal drauf ein bzw. versuchs Mal, lass es einfach zu (solange es er nicht übergreifend wird!). Wie eine Art  Sprung ins kalte Wasser. 

Vielleicht musst su dich selber erst kennenlernen, was du magst und was nicht. Das ist aber voll okay. Jeder muss das Mal machen. 
Lg und alles Gute cremetorte10

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9. Dezember um 22:35

Hallo alle zusammen, dies wird mein letztes Update sein, denn leider haben sich meine angegebenen Befürchtungen bestätigt. Ich war ihm zu anstrengend und letztendlich habe ich den Kontakt heute abgebrochen, weil mir das zu blöd wurde. Ich versuche jetzt möglichst schnell über den ganzen Ärger und der Enttäuschung hinwegzusehen...

nochmals vielen Dank. 

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