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17-jährige Tochter hat panische Angst vorm Erwachsenwerden

4. Mai 2013 um 15:05

Hallo alle zusammen,
meine 17 Jahre alte Tochter hat große Angst vor dem Erwachsenwerden, wir haben mehrmals darüber gesprochen und ich habe versucht ihr einige ihrer Sorgen zu nehmen. Doch scheinbar macht ihr das Thema dennoch zu schaffen. Sie macht jetzt diesen Monat ihr Abitur und reist danach ein Jahr durch Australien mit einer Freundin. Sie hat gute Noten, ist ein superfröhliches und aufgeschlossenes Mädel (auch wenn mich die Diskussionen manchmal zur Weissglut bringen ). Ihrer Zukunft steht im Grunde nichts im Wege. Sie hat sich bereits einen Studiengang ausgesucht, den sie unbedingt studieren möchte und hat vor mit ihrer besten Freundin nach ihrem Auslandsjahr in eine WG zu ziehen. Eigentlich sollte sie da doch voller Vorfreude sein, da sie ja so eine tolle Zeit in Südamerika und auch während des Studiums erwartet. Aber sie sieht vorrangig die vor ihr liegenden Veränderung (die ja nunmal vorhanden sind) und damit verbundenen Schwierigkeiten. Sie hat panische Angst "die meisten ihrer Schulfreunde zu verlieren, den Studienplatz nicht zu bekommen und selbst wenn das klappt keinen Job zu kriegen und am Ende auch keinen Typen und dadurch niemals Kinder zu bekommen". Ich verstehe sie da durchaus, da sie ja wahrlich langsam an diesem Punkt angelangt ist, wo sie mehr Verantwortung übernehmen muss, teilweise schwere Entscheidungen treffen muss etc. Sie hat erzählt, dass sie es schrecklich findet zu wissen, dass es Zeiten gibt (z.B, ihre Kindheit und nun bald auch ihre Jugend), die sie nie mehr in ihrem Leben zurückbekommt. Die einfach vorüber sind. Ich kann sie da wenig vom Gegenteil überzeugen, da es ja zu einem gewissen Maße durchaus stimmt. Wie kann ich sie da ein wenig besser aufbauen? In 3 Monaten hat sie 18. Geburtstag und sie verweigert strikt ihn zu feiern, da sie meint, dass es kein Grund gibt "das Vorübergehen einer wunderschönen Zeit auch noch zu feiern ". Sie macht sich sowieso viele Gedanken über den Sinn des Lebens und sonstige philosophische Themen Einerseits find ich es ja wirklich toll, eine Tochter zu haben, die sich Gedanken macht und etwas aus ihrem Leben machen will, doch ich kann nicht sehen, wie sie das einfach ein stückweit runterzieht. Ist das eine Phase die bald vorüber ist oder sollte ich mir wirklich Sorgen machen? Sie weiß, dass sie jederzeit zu mir kommen, egal wie alt sie ist und was für Probleme sie hat. Ihre gesamte Familie steht hinter ihr, dem ist sie sich bewusst. Was kann ich denn tun? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Grüße

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11. Mai 2013 um 22:21

Bin zwar selbst noch 17 aber dennoch
Hallo!
Ich bin TheChaosqueen und wie ihre Tochter 17 Jahre alt. Mein Abitur liegt noch knapp 1 3/4 Jahre vor mir.
Ich kann ihre Tochter in gewisser Weise verstehen, ich selbst habe das Gefühl, dass es momentan einfach zu schnell geht. Man verbringt fast sein ganzes bisheriges Leben in der Schule, hat einen mehr oder weniger geregelten Tagesablauf und das ist bald weg. Einfach so. Von jetzt auf nacher... Zudem sieht man die Freunde, zu denen man mehr oder weniger täglich Kontakt hatte und sie fast nie vermissen musste auf einmal nicht mehr, oder weniger regelmäßig.
Das ist schon beängsitigend und ich habe noch einige Zeit in diesem Privileg...
Zudem, wenn sie ins Ausland geht und zuvor noch nie kompltt auf sich alleine gestellt war, ist sie es plötzlich. Man kann nicht zurück zu Momma und Bobba, oder Freunde mal eben schnell und Hilfe bitten.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es mir ähnlich ergehen wird, doch kann es nur schwerlich von Dauer sein. Vielleicht braucht sie einfach noch ein bisschen und wenn sie dann im Ausland ist, sieht alles aners aus.
Das mit dem Geburtstag:
Man muss ihn ja nicht feiern, zwingt einen niemand dazu. Doch, nur weil man 18 ist, ist man ja noch nicht erwachsen
Es gibt genug 18, 19 Jährige die sich immer noch wie Kinder benehmen und das mit Recht!
Herzlich liebe Grüsselchen
TheChaosqueen

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6. Juni 2013 um 8:07

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Hallo!

Ich finde es super, dass du dich informierst und versuchst, deine Tochter so zu helfen.

Was du beschreibst, trifft haargenau auf das zu, was ich gefuehlt habe vor und nach meinem Abitur. Ich will dir wirklich nicht noch mehr Sorgen machen, aber ich denke es ist sehr wichtig, dass deine Tochter jetzt Rueckhalt bekomment und evtl. auch professionelle Hilfe. Ich habe nun schon seit 8 Jahren immer wieder Angststoerungen und leichte Depressionen aber das mittlerweile sehr gut mit Therapien in den Griff bekommen. Das muss bei deiner Tochter natuerlich nicht so sein. Aber sich zu informieren schadet nicht.

Als ich 16 war hatte ich das erste Mal eine Phase wo ich mich vom Aelterwerden, dem Erwachsenwerden komplett ueberfordert fuehlte. Auch ich konnte mich ueber den Geburtstag nicht freuen und trauerte meiner Kindheit hinterher. Ich sass einige Naechte weinend zuhause und meine armen Eltern wussten sich gar nicht mehr zu helfen. Diese Phase verging aber nach ein paar Wochen wieder.

Nach dem Abitur, dann mit 21 bekam ich wieder eine Phase in der ich panische Angst hatte vorm Aelterwerden, den Veraenderungen und davor, damit nicht umgehen zu koennen. Ich hatte teilweise das Gefuehl, halb verrueckt zu werden, wieso machte mir etwas, was JEDER macht, das normale Leben, solche Angst? Mein damaliger Freund hat mich dann zum Arzt gebracht und mit leichten Antidepressiva und Gespraechstherapie ging es mir bald wieder besser.
Allerdings kamen solche Phasen immer wieder (mit langen Abstaenden von 1-3 Jahren) aber mittlerweile weiss ich, wie ich damit umgehen kann.

Also, bitte lasst euch nicht abschrecken, den Schritt zum Profi zu gehen, falls ihr denkt, eurer Tochte koennte dies helfen.

Alles Gute!

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10. Juni 2013 um 17:31

Gründe
Liebe Holladiho, erstmal möchte ich dir rückmelden, dass ich toll finde, was deine Tochter da alles schon plant. Auslandsaufenthalt usw. traut sich ja nicht jeder... Für mich klingt das, was du schreibst so, als würde sich deine Tochter zu viel vornehmen und dann vor ihrem eigenen Mut erschrecken. Es ist ja nicht so, dass man auf einen Schlag plötzlich so viel Verantwortung tragen muss, es geht langsam und man wächst hinein. Rate deiner Tochter, sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen. Sie soll außerdem immer nur an den nächsten kleinen Schritt denken und nicht schon das ganze Leben. Falls du den Eindruck hast, dass sich das Problem mit solchen "einfachen" Tipps nicht auswächst, könntest du mal überlegen, woher die Angst deiner Tochter wohl kommt. Gab es mal jemanden, eine Frau, in eurer Familie, für die mit dem Erwachsenwerden eine Welt zusammenbrach, die mit einer Wucht an Verantwortung überladen wurde, vielleicht eine Großmutter? Vielleicht hat eure Tochter auf einer tieferen Ebene auch Angst, ihre Eltern im Stich zu lassen... Falls in dieser Richtung etwas ist, könntest du mal mit deiner Tochter oder auch allein eine Familienaufstellung machen. Da kann man ganz gut sehen, woher das Problem kommt und auch Lösungsschritte einleiten. Informier dich doch mal im Netz zu der Methode, falls es dich anspricht, z. B. hier: http://www.sorge-dich-nicht-liebe.de/familienaufstellung oder http://www.geburtskanal.de/index.html?mainFrame=http://www.geburtskanal.de/Wissen/F/Familienaufstellung_2005.php&topFrame=http://www.geburtskanal.de/Advertising/BannerTop_Random.html?Banner=.
Viel Erfolg wünscht Tatjana

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