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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Alles belassen oder doch die Radikaländerung??

Letzte Nachricht: 24. Juni 2012 um 21:52
A
alyson_12058707
12.05.12 um 21:26

Hallo Zusammen,
ich möchte euch gerne meine derzeitige Lebenssituation erzählen und hätte gerne eine Rück-meldung von euch, um mich richtig entscheiden zu können. Mich belastet derzeit folgende Situation:
Ich habe festgestellt, dass sich mein Leben in eine Richtung entwickelt hat, das ich nie so füh-ren wollte, wie ich es nun tue. Ich habe festgestellt, dass ich zur Zeit viel negativen Ballast mit mir mitführe, der mir das Leben nicht mehr lebensfähig macht. Das äußert sich darin, dass ich meinen Sinn im Leben und die Lebenslust verloren habe.
Mein Job: Ich habe seit 5 Monaten einen Job, der mir seit Anfang an keinen Spaß macht und ich seit der ersten Minute an gemobbt werde und bei dem mir von Anfang an das Gefühl ge-geben wurde, dass ich dort nicht erwünscht bin. Es wird viel psychischer Druck ausgeübt und ich hatte in den letzten Monaten sehr viele Nervenzusammenbrüche, die sich darin gezeigt haben, dass ich Heulkrämpfe bekomme, sobald ich an meine Arbeit denke. Mittlerweile weine ich 2-3mal die Woche. Ich habe mich sogar schon krankschreiben müssen, weil die Belastung durch meine Arbeitskollegen und die Arbeitsatmosphäre mich so fertig gemacht haben. Ich bin extrem unglücklich. Aus diesen Gründen habe ich mich für einen neuen Job beworben, aber ich finde nichts Neues. Das ist sehr frustrierend, da ich jeden Tag immer mehr verzweife-le. Ich möchte so schnell wie möglich dort weg. Nur die Alternative zu diesem Job ist bei so-fortiger Eigenkündigung Arbeitslosengeld.
Eine andere Sache belastet mich aber auch: meine Mutter. Sie ist komplett auf ihr eigenes Leben und ihre Probleme fokussiert. Sie nimmt keine Rücksicht auf mich und dass ich auch meine Sorgen habe. Sie ruft mitten in der Nacht an, obwohl sie weiß, dass ich währenddessen schon schlafe (muss ja morgens wegen meiner Arbeit früh raus). Sie erzählt mir Sachen, die mich nicht interessieren und sie macht jedes Jahr dieselben Fehler. Wenn ich mich mit ihr treffe, ist es eher ein Monolog, den sie führt, da eine Rückmeldung von mir sie nicht interes-siert. Sie achtet sehr darauf, was andere Menschen von ihr denken und sie ist psychisch sehr labil und braucht sozialen Halt, den sie leider nur bei mir hat. Sie hatte einmal viele Freunde, die sie aber alle verloren hat durch ihre Art, wie sie zu mir ist.
Mein Freund: Ich weiß nicht, ob er der Richtige für mich ist. Eigentlich sind wir uns sehr ähn-lich, aber es gibt immer mehr Dinge, die mich an ihn stören, weil er andere Ansichten und Einstellungen hat. Er ist ausländerfeindlich, während ich anderen Kulturen sehr aufgeschlos-sen bin. Er fühlt sich als etwas besseres, weil er studiert hat. Ich währenddessen komme von ganz unten und sehe jeden Mensch als gleich bzw. habe keine Vorurteile bzw. verurteile kei-nen Menschen, nur weil er nicht studiert hat und tituliere ihn als dumm. Nun ist es aber so: Wir wollen dieses Jahr zusammenziehen, nächstes Jahr heiraten und in 3-5 Jahren unser erstes Kind bekommen. Später kommen Haus, Hund und Garten hinzu, also der klassische Le-bensweg. Mein Problem ist: Ich weiß nicht, ob ich das will. Ich finde die Vorstellung schon schön, die Sicherheit zu haben, da ist eine Familie, die mich braucht und etwas zusammen aufgebaut zu haben. ABER: ich weiß nicht, ob es nicht Zeit für mich ist, nicht den einfachen Weg zu gehen, sondern eher den schwierigen.

Aus diesen Gründen habe ich entschieden, mein Leben vollkommen zu ändern. Ich habe vor, nach Berlin (ich wohne in NRW) zu ziehen und dort einen Neuanfang anzufangen. Dabei las-se ich allen negativen Ballast zurück: meinen Job, meine Mutter und meinen Freund. Ich möchte gerne Anders leben. Ich habe Angst, mit 80 Jahren auf mein Leben zurückzublicken und festzustellen, dass ich mein eigenes Leben nicht gelebt oder nur zum Teil gelebt habe. Ich denke, in einer Beziehung gibt es eben ein WIR und dadurch muss ein Teil ICH zurückste-cken, aber wie viel?? Ich denke, es gibt im Moment eher nur noch WIR und ICH ist irgendwie abgestorben. Meinen derzeitigen Job zu kündigen und mich von meiner Mutter trennen, indem ich den Kontakt mit ihr breche, sind eher weniger das Problem. Mein Freund ist das Problem: Ich bringe es nicht übers Herz, ihn zu verlassen, weil ich weiß, dass er dann sehr verletzt sein wird. Er hatte in seiner Vergangenheit nur Probleme mit Frauen gehabt.

Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden soll:
1. Alles so belassen, wie es ist, weil das Leben kein Wunschkonzert ist. Zähne zusammenbei-ßen und den einfachen Weg gehen oder
2. eine Radikaländerung, allen unnötigen Mist zu eliminieren und ab nach Berlin und doch das Leben als Wunschkonzert gestalten???

Wie würdet ihr entscheiden, wenn ihr in der Situation wärt?

Liebe Grüße und vielen Dank

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E
elli_12372429
22.05.12 um 14:12


Nun will ich mal versuchen mich in deine Lage zu versetzen und die meine Sicht der Dinge zu schildern...
Ich glaube, der Ausweg Berlin wäre nur eine Flucht. Vor was du genau flüchten willst, kann ich nicht genau sagen.
wenn du dich von deiner mutter distanzieren willst, dann tu es! wenn du die arbeit ändern willst, dann tu es! und wenn du deine beziehung verändern willst, dann tu es! aber berlin ist auch kein paradis. ich zweifle daran, dass allein die flucht nach berlin deine probleme löst!!!

bewirb dich immer wieder in anderen firmen. vielleicht können dir das arbeitsamt oder private arbeitsvermittler (die kosten zwar, helfen aber) dabei helfen! vielleicht solltest du aber auch darüber nachdenken, vielleicht ganz die branche zu wechseln und eine erneute ausbildung zu starten. wäre auf jeden fall eine möglichkeit, wenn man in deiner branche schlechte karten auf dem arbeitsmarkt hat!
wenn dich deine mutter erdrückt, dann entferne dich (vielleicht auch nur auf zeit) von ihr. ich habe dies auch getan, weil es mir ähnlich erging. ich habe ihr in einem brief alles unverblümt mitgeteilt, was mich stört. wir hatten ein halbes jahr absolut keinen kontakt. mittlerweile sind wir soweit, dass wir uns normal unterhalten, aber nichts intensiveres mehr. vielleicht würde dir das auch helfen!?!
"es gibt gründe, warum es menschen aus deiner vergangenheit nicht in deine zukunft schaffen!"
das gleiche gilt für deinen freund! wenn du nicht glücklich bist, dann wäre ein erster schritt mit ihm zu sprechen. vielleicht könnt ihr gemeinsam an eurer beziehung arbeiten. allein an meinungsverschiedenheiten kann es nicht liegen, denn jemanden, der alle ansichten mit dir gleichermaßen teilt, wirst du nicht finden, es is eben jeder einzigartig! wenn es trotz arbeit an der beziehung keine besserung gibt, dann trenn dich. eine trennung ist nie schön! klar is er traurig und auch dir wird es nicht einfach so egal sein, denn man GEWÖHNT sich ja auch aneinander!

ich hoffe dir ein wenig helfen zu können, aber wie gesagt, den ausweg in einer flucht zu sehen, halte ich für verkehrt. man kann seine unbearbeitete vergangenheit nich einfach hinter sich lassen. die holt einen sonst immer wieder ein, dann arbeite lieber gleich alles auf!

viel erfolg dabei!
lg!!!

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B
beata_11852901
24.06.12 um 21:52

Hey
Also ich kann nur sagen hut ab dass du dich traust alles hinter dir zu lassen und einen neuanfang in berlin starten willst! Kann dir nur den rat geben dich in berlin zu bewerben und solltest du einen job finden dann zieh das durch! Du kannst dich dann im nachhinein (wenn du einen job gefunden hast und er damit nicht klar kommt) immernoch von deinem freund trennen, spätestens wenn du ihm von deinem jobangebot aus berlin erzählst! Er sieht doch dass du unter deinem jetzigen job leidest also sollte er dich in deinem vorhaben unterstützen! Ich drück dir die daumen dass es klappt, mach dein ding, denk an dich! Dann machst du dir auch später keine vorwürfe es nicht gewagt zu haben! Lg

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