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Alles so hoffnungslos...

12. August 2010 um 17:32

Hallo liebe Leute,

ich habe folgendes Problem: Damals, vor etwa vier Jahren, habe ich meine schulische Laufbahn nach der elften Klasse mit Versetzung in die zwölfte abgebrochen. Ich hatte einfach Angst, es nicht zu schaffen und habe mir außerdem eingeredet, ich würde es ohnehin für meine Zukunft nicht brauchen. Aber nun weiß ich es besser. Heute will ich unbedingt Germanistik studieren, wahrscheinlich auf Lehramt. Aber da das Abitur zwingende Voraussetzung zur Aufnahme in einen solchen Studiengang ist, kann ich dieses Ziel im Augenblick nicht verfolgen.

In der Zwischenzeit habe ich meinen Wehrdienst geleistet, war hier und dort in der Gastronomie und bei Personaldienstleistern beschäftigt, diverse Arbeitslosenzeiten, habe mich dann nach einem Ausbildungsplatz umgesehen und an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (Einstiegsqualifizierung für Jugendliche) teilgenommen, die anschließend hätte in ein Ausbildungsverhältnis münden sollen. Das geschah dann auch, ich war stolze drei Tage Auszubildender und wurde dann, als mein Chef bei seinen Recherchen nach Mitbewerbern seiner Branche auf meinen Blog gestoßen ist, letzte Woche Mittwoch fristlos in der Probezeit gekündigt. In meinem Blog stand unter anderem, dass ich vorhätte nach Abschluss der Ausbildung zu kündigen, mein Abitur an der FOR an meinem Berufskolleg nachzuholen und dann Germanistik an der Uni zu Köln zu studieren. Dass er das so nicht hinnehmen würde, war ja nur allzu klar und so folgte, was folgen musste.

Schon bevor ich an dieser Einstiegsqualifizierung teilgenommen hatte, habe ich versucht, mittels der Abendschule an das langersehnte Abitur zu kommen. Aber in NRW gibt es die Regelung, dass man mindestens drei Jahre Berufserfahrung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können muss, um auf diesem Wege Abitur zu machen. Diese Voraussetzung erfülle ich immer noch nicht und so langsam habe ich auch keine Kraft mehr, weiterzumachen.

Ich bin jetzt 22, ja fast 23 Jahre alt, ich beziehe Leistungen nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (HARTZ IV) und suche gerade nach einem neuen Ausbildungsbetrieb im Einzelhandel, da ich, wenn ich mich nicht täusche, noch eine gewisse Frist von der BS gestellt bekomme, einen neuen Platz zu finden und also weiterhin am Unterricht teilzunehmen. Da gerade aber Ferien sind, kann ich darüber keine sichere Auskunft an der Quelle einholen. Die Berufsberatung sagt "Nein", die IHK "Ja". Was soll ich denn nun glauben. Jedenfalls bewerbe ich mich gerade weiter. Aber wenn ich bedenke, dass ich vor der Einstiegsqualifizierung etwa 150 Bewerbungen abgeschickt habe, dann nur die eine Einladung erhalten habe, die mich dann zum "Erfolg" führte, da wird mir schon jetzt ganz anders...

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich kann das Abitur nicht zu Ende bringen, habe keine Hoffnungen bezüglich eines neuen Ausbildungsplatzes und sonst auch nichts, was mich noch motivieren könnte. Ich vegetieren nur noch vor mich hin und frage mich, warum ich mir nicht schon lange eine Kugel durch den Kopf gejagt habe.

Weiß hier vielleicht jemand einen Rat? Wäre für jedes Wort dankbar.

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13. August 2010 um 1:26

Danke!
Ja, man sollte weitermachen, aber nochmal für Personaldienstleister auf Mülldeponien arbeiten oder Wohnungen für einen Hungerlohn entrümpeln werde ich sicher nicht, um noch an die läpperlichen drei Jahre Berufstätigkeit zu kommen. Vielleicht erhalte ich ja doch noch eine positive Antwort auf meine Bewerbungen und kann dann das Abitur immer noch nach ursprünglichem Plan nachholen oder mache es, wenn zeitlich möglich, neben der Ausbildung durch die Optionen Abendschule oder Fernstudium nach. Letzteres halte ich für unmöglich, da es die Öffnungszeiten im Einzelhandel und folglich die Arbeitszeiten nicht zulassen. Gerade heute habe ich im Internet etwas über die Abendschule erfahren, was mich hoffen lässt. Offenbar kann dies auch, da ich Fachoberschulreife habe und drei Fremdsprachen gelernt habe, mit nur zwei Jahren Berufserfahrung ermöglicht werden. Wenn das kein alter Schinken war, dann werde ich mich am 01. September dort anmelden können. Allerdings habe ich auch von langen Wartelisten gehört... Sollte ich dann dort die Schulbank drücken dürfen, dann werde ich morgens beim DRK arbeiten, damit ich auch etwas fürs Gemeinwohl tun kann. Das ist mir schon wichtig, ich komme mir so nutzlos vor. Wenn ich dann auf dieser Schule wäre... Wow, das wäre ein reines Vergnügen für mich, denn mittlerweile habe ich die Autodidaktik für mich als Hobby entdeckt .

An alle, die den vorzeitigen Abbruch ihrer schulischen Laufbahn in Erwägung ziehen: Scheißt auf die Langeweile, scheißt auf den Schwierigkeitsgrad, macht es einfach. Denn ein schlechtes Zeugnis, mit dem ihr besteht, ist immer noch besser als gar keins. Schulbildung ist ein Geschenk, und das sind keine leeren Worte. Auf dem ersten Bildungsweg mag euch das selbstverständlich erscheinen, aber das ist es nicht. Wenn ihr es einmal abbrecht, wird es nur schwerer, ihr werdet älter und je älter ihr werdet, desto schlimmer wird es.

DURCHZIEHEN!!!

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13. August 2010 um 2:58

Hallo,
1. Gib dem "Feind" nie Futter. 2. Endlich mal jemand mit einem vernünfigen Problem. 3. Handle das nächste Mal klüger!!!
Die Regel gilt in sämtlichen Bundesländern, doch wird das teilweise unterschiedlich gehandhabt
Aber in NRW gibt es die Regelung, dass man mindestens drei Jahre Berufserfahrung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können muss, um auf diesem Wege Abitur zu machen.
Ich habe mein Abi in Berlin auf einem Tages-Kolleg absolviert und das ging für mich sehr gut aus.
Allerdings habe ich vorher eine vollwertige Ausbildung absolviert.
So, ich habe gerade meine Unterlagen betreffs "meines" Kollegs herausgekramt und da kam heraus:



So,wenn die IHK ja sagt, dann quetsch die aus, wie die das meinten und bleib solange am Ball, bis du sicher bist ob es geht oder nicht.
Erkundige dich in den Bundesländern wie das jeweils gehandhabt wird, manchmal geht etwas in einem Land doch was, wenn man die Ämter solange nervt bis sie aufgeben.
Wenn ich so lese wie scharf du auf das Abi bist, kommt mir das gerade auch zu gute.

"Aufnahmevoraussetzungen":
Bei Beginn der Einführungsphase müssen Sie mindestens 19 Jahre alt sein und mindestens einen Hauptschulabschluss nachweisen können.
Außerdem werden eine abgeschschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens dreijährige geregelte Berufsausbildung vorausgesetzt. Kindererziehung oder die Pflege einer pflegebedürftigen Person sind der Berufstätigkeit gleichgestellt. Eine durch das Arbeitsamt bescheinigte Arbeitslosigkeit sind der Berufstätigkeit kann BIS zu einem Jahr angerechnet werden.
Ebenso werden Wehr- oder Wehrersatzdienst, ein amtlich anerkanntes Freiwilliges Soziales Jahr oder eine einjährige Tätigkeit als Entwicklungshelfer anerkannt. Können Sie keine der genannten Tätigkeiten vorweisen, so können Sie unter besonderen Umständen die Aufnahme als Härtefall beantragen."
Ich schlage vor, dass du dich an ein Kolleg wendest, die haben die aktuelle Situation besser übersehen.
Ich wünsche dir guten Erfolg bei deinen Wünschen.
UND: Nicht aufgeben

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14. August 2010 um 0:36
In Antwort auf glenn_12064366

Danke!
Ja, man sollte weitermachen, aber nochmal für Personaldienstleister auf Mülldeponien arbeiten oder Wohnungen für einen Hungerlohn entrümpeln werde ich sicher nicht, um noch an die läpperlichen drei Jahre Berufstätigkeit zu kommen. Vielleicht erhalte ich ja doch noch eine positive Antwort auf meine Bewerbungen und kann dann das Abitur immer noch nach ursprünglichem Plan nachholen oder mache es, wenn zeitlich möglich, neben der Ausbildung durch die Optionen Abendschule oder Fernstudium nach. Letzteres halte ich für unmöglich, da es die Öffnungszeiten im Einzelhandel und folglich die Arbeitszeiten nicht zulassen. Gerade heute habe ich im Internet etwas über die Abendschule erfahren, was mich hoffen lässt. Offenbar kann dies auch, da ich Fachoberschulreife habe und drei Fremdsprachen gelernt habe, mit nur zwei Jahren Berufserfahrung ermöglicht werden. Wenn das kein alter Schinken war, dann werde ich mich am 01. September dort anmelden können. Allerdings habe ich auch von langen Wartelisten gehört... Sollte ich dann dort die Schulbank drücken dürfen, dann werde ich morgens beim DRK arbeiten, damit ich auch etwas fürs Gemeinwohl tun kann. Das ist mir schon wichtig, ich komme mir so nutzlos vor. Wenn ich dann auf dieser Schule wäre... Wow, das wäre ein reines Vergnügen für mich, denn mittlerweile habe ich die Autodidaktik für mich als Hobby entdeckt .

An alle, die den vorzeitigen Abbruch ihrer schulischen Laufbahn in Erwägung ziehen: Scheißt auf die Langeweile, scheißt auf den Schwierigkeitsgrad, macht es einfach. Denn ein schlechtes Zeugnis, mit dem ihr besteht, ist immer noch besser als gar keins. Schulbildung ist ein Geschenk, und das sind keine leeren Worte. Auf dem ersten Bildungsweg mag euch das selbstverständlich erscheinen, aber das ist es nicht. Wenn ihr es einmal abbrecht, wird es nur schwerer, ihr werdet älter und je älter ihr werdet, desto schlimmer wird es.

DURCHZIEHEN!!!

Hallo,
Gestern war ich wohl schon etwas müde.

Doch ich habe in meinen Unterlagen zum Kolleg für Erwachsenenbildung noch mal reingeschaut und wie schon Gestern folgendes gefunden.

"Aufnahmevoraussetzungen":
Bei Beginn der Einführungsphase müssen Sie mindestens 19 Jahre alt sein und mindestens einen Hauptschulabschluss nachweisen können.
Außerdem werden eine abgeschschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens dreijährige geregelte Berufsausbildung vorausgesetzt. Kindererziehung oder die Pflege einer pflegebedürftigen Person sind der Berufstätigkeit gleichgestellt. Eine durch das Arbeitsamt bescheinigte Arbeitslosigkeit sind der Berufstätigkeit kann BIS zu einem Jahr angerechnet werden.
Ebenso werden Wehr- oder Wehrersatzdienst, ein amtlich anerkanntes Freiwilliges Soziales Jahr oder eine einjährige Tätigkeit als Entwicklungshelfer anerkannt. Können Sie keine der genannten Tätigkeiten vorweisen, so können Sie unter besonderen Umständen die Aufnahme als Härtefall beantragen."

Ich weiße ja nicht ob du die Bedingungen verstanden hast, doch möglicherweise trifft ja eine der Möglichkeiten auf dich zu. Wenn dem so ist, kannst du zum nächstmöglichen Zeitpunkt in ein Kolleg eintreten.
Und zumindest in Berlin bekommt man als Kollegiat ein Stipendium von ungefähr 400,- Euro.
LG

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16. August 2010 um 4:44
In Antwort auf alte_12534643

Hallo,
Gestern war ich wohl schon etwas müde.

Doch ich habe in meinen Unterlagen zum Kolleg für Erwachsenenbildung noch mal reingeschaut und wie schon Gestern folgendes gefunden.

"Aufnahmevoraussetzungen":
Bei Beginn der Einführungsphase müssen Sie mindestens 19 Jahre alt sein und mindestens einen Hauptschulabschluss nachweisen können.
Außerdem werden eine abgeschschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens dreijährige geregelte Berufsausbildung vorausgesetzt. Kindererziehung oder die Pflege einer pflegebedürftigen Person sind der Berufstätigkeit gleichgestellt. Eine durch das Arbeitsamt bescheinigte Arbeitslosigkeit sind der Berufstätigkeit kann BIS zu einem Jahr angerechnet werden.
Ebenso werden Wehr- oder Wehrersatzdienst, ein amtlich anerkanntes Freiwilliges Soziales Jahr oder eine einjährige Tätigkeit als Entwicklungshelfer anerkannt. Können Sie keine der genannten Tätigkeiten vorweisen, so können Sie unter besonderen Umständen die Aufnahme als Härtefall beantragen."

Ich weiße ja nicht ob du die Bedingungen verstanden hast, doch möglicherweise trifft ja eine der Möglichkeiten auf dich zu. Wenn dem so ist, kannst du zum nächstmöglichen Zeitpunkt in ein Kolleg eintreten.
Und zumindest in Berlin bekommt man als Kollegiat ein Stipendium von ungefähr 400,- Euro.
LG

Deine antworten habe ich gelesen.
Danke, dass du so bereitwillig nach Informationen geforscht hast, das hätte ich nicht erwartet.

Ja, die Voraussetzungen habe ich verstanden, im Grunde ist es dasselbe, was ich selbst bislang in Erfahrung bringen konnte. Aber das Kultusministerium teilte mir mit, dass auch Zeiten des Empfanges von ALG II angerechnet werden können, womit ich die dreijährige "Berufserfahrung" dann doch noch zusammenkratzen könnte.

Was mir allerdings Sorgen macht, ist das BaföG, welches nur bei der Erstausbildung geleistet werden kann. Da ich im Zuge des zweiten Bildungsweges keinen Anspruch auf eine Fortzahlung von ALG II habe, werde ich BaföG beantragen müssen. Aber kann BaföG dann auch für das Erststudium aufgebracht werden? C'est la question...

Trotzdem danke. Ich werde diese Diskussion weiterhin verfolgen, falls du noch gewillt bist, weiter mit mir Konversation zu machen.


LG

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