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Alkoholiker als Partner

27. September 2005 um 21:30 Letzte Antwort: 29. September 2005 um 10:58

Es ist ein ewiges vertuschen vor den anderen Familienmitgliedern, ein ständiges Lügen für den Partner und dabei vergesse ich ganz wie es mir dabei eigentlich geht! Das warten bis er aus der Kneipe kommt, die Sorgen über die Zukunft, die Sorgen um seine Gesundheit, und die Angst dass es irgendwann alles raus kommmt und man mich fragen wird, warum ich denn noch bei ihm bleibe, und nicht einfach meine Sachen packe! Ehrlich gesagt wissen tu ich es selbst nicht genau. Vielleicht ist es die Angst vorm Alleinsein oder einfach nur die Tatsache dass wir auch so viele schöne Stunden verbracht haben, die ich nicht missen möchte.
Es ist schwer für mich das zu bewältigen und würde gerne wissen wie es anderen Frauen dabei geht.

Danke

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27. September 2005 um 23:42

Er kann sich nur selbst helfen
Wenn du euch beiden einen Gefallen tun willst, dann hör auf ihn zu decken!!! Ich weiss, dass man schnell dazu neigt, aber es ist im Endeffekt genau das falsche. Das, was du durchmachst nennt man Co-Abhängigkeit. Du wirst daran kaputt gehen. Zeig deinem Partner knallhart, dass du mit seiner Sucht nicht einverstanden bist. Glaub mir. Habe zwar keinen alkoholabhängigen Partner gehabt, hatte aber so unmittelbar damit zu tun. Dadurch, dass du versuchst seinen Alkoholismus zu verstuschen ziehst du seine Abhängigkeit im schlimmsten Fall noch künstlich in die Länge.

Wenn er richtig abhängig ist, dann muss er entweder von selbst den Willen haben einen Entzug zu machen, oder er muss so tief sinken und so richtig "auf die Schnauze fallen", dass er dann den Willen hat einen Entzug zu machen (Freunde verlieren, Job verlieren...). Wenn du ihn deckst, verzögerst du diesen Zeitpunkt künstlich.

Habe Alkoholismus selbst im engsten Familienkreis über Jahre mitgemacht. So lange, bis ich selbst gesundheitlich fast daran kaputt gegangen wäre. Erst seit ich den Kontakt zu der Person komplett abgebrochen habe geht es mir wieder besser. Das war alles andere als einfach. Was ich auch erst lernen musste, war mir selbst keine, absolut unberechtigten, Schuldgefühle einzureden (Hätte ich früher etwas tun können/ müssen? Hätte ich die Sucht verhindern können? War es richtig den Kontakt abzubrechen?...).

Ein Alkoholiker kann sich nur selbst helfen und ist selbst verantwortlich für seine Sucht. Wenn man Probleme hat, muss man nicht von irgendetwas abhängig werden. Es gibt genug Möglichkeiten Hilfe zu bekommen.

Ich wirklich hoffe für dich, dass dein Partner bereit ist seine Sucht zu bekämpfen. Wenn nicht, zieh einen Schlußstrich unter die Beziehung. Auch wenn es schwer ist, du wirst an seiner Sucht zu Grunde gehen. Geh, bevor es dich zu sehr kaputt macht. Es gibt Selbsthilfegruppen für Angehörige von Alkoholikern. Vielleicht würde dir das helfen.

Ich wünsche dir alles, alles gute.
Miriam

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28. September 2005 um 20:35
In Antwort auf runa_12074494

Er kann sich nur selbst helfen
Wenn du euch beiden einen Gefallen tun willst, dann hör auf ihn zu decken!!! Ich weiss, dass man schnell dazu neigt, aber es ist im Endeffekt genau das falsche. Das, was du durchmachst nennt man Co-Abhängigkeit. Du wirst daran kaputt gehen. Zeig deinem Partner knallhart, dass du mit seiner Sucht nicht einverstanden bist. Glaub mir. Habe zwar keinen alkoholabhängigen Partner gehabt, hatte aber so unmittelbar damit zu tun. Dadurch, dass du versuchst seinen Alkoholismus zu verstuschen ziehst du seine Abhängigkeit im schlimmsten Fall noch künstlich in die Länge.

Wenn er richtig abhängig ist, dann muss er entweder von selbst den Willen haben einen Entzug zu machen, oder er muss so tief sinken und so richtig "auf die Schnauze fallen", dass er dann den Willen hat einen Entzug zu machen (Freunde verlieren, Job verlieren...). Wenn du ihn deckst, verzögerst du diesen Zeitpunkt künstlich.

Habe Alkoholismus selbst im engsten Familienkreis über Jahre mitgemacht. So lange, bis ich selbst gesundheitlich fast daran kaputt gegangen wäre. Erst seit ich den Kontakt zu der Person komplett abgebrochen habe geht es mir wieder besser. Das war alles andere als einfach. Was ich auch erst lernen musste, war mir selbst keine, absolut unberechtigten, Schuldgefühle einzureden (Hätte ich früher etwas tun können/ müssen? Hätte ich die Sucht verhindern können? War es richtig den Kontakt abzubrechen?...).

Ein Alkoholiker kann sich nur selbst helfen und ist selbst verantwortlich für seine Sucht. Wenn man Probleme hat, muss man nicht von irgendetwas abhängig werden. Es gibt genug Möglichkeiten Hilfe zu bekommen.

Ich wirklich hoffe für dich, dass dein Partner bereit ist seine Sucht zu bekämpfen. Wenn nicht, zieh einen Schlußstrich unter die Beziehung. Auch wenn es schwer ist, du wirst an seiner Sucht zu Grunde gehen. Geh, bevor es dich zu sehr kaputt macht. Es gibt Selbsthilfegruppen für Angehörige von Alkoholikern. Vielleicht würde dir das helfen.

Ich wünsche dir alles, alles gute.
Miriam

Hatten wir alles schon
Danke Miriam aber er hat bereits eine Entziehungskur hinter sich und es nicht geschafft. Das Problem ist wohl dass ich schon als Kind mit Alkoholikern zusammen war ( VAter und MUtter) d.h. dass ich es wohl tief in mir trage diesen Menschen helfen zu wollen. Noch dazu liebe ich ihn zu sehr um sagen zu können " Ich gehe". Es gibt auch einige TAge an denen er nicht viel oder gar nichts trinkt, da ist es so schön mit ihm und desshalb werde ich nicht gehen. WAs mich auch verwundert, er ist nach knapp 7 Jahren Alkoholkonsum körperlich nicht abhängig d.h. keine Entzugserscheinungen. Bei ihm spielt sich das im Kopf ab. Er bekennt sich sogar selbst und würde auch aufhören wollen, nur irgendwie ist der Wille nicht 100% da. Ich hoffe und träume dann halt noch weiter.

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29. September 2005 um 10:58
In Antwort auf maggipassau

Hatten wir alles schon
Danke Miriam aber er hat bereits eine Entziehungskur hinter sich und es nicht geschafft. Das Problem ist wohl dass ich schon als Kind mit Alkoholikern zusammen war ( VAter und MUtter) d.h. dass ich es wohl tief in mir trage diesen Menschen helfen zu wollen. Noch dazu liebe ich ihn zu sehr um sagen zu können " Ich gehe". Es gibt auch einige TAge an denen er nicht viel oder gar nichts trinkt, da ist es so schön mit ihm und desshalb werde ich nicht gehen. WAs mich auch verwundert, er ist nach knapp 7 Jahren Alkoholkonsum körperlich nicht abhängig d.h. keine Entzugserscheinungen. Bei ihm spielt sich das im Kopf ab. Er bekennt sich sogar selbst und würde auch aufhören wollen, nur irgendwie ist der Wille nicht 100% da. Ich hoffe und träume dann halt noch weiter.

Leidensdruck
hallo maggi,

da deine entscheidungen wie es weiter gehen soll bei euch schon feststehen frage ich mich gerade, wozu du dieses post ins forum gestellt hast?
alle, die das schon durchgemacht haben, was du noch vor dir hast werden dir dazu raten, deinen mann vor die wahl zu stellen, entziehung oder verlassen.
es kommt dabei übrigens nicht darauf an, dass du hart ihm gegenüber bist, das schaffst du nur wenn du hart dir gegenüber bist.
in sofern hast du ein ähnlich gelagertes problem wie dein mann.

da dein leidensdruck offensichtlich noch nicht stark genug ist wünsche ich dir die kraft, auszusteigen, ehe du schaden nimmst.

manndel

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