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Angst, die im Kopf entsteht : krankhaft oder normal?

21. Februar 2009 um 18:04

Hallo an alle!

es fällt mir nicht besonders einfach darüber zu reden,aber ich habe hier schon einiges gelesen und vielleicht kann mir ja der eine oder andere helfen....

Schon seit einer längeren Zeit habe ich schwerliegende Probleme und kann mir zum Teil nicht erklären,warum ich es nicht schaffe einfach mal alles hinter mir zu lassen...

Zuerst einmal zu meiner Person :

Ich hatte immer eine tolle Kindheit und bin behütet aufgewachsen.Habe viel Zuneigung und Aufmerksamkeit bekommen und war schon immer ein ruhigs,pflegeleichtes Kind.

Mit 15 war ich das erste Mal richtig in einer Beziehung,die 1 Jahr und 2 Monate hielt...Es war zwar nur eine Fernbeziehung,aber ich war trotzallem sehr glücklich,ausgeglichen und aufgeschlossen.
Selbst bei Problemen konnte ich mich schnell fangen,weil ich immer sehr stark war und ich einen starken Willen besitze.
Auch in meiner Jugend war ich ein sehr zurückhaltender,oft schüchtern wirkender Typ,was mich aber nicht unbedingt hinderte Kontakte zu knüpfen oder einen kleinen Freundeskreis zu haben - im Gegenteil...

Noch nie war ich der Mensch,der gerne im Mittelpunkt stand...Ich kann es nicht erklären,aber ich habe es gehasst,wenn sich alles um mich drehte,weil ich dann Angst hatte irgendwas falsch zu machen. Irgendwann entwickelte ich aber eine Methode damit besser klar zu kommen und mich Selbstsicherer zu werden - was auch am Anfang echt funktionierte...

Mit 16 fingen dann die ganzen Probleme an.... :

Meine Beziehung war zu Ende,neue kamen....Allerdings waren diese jedes mal ein Fehltritt...Ich hatte zuerst eine weitere Fernbeziehung,wo ich dann aber schon nach 1 Monat merkte,dass ich nicht kann und nicht mehr will...Irgendwann hat man dieses Alter,wo man reifer denkt und weiß,dass es für sich selbst besser ist,wenn man einfach mal realistisch bleibt.Ich konnte das schnell vergessen,doch war dann eine lange Zeit Single,bis ich mich total verliebte - in jemanden,der nichts von mir wollte,mir Hoffnungen machte und aber noch an der Ex hang...Das ganze Hin und Her dauerte dann ungefähr ein Jahr,indem ich dann auch weitere Männer kennenlernte - die alle waren nur scharf darauf ihren Spaß zu haben,wollten keine feste Beziehung...Dann fiel ich in ein Loch,weil alles ziemlich schief lief und ich irgendwie kein Glück hatte - egal ob Liebe,ob Ausbildungssuche oder Familie - irgendwas war immer....
Ich wollte mich aber niemanden anvertrauen oder zumindest nicht jeden damit aufn Keks gehen,weil ich ein eigenständiger und unabhängiger Mensch bin und Probleme oft versuche mit mir selbst zu klären...Eine Zeit lang kämpfte ich gegen alles an,das machte mich zunehmend stärker...
Bei Bewerbungen erlebte ich oft positive Antworten,Zuspruch etc.,aber am Ende wurde ich immer abgelehnt,mit der Begründung,dass ich noch keine 18 war etc.
Das war ziemlich deprimierend,weil ich über 70 Bewerbungen schrieb und am Ende nur 1 Zusage blieb.Andere schrieben 10 und hatten 3 Zusagen!!!

Natürlich freute ich mich über meinen Ausbildungsplatz und am Anfang machte es mir Spaß und alle waren total nett...Doch im Laufe der Zeit kamen dann die Probleme mit meiner Chefin - sie zeigte erst nach 3 Monaten ihr wahres Gesicht.
Nun bin ich nicht der Typ,der schnell aufgibt und schon gar nicht alles hinschmeißen würde,wofür ich schließlich gekämpft habe - wo es doch gerade heutzutage schwer ist ne Ausbildung zu finden...Aber meiner Chefin konnte ich nichts mehr recht machen - egal was ich tat,egal ob sie es mir so gezeigt hatte - bei ihr war alles falsch! Ich gab mir umso mehr Mühe,aber ging jedes mal mit Angst hin etwas falsch zu machen,sie zu enttäuschen...7 Monate beißte ich mich durch,bis ich zum Schluss nicht mehr konnte,weil mein selbstvertrauen total kaputt war,weil sie mich vor Patienten zur ... machte und mich zutiefst beleidigt hatte...Ich fing an an mir selbst zu zweifeln,mir teilweise sogar selbst die schuld zu geben oder zu glauben ich sei einfach nur völlig unfähig...Ich versuchte ein Gespräch zu ihr zu suchen,doch immer hatte sie das letzte Wort und nahm mir meine wertigkeit...Später kam es zu einem Vorfall,der dazu beitrug,dass ich dann einfach gekündigt habe...
Meine Kollegin hatte etwas gesagt und es nicht zugegeben,wofür ich gerade stehen musste und eine schriftliche Abmahnung bekam...Meine Eltern und ich sind sogar zum Anwalt für Arbeitsrecht,der natürlich auf unserer Seite stand und meinte,dass sie sich selbst n Eigentor schoss,weil ich mit 16 überwiegend ausgenutzt wurde.Ich musste 10 Stunden arbeiten,hatte Überstunden uvm.,was laut Jugendschutzgesetz verboten war....

Hinterher habe ich mich erstmal fangen müssen,weil ich dann 1 Monat pyschisch voll am arsch war...Ich überbrückte meine Zeit erstmal mit einer Maßnahme übers Arbeitsamt um nicht zu Hause zu verweilen und um einen geregelten Alltag zu haben...Mit der Weile mache ich mein Fachabitur in Richtung Medizin und Gesundheit,was ich absolut nicht bereuhe,denn ich bin eine gute Schülerin und habe trotzallem immernoch ein klares Ziel vor Augen....

Hinzu kommen auch noch die familären Gründe....Wir hatten ein Haus,zusammen mit meiner Oma,doch irgendwann gab es einfach ne Menge Streit,weil Jung und Alt einfach nicht funktionierte...Meine Oma war mir ein wichtiger Mensch in meinem Leben...Als sie erkrankte,besuchte ich sie im Krankenhaus und kümmerte mich um ihre Katzen,da nur eine total auf sie fixiert war und sie keinem an sich ranließ außer mich...Als sie wieder zu hause war,kochte ich das essen und kümmerte mich um sie.
Meine Schwester war nie für sie da oder hatte sich bemüht auch mal etwas im Haushalt zu machen...Sie war immer ein totaler Außenseiter und hatte viele Probleme mit meinen Eltern,obwohl sie keine andere Kindheit hatte wie ich.
Irgendwann kam der Tag,als meine Oma entschied auszuziehen - packte ihre Taschen und ging einfach - obwohl wir die ganzen Kosten fürs Haus hatten und sie daran mitbeteiligt war....Die Härte war,dass ich den Tag an dem sie ging niemals vergessen werde...Sie stand vor mir und meiner Schwester.Verabschiedete sich von ihr mit einer Umarmung und gab ihr neue Adresse und Telefonnummer....An mir ging sie eiskalt vorbei,gab mir gar nichts und sagte nicht mal Tschüss....
Oft hat sie meine Sis im Schutz genommen bei Auseinandersetungen mit meinen Eltern und jedes mal wenn meine Sis Mist baute,war ich in den Augen meiner Oma daran schuld....

Daran zerbrach das ganze Verhältnis zu ihr,hatte keinen Kontakt weiter...Zu meinen Rest der Familie kann ich nur sagen,dass die alle verstorben sind oder mein Onkel und mein Opa genau solche Idioten sind...Früherer waren sie immer da,zu Geburtstagen und ich war Opas kleiner Sonnenschein...aber inzwischen ist es genauso ein gestörtes Verhältnis,weil sich meine Eltern mit der Familie nichts mehr zu sagen haben,weil sie immer nur Arschtritte kassierten,obwohl sie für jeden immer da gewesen waren...

Später verlierten wir auch noch das Haus und mussten zurück in die Wohnung...Jetzt läuft alles über Insolvenz....

Ich hatte schon einen Schlussstrich gezogen und versuchte mit meiner Vergangenheit einfach abzuschließen,aber jedes mal,wenn etwas schief läuft ist es bei mir im Kopf drin...Jedes mal kommt es mir so vor,als wenn Menschen,die mir wichtig sind sich entfernen und ich sie verliere...

Ich habe gedacht,ich hätte alles besser im Griff,die schule läuft super,mein Praktikum auch - alle sind super nett - jedoch bleibt jedes mal die Angst vor Neuem...bzw. dieses Misstrauen...

Vor kurzem hatte ich dann wieder 2 Beziehungen...die erste war etwas sehr besonderes,wir waren wie Bruder und schwester - das Vertrauen war einfach ohne Zweifel da und soetwas habe ich noch nie gefühlt - ich konnte abschalten,mich wieder gut fühlen,doch schon nach 4 Tagen war alles vorbei,weil er zurück zu seiner Ex ging...Leider hätte ich nicht gedacht,dass mich diese Sache so sehr mitnimmt,aber er brach den Kontakt ab und wollte plötzlich nichts mit mir zu tun haben,war sehr aggressiv und ich werde diesen Fehler immer bereuhen,weil er sowas wie mein Bester Freund war,den ich brauche,weil kein anderer Mensch mir so zuhören konnte und da war - wie er...
Nach 8 Monaten lernte ich dann jemanden kennen....Der beste Kumpel meiner Besten Freundin...wir verstanden uns gleich super und irgendwann war klar,dass wir beide mehr voneinander wollten...Da fing es dann erneuert an - ich zog mich erstmal zurück,wusste nicht was ich tun sollte,hatte Angst wieder verletzt zu werden.Ich beschloss nach vielen Gesprächen mit der besten Freundin ihn eine Chance zu geben,schließlich war der Zuspruch von allen anderen nicht umsonst.Trotzdem wollte ich alles langsam angehen lassen und das hatte er sogar verstanden und war der selbsten Ansicht....Wir kamen dann zusammen und leider hat er nicht so viel Zeit weil er beim Bund ist,was mich persönlich aber nie störte,da ich Erfahrungen mit Fernbeziehungen hatte und ich ihn für alle paar Wochen sehen konnte.Nach 3 Wochen kam es zu einem Missverständnis...ich hatte mich,wegen meinen Ängsten und Misstrauen unbewusst zurück gezogen und war auch wegen Schule ziemlich im Stress.Er deutete dies völlig falsch,dachte ich hätte keinen Bock mehr und war sauer,sodass er feiern ging,viel trinkte und mir auch noch mit der Ex fremd ging
Da er ein ehrlicher Mensch ist,kam er aber von allein zu mir und beichtete mir alles...Alle seine Freunde waren schockiert,konnten ihn nicht verstehen und sind auf meiner Seite...Ich habe aber schnell gemerkt,dass er sich seines Fehlers bewusst war und er wollte auch um mich kämpfen...also gab ich ihn eine 2te Chance ....(war wohl ein Fehler?)...2 Wochen dachte ich,es lief besser,aber natürlich war mein Vertrauen erstmal voll angezweifelt...Ich bin kein Mensch,der zur Kontrollsucht neigt oder eifersüchtig ist,aber wenn das passiert,dann durch einen auslöser und dieser ständigen angst....
Was dann passierte ist auch inzwischen völlig egal,er machte dann schluss mit der begründung ich hätte was besseres verdient wegen dem Bund und wenig Zeit blabla,aber der wahre Grund ist,dass er wohl auch noch an der Ex hängt und mich mit ihr versucht hat zu vergleichen....

Jetzt kommen alle wieder angerannt,meine Exbeziehung,die den Kontakt einfach abbrach,mein Bester Freund mal war...jetzt wo ich am Ende bin,tue ich allen nur noch leid - darauf komme ich absolut nicht klar...ich will kein mitleid,aber warum tun sie das nur?
Mein anderer guter Kumpel,von den ich was wollte will plötzlich was von mir...ich habe angst ihn zu verletzen und generell ist es IMMER so,dass ich richtige Panik bekomme,wenn jemand Gefühle für mich hat...Entweder distanziere ich mich,blocke ab,tue als wäre alles bestens,baue diese Mauer auf oder oder...Selbst wenn es Jemand ernst meinen würde,dann wäre ich misstrauisch und könnte das nicht mehr glauben...Es ist im kopf drin und sitzt ziemlich tief,sodass ich Angst habe vor der Angst und ich das Gefühl bekomme,sie kontrolliert mich...Gefühle lasse ich nur schwer bis gar nicht mehr zu....Selbst weinen kann ich kaum noch,obwohl es sehr befreiend sein kann...ich fühle mich gefühlskalt,möchte nicht ständig verletzt werden - aber es passiert jedes mal!!!! Selbst bei denen,wo man es am wenigsten annehmen würde...
Ich kann nichts dagegen tun,wenn dieses gefühl in mir aufkommt mache ich völlig zu,selbst vor Freunden...Ich isoliere mich,ziehe mich auch vor meinen Freunden zurück...wenn sie dann meckern,dass ich mich nicht melde oder sie sich sorgen machen,tut es mir zwar leid,aber entferne mich dann umso mehr....

kann mir jemand sagen,was ich tun soll?Was ist nur mit den Menschen in mir passiert,der man so eine starke Persönlichkeit hatte? ...Welche Erfahrungen habt ihr gemacht und wie geht ihr damit um?

liebe grüße
under

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21. Februar 2009 um 23:45

Angst haben ist das natürlichste auf der Welt, nur darf die Angst uns nicht beherrschen
Hallo,

ich habe mich schon lange mit dem Thema Angst auseinander gesetzt. Unter anderem habe ich auch mal eine Arbeit darüber geschrieben.
Am meisten helfen mir jedoch meine eigenen Erfahrungen.
Also nun zu deiner Frage.
Erst einmal was ist eine starke Persönlichkeit. Das sind meist Menschen, die mit ihren guten und auch schlechten Anteilen im Reinem leben.
Angst gehört nun auch einmal zu unserem Leben. Was würde uns passieren, wenn wir die uns angeborene Angst nicht hätten. Wir würden auf die Strasse laufen und unters nächste Auto kommen. Unsere Angst läst uns erst einmal nach rechts und links schauen.
Hinderlich wird Angst in dem Moment wo wir der Angst zuviel Raum gewähren. Wenn wir Angst vor der Angst bekommen. Wir machen uns Gedanken über Dinge die passieren könnten wenn wir dieses oder jenes tun oder noch schlimmer was andere dann tun.
Dann wird Angst wirklich hinderlich.
Akzeptiere erst einmal das deine Angst da ist. Sie warnt dich vor gefährlichen Situationen.
Dann schau dir die Situation an, du kennst bestimmt auch schon die Lösung in dir.
Wenn du zu dir stehst, merkst du welche Kräfte in dir stecken.
Fange an dich selbst zu lieben, dann lieben auch andere dich und es klappt auch mit einem Partner.
So lange du dich selbst ablehnst bzw. dich selbst nicht akzeptierst wirst du keine glückliche Beziehung leben.
Dann lehnst du das ab, das du am sehnlichsten brauchst.
Also schau dir nicht so sehr das Thema Angst an oder das Thema andere Personen, sonder schau auf dich selbst,stell dich vor einem Spiegel und suche erst einmal nach den Dingen die du am meisten magst.
Hast du schon mal die Idee gehabt dir Hilfe zu suchen?
Es gibt sehr viele gute psychologische Beratungsstellen - Vielleicht kann das ja ein Weg für dich sein
lieber Gruß

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