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An was leide ich?

27. Oktober 2013 um 17:42

Hallo zusammen,

ich leide seit etlichen Jahren an unerklärlichen Symptomen, die kein Arzt wirklich erklären oder einer bestimmten Krankheit zuordnen kann. Deswegen hoffe ich, dass vielleicht einer von Euch eine Idee hat oder mir weiterhelfen kann.

Angefangen hat alles etwa 2001. Von heute auf morgen hatte ich plötzlich starke Augenschmerzen, die dann jahrelang angehalten haben. Es war ein Druck von außen auf die Augen und ich musste den ganzen Tag an diesen Schmerz und meine Augen denken und hatte das Gefühl, dass mein Umfeld sehen konnte, dass mit meinen Augen etwas nicht stimmte. Ich hatte das Gefühl zu schielen und dachte ich würde mein Gegenüber im Gespräch anstarren. Diese unerträgliche Augenschmerzen haben bis etwa 2006 angedauert. In dieser Zeit habe ich zum ersten Mal Psychopharmaka (Antidepressivum und Neuroleptikum) bekommen und die Schmerzen wurden deutlich weniger, wobei ich aber bis heute nicht weiß, ob die Schmerzen wirklich durch die Medikamente besser wurden oder durch einen anderen Faktor. 2003 kamen noch andere Symptome dazu.
Mir kam plötzlich alles vor wie im Traum. Ich hatte Angst, dass ich mir alles nur einbilde. Auch las ich in dieser Zeit über die Symptome einer Schizophrenie und hatte plötzlich furchtbare Angst auch an einer Schizophrenie erkrankt zu sein. Ich dachte Dinge zu sehen und zu hören, die nicht real waren. Dabei habe ich mir das immer alles nur eingebildet. Deshalb hat auch jeder Arzt den ich aufgesucht habe ganz klar gesagt, dass ich an keiner Schizophrenie erkrankt wäre. Dieses Einbilden Dinge zu sehen und zu hören ging aber nicht weg. Ich habe mir auch eingebildet dass sich Dinge bewegen und konnte nicht aufhören mir diese Dinge einzubilden.
Dann kam ein weiteres Symptom hinzu - körperliche Missempfindungen. Ich spürte plötzlich meinen Körper so komisch, als ob meine Beine beispielsweise irgendwie durcheinander waren und ich machte mir Gedanken über Dinge, die eigentlich ganz automatisch ablaufen, wie zum Beispiel "Fahrradfahren", "Laufen", etc. was mich noch mehr durcheinander brachte.
Zu dieser Zeit stellte ein Arzt bei mir einen erhöhten Prolaktinwert und ein Prolaktinom fest (über eine CT). Als ein anderer Arzt später noch eine CT gemacht hat, konnte das Prolaktinom jedoch nicht mehr erkannt werden (entweder war es nie da oder es war bei dieser Messung einfach nicht zu erkennen).

Das Hauptproblem waren aber nach einiger Zeit meine Gedanken (und genau das ist auch heute noch so). In meinen schlechten Phasen komm ich gedanklich nicht zur Ruhe. Die Gedanken nehmen Besitz von mir, auch im Schlaf kann ich nicht abschalten. Ich merke den ganzen Tag wie ich denke (der Gedankenprozess an und für sich ist belastend aber auch Gedanken wie "Das wird nie mehr besser", "niemand kann mir helfen", "niemand weiß was ich habe"...), nichts lenkt mich ab und es macht mich einfach nur wahnsinnig.

Mit dem Antidepressivum und dem Neuroleptikum ging es mir dann nach 2006 wieder gut, aber auch nicht auf Dauer. Die Ärzte konnten die ganzen Jahre keine Diagnose stellen, vermutet wurde verschiedenes: Zwangsstörung, Angststörung, ADHS, bipolare Störung, affektive Störung, Zwangsgedanken. Medikamente wie Abilify, Risperdal und Cipralex halfen nur kurzzeitig, wenn überhaupt.

Bis Mai diesen Jahres ging es mir einigermaßen gut und dann hat es wieder angefangen. Innerhalb weniger Tage waren die oben genannten Symptome wieder da, sodass ich nach kurzer Zeit freiwillig in die Psychiatrie gegangen bin. Auch dort waren die Ärzte wieder ratlos und haben es zunächst mit Anafranil und Risperdal versucht, was zu keiner Besserung geführt hat. Auch wurde bei mir eine Tavorabhängigkeit vermutet, da in den schlechten Phasen Tavor das einzige Mittel war und ist, dass mir ein wenig Linderung verschafft. Nach einigen Wochen gab man mir als Experiment den Stimmungsstabilisator "Orfiril" (unter gleichzeitiger Gabe von Diazepam) und es ging mir tatsächlich langsam besser. Auch nachdem Diazepam abgesetzt wurde, ging es mir mit der täglichen Einnahme von Orfilril (1500mg) und Risperdal (2mg) bis vor einigen Tagen richtig gut. Ich dachte ich hätte es endlich überstanden und man hätte mit Orfiril das richtige Medikament gefunden. Vor drei Tagen ging es plötzlich wieder los. Von heute auf morgen waren die Symptome (besitzergreifende Gedanken, Körpermissempfinden, Surrealismus, Einbildungen, keine Ablenkungs- oder Entspannungsmöglichkeiten) wieder da und ich kann mich nicht dagegen wehren.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter und brauche nun Eure Hilfe. Ich habe mir schon überlegt, ob ich vielleicht gar nicht psychisch krank bin, sondern eine hormonelle Störung habe, die meine Psyche beeinflusst (kann das möglicherweise an dem Prolaktinom oder einem anderen Drüsentumor bzw. einer hormonellen Dysregulation liegen?). Was meint Ihr? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen oder Symptome gemacht / gehabt? Habt ihr Tipps für mich oder vielleicht eine Diagnose? Kennt ihr einen guten Arzt bzw. eine Klinik im süddeutschen Raum, die mir helfen könnte(n)?

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28. Oktober 2013 um 11:57

Was wäre...
Vielleicht ist mit dir einfach nichts, vielleicht hast du nur mediale Fähigkeiten und dein Gehirn kann auf eine andere Art und Weise unsere Realität wahrnehmen. Dadurch, dass du so anders bist, bist du vielleicht zu dem Schluss gekommen, dass etwas mit dir nicht stimmt. Jahre lange Diagnosen und die Einnahme von Medikamenten macht die Sache wohl auch nicht einfacher - daher wohl die vielen Gedanken...du hast einfach Angst, weil alles so anders ist und niemand ist da, der dich an die Hand nehmen kann und dir erklären kann, was mit dir los ist.

Ich muss nicht recht habe, es ist aber eine Möglichkeit. Da du medizintechnisch fast schon alles ausprobiert hast, erweitere deinen Horizont. Vielleicht hast du eine Gabe, keine Krankheit.

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