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7 Jahre Tod der geliebten Oma verdrängt???????

Letzte Nachricht: 18. März 2008 um 8:34
L
lale_12060043
18.03.08 um 1:12

Hallo,

ich hoffe mir kann vielleicht jemand helfen,bzw.würde ich einfach mal gerne Meinungen hören!
Vor 7 Jahren starb meine geliebte Oma relativ plötzlich (innerhalb von 3 Monaten vom anscheinend völlig gesunden Menschen bis zu ihrem Tod) an Magenkrebs. die letzten Wochen müssen fr sie eine Qual gewesen sein...ich war damals 13!natürlich war ich damals total traurig,als sie gestorben war,aber irgendwie nie so,wie jetzt!Ich hatte relativ schnell damit abgeschlossen und wunderte mich noch selbst,wie gut ich damit klarkam,obwohl ich wirklich immer seeehr an ihr hing...
im Nachhinein erinnere ich mich,dass ich nur ganz selten über sie sprach und wenn,dann nur mit Menschen,die sie nicht kannten. Auch habe ich den Kontakt mit meinem Opa weitgehend gemieden,weil ich nichts von ihrem Tod hören wollte.Ich habe satte 5 JAHRE verstreichen lassen,bis ich wieder das erste Mal in ihre Wohnung gegangen bin,was mir auch für meinen Opa im Nachhinein so Leid tut...aber es ist mir erst jetzt aufgefallen!Es ist total seltsam!
was auch total komisch war ist,dass ich wirklich vor JEDER Familienfeier von ihr geträumt habe und heute immernoch!Ich träume dann,dass sie lange in Kur war und ich mich so unglaublich freue,dass sie noch lebt!Und jedesmal ist es so realistisch,dass ich am nächsten Morgen immmer ganz traurig bin,wenn ich wieder auf den Boden der Tatsachen geholt werde.Ganz gruselig war,dass ich letztens wieder von ihr geträumt habe,obwohl gar keine Familienfeier anstand.Und als ich das morgens meiner Mutter erzählte,sagte sie mir,dass Oma an dem Tag Todestag hätte...da bin ich erstmal ganz schön blass geworden...das kann natürlich auch Zufall gewesen sein...
jedenfalls,denke ich in letzter Zeit so oft an sie und muss oft weinen,Ich vermisse sie so furchtbar!Dabei ist im Moment keine außergewöhnliche Situation,wo ich sie besonders gern bei mir hätte oder so...es kommt mir vor,als würde ich erst jetzt realisieren,dass sie tot ist und niemals wieder kommt!Und jetzt meine Frage;
kann man 7 Jahre den Tod einer geliebten Person so verdrängen?????
ich habe schon überlegt zu einem Psychiater oder so zu gehen,aber der zeigt mir deoch den Vogel,wenn der hört,dass mir nach sieben Jahren einfällt,dass ich so traurig über den Tod meiner Oma bin....!!!
Es ist so schrecklich...kann mir jemand helfen???
Vielen Dank und viele Grüße

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I
iris_12527557
18.03.08 um 8:34

Das was du beschreibst,
kann ich sehr gut verstehen, weil ich es genauso
erlebt habe. Genau nach 7 Jahren war bei mir eine Riesentrauer da. (mein Freund war tödlich
verunglückt)Ich habe dann die ganze Trauer gelebt und damit wurde es dann besser. Habe be-
wußt die Plätze der gemeinsamen Erinnerung aufgesucht. Bei dir ist es nun der Besuch bei deinem Opa. Manchmal müssen wir Dinge verdrängen, weil sie uns zu stark erscheinen. Du mußt wissen, alles was geschieht ist richtig. So wie es vor Jahren war und auch so wie es heute ist. Deine Oma zeigt dir mit ihren Träumen, dass sie bei dir ist, dass es ihr gut geht. Weißt du tote Menschen wechseln nur auf die andere Seite, für uns nicht sichtbar und dennoch sind diese Menschen da. Vielleicht ist
deine Oma dein persönlicher "Schutzengel". Du
kannst mit ihr reden. Schreibe doch deiner Oma einmal alles in einem Brief nieder, Dinge die du ihr sagen wolltest oder für die du dich bedanken möchtest. Vielleicht wirst du dabei nochmal viel weinen, aber es wird dir helfen. Oder stelle ein Bild von deiner Oma auf. Zünde ab und zu eine Kerze für sie an oder stelle ein paar Blumen für sie auf. Wenn du einen Garten hast kannst du einen Busch oder Strauch oder
Baum oder Rosenstock für sie pflanzen. Wie und
in welcher Form du deiner Oma gedenkst, das entscheidest du. Im Internet gibt es auch eine
sehr gute Seite www.verwitwet.de (da können sich alle Trauernden hinwenden).Bei www.amazon.de gibt es sehr gute Bücher über Tod
Trauer Sterben, schau einfach mal nach. Natürlich kannst du dir auch professionelle
Hilfe holen und niemand wird dir den Vogel zeigen, schließlich sind diese Menschen für Menschen da, die ein Problem haben. An vielen Orten gibt es auch Trauergruppen. Fühle in dich
hinein. Rede mit deiner Oma. Du wirst den richtigen Weg finden, wenn du dich nach deinem
Bauchgefühl (Bauchhirn) führen lässt.
Noch etwas, ich habe auch immer vor schwierigen
Situationen von meinem Freund geträumt, er nahm
mich immer wortlos in den Arm. Ich wußte dann immer , dass etwas schwieriges auf mich zukommt. Aber es ging immer gut für mich aus.
Ich wünsche dir eine gute Zeit, geh viel zu deinem Opa, er hat dich bestimmt sehr vermisst und er kann dir noch ganz viel von deiner Oma
erzählen. Somit kannst du dann deine Trauer bearbeiten. Du mußt dich deiner Tränen nicht schämen. Vielleicht gibt das noch eine sehr intensive Zeit mit deinem Opa. Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute. Wenn du noch Fragen hast, schreibe mir gerne, auch eine PN.
Gruß Melike

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