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Angst das mich Trauer noch lange blockiert!!

14. August 2009 um 20:13

Kennt sich jemand mit Trauer aus ????Meine Mutter ist vor vier Jahren an krebs gestorben.
Ich kann das nicht verarbeiten ich bin entweder agressiv müde gefühllos oder total verzweifelt......so als wär ich noch ein viertel meiner selbst.Kann mir jemand helfen?

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16. August 2009 um 22:09

RE
das tut mir sehr leid für dich so ein verlust ist sehr schwer zu überwinden...
aber ich glaube du solltst dich mal mit einem psychologen auseinandersetzen wenn du das selbst nach vier jahren noch nicht verarbeitet hast...
viel glück!
lg

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19. August 2009 um 11:28


Auf jeden Fall musst du dich mit Trauer auseinandersetzen. Wenn du das nicht tust und es einfach verdrängst, nagt es im Unterbewusstsein noch sehr lange an dir. Der Körper verlangt dann automatisch mehr Schlaf, was deine Müdigkeit und wahrscheinlich auch deine Konzentrationsschwäche erklärt. Auch die anderen Gefühle sind typische Erscheinungen der Trauerarbeit. Du darfst und sollst sogar Aggressivität ausleben, aber darauf achten, dass du nicht die Gefühle deiner Mitmenschen verletzt.

Es gibt vier Stadien der Trauerarbeit, damit du deiner verstorbenen Mutter den richtigen Platz in deinem Herzen zuweisen kannst, ohne dass sie zu viel Raum einnimmt.

1) Die Wirklichkeit des Todes begreifen
2) Die Vielfalt der Gefühle durchleben (Schuld, Wut, Traurigkeit,..)
3) Sich an eine neue Umgebung anpassen, in der die Tote fehlt
4) Der Toten einen neuen Platz zuweisen und sich dem eigenen Leben zuwenden

Da ich im engsten Familienkreis einen Suizid erleben musste, las ich selbstständig Bücher über die Trauerarbeit. Das hat mir sehr geholfen.

Gespräche sind meistens gar nicht so einfach zu führen, wie es viele gutgemeinte Ratschläge meinen. In der eigenen Familie werden Gespräche erfahrungsgemäss nach einiger Zeit eher verdrängt oder sie laufen immer die gleiche Richtung. Freunde und Bekannte können meist auch nicht wirklich helfen, wenn sie Trauer nicht auch schon selbst erfahren mussten.

Am besten finde ich Selbsthilfegruppen mit Menschen, die etwas ähnliches erlebt haben. Man sieht neue Blickwinkel und das Schönste ist es, wenn man vom Verlust reden kann und der andere versteht dich wirklich!

Therapie kann auch eine Lösung sein. Aber dazu möchte ich sagen, dass es auch nach vier Jahren normal ist, wenn du am Verlust zu kämpfen hast. Lasse dir nicht einreden, dass etwas nicht normal ist. Die erste Zeit nach dem Tod lebt man noch wie unter eine Glocke und begreift den Tod noch gar nicht richtig. Erst nach und nach kann man mit der persönlichen Trauerarbeit beginnen, am Selbstwertgefühl arbeiten und seinem Leben eine neue Richtung geben.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.

Liebe Grüsse

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