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Aktive Sterbehilfe

24. Mai 2005 um 20:21

Hallo zusammen,

ich möchte mal eure Meinung zur "aktiven Sterbehilfe" wissen. Haltet ihr es für richtig, dass aktive Sterbehilfe verboten ist? Ich möchte dieses Thema aber losgelöst von religiösen Überzeugungen sehen, betrachtet es bitte rein von der menschlichen Seite!

Warum wird in den Gesetzen so ein großer Unterschied zwischen Tier und Mensch gemacht, das will mir nicht in den Sinn? Wenn ein Tier krank oder verletzt ist und keine Aussicht auf Rettung bzw. Genesung besteht, dann sagt man "das Tier soll nicht länger leiden müssen" und gibt ihm die Giftspritze. Beim Menschen, der unheilbar krank und dem Tode geweiht ist und unter starken Schmerzen leidet, billigt man seit neuestem allenfalls "passive Sterbehilfe" zu. Man gibt ihm starke Schmerzmittel, damit er nicht unnötig leidet und ist so gütig, das Leben nicht künstlich zu verlängern (Apparatemedizin). Trotzdem nimmt man in Kauf, dass der Todkranke noch wochenlang dahinsiecht! Wo bleibt da die menschliche Würde?

Ist es human und würdevoll, wenn Kranke, die nicht mehr in der Lage mit einem zu kommunizieren, die nicht mehr am Leben teilhaben können, weder fernsehen noch lesen, noch sprechen können, ja garnichts mehr können, weiterleben müssen? Ist das menschlich? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen die so krank werden es jemals befürworten würden so weiterleben zu müssen.

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30. Mai 2005 um 11:29

Würdevoll ...
Hallo Ayuma,

erstmal danke für deinen Beitrag!

Du hast natürlich Recht, dass nach unserer Gesetzgebung Tiere als Sachen angesehen werden. Aber ist es nicht merkwürdig, dass Sachen somit menschlicher behandelt werden als Menschen? Ist es etwa unmenschlich einem Lebewesen, ob Mensch oder Tier, Schmerzen und Leiden zu ersparen?? Was kann man dagegen tun, dass so unterschiedlich verfahren wird? Ganz einfach, es muß eine andere Gesetzgebung her, die im Einzelfall auch eine aktive Sterbehilfe zuläßt!!! Die Holländer sind uns in dieser Hinsicht einen ganz großen Schritt voraus.

Dein Beispiel mit den Komapatienten finde ich gut. Da bin ich auch nicht dafür, einfach die Geräte abzuschalten. Es kommt immer auf den Einzelfall an, so muß man differenzieren. Bei einem Komapatienten der schon mehrere Jahre nicht mehr aufgewacht ist und bei dem man nachweislich schwere Hirnschädigungen feststellt, wäre ich dafür die Apparate abzuschalten. Warum haben alle Leute Angst davor, Entscheidungen zu treffen??

LG

Smaragdwald

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30. Mai 2005 um 15:47

Aktive Sterbehilfe
ist ein heikles Thema. Wer will schon entscheiden, wann ein Leben lebenswert ist und wann nicht. Noch schwerer wird es, wenn die betreffende Person sich nicht mehr äußern kann.

Leider muss hier alles mit Gesetzten geregelt werden. Nach Gewissen fragt keiner. Aber Tod oder Leben kann man nicht in Gesetze zwingen. Der Tod gehört zum Leben von der 1. Minuta an. Die moderne Medizin ist so weit fortgeschritten, dass wie dies manchmal vergessen und denken, wir könnten den Tod überlisten. Wenn jemand unheilbar krank ist und nur noch durch Maschinen lebensfähig, währe ein einfaches Abschalten der Geräte menschlich. Aber wie definiert man unheilbar? Natürlich kann man ein Schriftstück verfassen, wie im Falle einer so schlimmen Erkrankung verfahren werden soll, das sichert leider nicht, dass dies so anerkannt wird. Tiere leben, überleben und sterben. Dem Mensch ist dummerweise die Hoffnung mit der Befähigung zum Denken mitgegeben worden. Diese Hoffnung läßt uns oft übersehen, dass der Tod manchmal sehr viel humaner ist als das Leben.

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16. Juli 2005 um 12:33

In dieser situation war
ich schon einmal. meine mutter hatte knochenkrebs und selbst das morphium und die ganzen schmerzmittel halfen ihr nicht mehr. wenn ich mit ihr telefonierte, dann war sie vor schmerzen oft nur noch am keuchen. als sie mich dann weinend fragte, was sie denn nur tun solle, da fing ich an, über sterbehilfe nachzudenken. ich bereue es bis heute, dass ich nicht den mut hatte und sie erlöst habe.

ich sehe es wie du, mit menschlicher würde hat es nichts mehr zu tun, einen menschen jämmerlich leiden zu lassen, obwohl fest steht, dass er sterben wird. tiere werden da sehr viel humaner behandelt. jeder mensch sollte das recht haben, in einer derartigen situation aktive sterbehilfe einfordern zu dürfen.

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9. Mai 2006 um 19:51

Ich würde gerne mehr ansichten hören
Hallo??

Nur so wenig Resonanz hätte ich nicht erwartet! Wie steht ihr zur aktiven Sterbehilfe? Wie fändet ihr es, wenn ihr so schwer krank wärt, Schmerzen ohne Ende hättet und genau wüsstet, ihr müsstest unter Schmerzen noch so lange leben bis euch der Tod erlöst??? Wäret ihr nicht froh, wenn ihr noch in Würde sterben könntet, bevor die Krankheit euch zu wehrlosen Wesen macht und ihr warten müsstet, bis euer kraftloser Körper endgültig geschlagen aufgibt??

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26. November 2007 um 12:26

Ich finde es nicht gut
Hallo zusammen,
also meine Meinung zru aktiven Sterbehilfe: Irgendwie ist das doch nicht gerecht. Ich mein man kann doch nicht einfach über ein Leben eines Menschen bestimmen. Wir machen in der Schule auch grad ne PowerPoint Präsentation über das Thema Sterbehilfe und deswegen beschäftige ich mich sehr intensiv damit. Ich mein wenn man einmal über das Leben eines anderen Menschen bestimmt ist das eigentlich Tötung. Das ist doch nicht fair. Ja klar, man würde damit den Leidenden befreien von den Schmerzen aber meint ihr nicht, man hätte dann ein schlechtes Gewissen? Sicher würde man sich dann selbst Vorwürfe machen und irgendwann würde es zum Selbstmord führen...Das ist doch nicht richtig. Bei Tieren is das ja genau das Selbe. Man tötet ein Tier doch entweder um es zu schlachten oder um es von Schmerzen zu erlösen. Ich finde es auch nicht richtig, wenn Menschen, deren Leben eigentlich schon vorbei ist noch wochenlang dahinsiechen....Wie ist eure Meinung dazu?

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20. März 2008 um 23:57

Gutes Thema
ich finde das es keinem etwas angeht, wann, wie und warum ein Mensch sein leben beenden möchte. Wenn ein Mensch totkrank ist, wie diese Chantall zB ohne aussicht auf Heilung oder zumindest Besserung, dann sollte dieser Mensch auch sterben dürfen.

Ich finde aber auch das kein Arzt oder Angehöriger zur Sterbehilfe gezwungen werden darf. Sterbehilfe ist etwas womit der Helfende, sein Leben lang fertig werden muss und das dürfte nicht jeder können.
Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch sein ableben selbst bestimmen dürfen. Ähnlich wie eine patientenverfügung müsste auch das irgendwo hinterlegt werden.

Laut gesetz sind Tiere eine sache, doch wissen wir es nicht besser? Ein Tier ist ein Lebewesen, aber keinem Tier würden wir diese schmerzen, das leid was damit auf beiden seiten verbunden ist, zumuten.

Ich selbst weis wovon ich spreche, ich musste 2 meiner Kinder begleiten und letztes Jahr starb mein Schwiegervater.
Schön wäre es wenn dieses Thema an uns vorbeigänge und niemand für sich entscheiden muss " tu ichs oder tu ichs nicht"

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22. April 2008 um 7:56

Meine Mutter
Hallo dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum und es tut so weh!
Seit Anfang Febr. weiss ich das meine Mutter Krebs Stufe 4 hat.
Sie ist erst 42 Jahre alt und hat mit mir 4 Kinder.
Seit ein paar Tagen weiss ich, dass Sie ganz langsam und mit voller schmerz sterben muss.
Leider bekommen die Ärzte sie nicht schmerz frei.
Der zustand kann sich unter umständen Wochen hinziehen, daher bin ich für die Sterbehilfe, weil es wie für meine Mutter keine Hilfe mehr gibt!

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5. Juni 2008 um 6:16

Holland!?
zur aktiven Sterbehilfe fällt mir nur das Beispiel Holland ein.
Dort ist die aktive Sterbehilfe erlaubt.
ABER:
es stimmt mich sehr bedenklich, wenn ich mitbekomme, dass dort die Angehörigen emotionalen und sozialen Druck auf ihre alten Verwandten ausüben ("Oma, du bist jetzt 90 Jahre alt, bist ein Pflegefall, kostest Geld. Du hast doch nichts mehr vom Leben")
Oder das Behinderte Kinder und Jugendliche durch aktive Sterbehilfe "entsorgt" werden.
Sie können sich ja nicht dagegen wehren...
Ganz abgesehen von den vielen "illegalen" aktiven Sterbehilfen.
Wer prüft nach, ob wirklich der Verstorbene mit seiner eigenen Unterschrift der aktiven Sterbehilfe zugestimmt hat.

Für mich ist HOlland ein schockierendes Beispiel, wie aktive Sterbehilfe wird. Soviel Überprüfung und Sicherheit kann man in ein entsprechendes Gesetz gar nicht einbauen.

Besser ist es doch, die Palliativmedizin weiter auszubauen, und jedem Menschen ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Schmerzfrei.

Aber im Bereich Palliativmedizin ist Deutschland noch absolutes Entwicklungsland.

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8. Juli 2008 um 15:03

Wir haben uns entschieden
Hallo alle zusammen,

ja, das Thema ist wirklich sehr heikel und ein sehr schwieriges.
Ich selbst habe damals eine Entscheidung treffen müssen, die mir nicht leicht gefallen ist , die ich aber nicht bereue.

Meine Oma hatte eine Operation und ledier ging hier sehr vieles schief.(wen es mehr interssiert, ich habe hierzu auch einen Beitrag geschrieben). Sie lag 4 Wochen auf der Intensivstation mit Multiorganversagen. Gott, der Anblick war so hart für mich.Meine Oma hat mich mit meiner Mutter zusammen aufgezogen, sie war einfach die Beste. Leider wurde ihr Gehir sehr geschädigt. 12 Stunden Herz-Lungen-maschine sidn einfach zu hart gewesen.
Wenn sie jemals aufgewacht wäre, hätte sie kein eigenständiges Leben führen können. Sie hätte vor sich hinvekitiert, wie eine Art Zombie. Meine Oma allerdings war lebensfroh und liebte das Leben und all die Blumen und Tiere.
Daher haben wir uns entschieden, keine Unterstützenden Mittel ihr mehr zu geben. Sie ist dann langsam eingeschlafen.
Ihr Tot trifft mich sehr, sie fehlt mir jeden Tag und es tut tierisch weh. Aber ich weiß, wir haben ihr ein unwürdiges quälendes Leben erspart. Sie hatte keinen Magel als sie starb. Aber hätten wir weiter gemacht, sie wäre ein Schatten Ihrer selbst gewesen.

Es ist hart, aber da weiß man, das man das richtige getan hat.

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26. Oktober 2010 um 11:52

Sterbehilfe....
Hallo Smaragdwald,

Ich denke auch schon längere zeit über Sterbehilfe nach.
Ich muss dir da recht geben, alle lebewesen sollte schon das Recht haben erlöst zu werden von den Qualen.
Ich selbst Arbeite in der Altenpflege und werde jeden Tag mit schicksalsschlägen konfrontiert.
Einteil ist es Mord aber anderen seits ist es die erlösung für die Menschen die Leiden.
Ich finde es so sollte wenigstens die möglichkeit bestehen, das ein Mensch in seinem Testament festlegen darf und kann bei welchen Fällen er sterben möchte und dadurch dann eine Sterbehilfe inbetracht ziehen möchte.
Denn wenn man im Bett liegt und sich nicht mehr aüßern kann ist es zu Spät.
Der Staat sieht nur das negative in der Sterbehilfe er sollte aber auch mal das positive gegenüber von einem Kranken Menschen sehen.
Warum soll jemand leiden, frage ich mich.
Es ist auch bewiesen das viele Deutsche in die Schweiz gehen um dort ihre erlösung zuerlangen.
Es wurde sogar ein extra Sterbe Haus in Zürich erbaut .
Man müsste wirklich mal versuchen dem Staat dies klar zumachen.
Aber wieviele Menschen bekommen eine überdosis im Krankenhaus weil sie sehr leiden und sie daran sterben?
Sehr viele ist das keine Sterbehilfe?
Aber da kräht kein Hahn danach, nur wenn es zu diesem Thema Sterbehilfe kommt da heißt es gleich Mord.
Ich selbst möchte niemals vor der entscheidung stehen müssen ob jemand leben darf oder lieden soll. Denn ich könnte es mit meinem gewissen nicht vereinbaren.
Wenn ich einmal Krank sein sollte möchte ich auch nicht leiden sondern möchte das ich von dem Leid erlöst werden kann.

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18. Januar 2015 um 11:42

Aktive Sterbehilfe sollte legalisiert werden
Hallo,

meiner Meinung nach sollte die aktive Sterbehilfe erlaubt und legal sein. Hierbei spielen für mich die Faktoren, wie "durch einen würdigen Tod" gehen zu dürfen oder dass man als Sterbender "seine Angehörigen finanziell nicht weiter belasten möchte" und "wenn man schon nicht gefragt wurde, ob man geboren werden wolle, dann sollte man zumindest entscheiden können, wann man sterben will", eine wichtige Rolle.

Außerdem sehe ich es so, dass wenn die Sterbehilfe verboten bleibt , es sich eigentlich wie ein verzögerter Mord darstellt. Man hat noch nicht mal etwas unternommen, den Todkranken in seinen eigenen Wünschen zu unterstützen und seine Schmerzen (Seelen-) zu verringern.

Hintergrund für meine Überlegungen sind auch die große Mehrheit für aktive Sterbehilfe bei den Bundesbürgern, der Lichtblick für die Patienten für einen kürzeren Leidensweg und die Überforderung pflegender Angehöriger.

Mit der Schaffung einer legalen aktiven Sterbehilfe würden klare Richtlinien geschaffen und auch das Erbrecht könnte so nicht mehr ausgenutzt werden. Diese legale Sterbehilfe beinhaltet natürlich auch einige Probleme bzw. zu beachtende Punkte. So sollte insbesondere der Umgang mit Lebensmüdigkeit noch gesunden Menschen, Entscheidungsbefugnis der Angehörigen, erzeugtem Druck aus der Gesellschaft, höherer Sterberate und weiteren Missbrauchmöglichkeiten sehr sensibel umgegangen werden. Dies ist natürlich ein komplexes Thema. Ich denke, es ist äußerst schwierig, alle Faktoren in einer legalen Lösung unterzubringen.

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