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10-jähriger klammert extrem - ängstllich

30. September 2011 um 10:11

Hallo liebe Forumleser- und -leserinnen

Mich beschäftigt derzeit sehr der Sohn meines Lebensgefährten. Max ist 10 Jahre alt und verhält sich in meinen Augen schon sehr auffällig. Ich selbst habe einen 6-jähringen Sohn und ich merke, dass zwischen den Jungs Welten liegen.
Ich kenne Max jetzt seit über 4 Jahren und finde sein Verhalten oft sehr befremdlich. Er ist jedes 2. Wochenende bei uns und auch in den Ferien. Er klammert extrem, ist sehr ängstlich, unsicher und unselbständig.
Mein Lebensgefährte kann kaum einen Schritt machen, ohne das Max gleich hinterher läuft, ihn ständig anfaßt. Er wartet sogar vor der Toilette, bis er wieder raus kommt, um ihn dann auch direkt wieder an die Hand zu nehmen. Von zu Hause (Mutter) ist er gewohnt, dass er alles gemacht bekommt, er kann daher nicht mal seine Schuhe alleine schließen oder sich seine Wechselhose allein aus der Wochenendreisetasche nehmen. Er schmiert sein Brötchen nicht selbst und fragt ständig, ob ihm jemand was zu Trinken eingißt. Wenn wir draußen unterwegs sind, läßt er die Hand meines Freundes nie los, er scheint mir immer so depressiv, gar nicht glücklich und unbeschwert, wie Kinder doch sein sollen.
Ich selbst muss sagen, finde das seit einigen Monaten wirklich sehr anstrengend und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Er traut sich nichts zu sagen, nimmt alles hin. Ich finde es wirklich schimm, wie verunsichert das Kind ist. Er ist übrigens immer so, nicht nur bei uns. In der Schule ist er eher ein Außenseiter. Seit der 2. Klasse geht er auch nicht mehr in den Hort (finde ich sehr schade) und ist daher schon ab Mittag allein zu Hause, keine sozialen Kontakte, keine Freunde. Die Schulnoten sind entsprechend bedenklich. Hin und wieder nässt er immer noch ein. Er ist unhöflich, grüßt nicht und verabschiedet sich auch nicht, er kann weder Bitte noch Danke sagen und ist sehr unaufmerksam. Allgemeine Höflichkeitsfloskeln, so wie ich das meinen Kindern vermittele, kennt er nicht. Ich mag ihm aber auch nicht ständig alles nachräumen, meine Kinder müssen sich auch an Regeln halten und er hat oft durch den seltenen Papa-Besuch einen Sonderstatus, den wiederum meine Kinder nicht verstehen.
Ich habe schon mehrere Male meinem Lebensgefährten geraten, psychologische Hilfe mit dem Jungen in Anspruch zu nehmen, aber er will das wohl nicht erkennen.
Mit meinem Sohn kommt er gut klar, die beiden spielen gern zusammen und es scheint Max gutzutun.
Bis vor einigen Wochen hat Max bei seinen Besuchen immer mit bei uns im Zimmer geschlafen, ich muss sagen, ich fand das schon immer unangemessen. Kinder gehören zu Kindern. Er ist ja nun auch keine 2 Jahre mehr, sondern 10 und ich habe auch ganz gern ein wenig Privatsphäre.
Nach wochenlangem Streiken (ich habe bei meinem Sohn im Zimmer geschlafen), habe ich durchsetzen können, dass Max nun nicht mehr in unserem Schlafzimmer schläft.
Es steht wieder ein Max-Wochenende bevor und ich bin ehrlich gesagt, ein wenig genervt davon. Ich weiß ja auch, dass das Kind nichts dafür kann, die Mutter dem Jungen wirklich alles verbietet und er sich dann natürlich so entwickelt. Aber durch sein lethargisches Verhalten zieht er mich immer so runter, man wird dann selbst oft auch so stimmungslos und gleichgültig.
Habt ihr einen Rat?
LG

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30. September 2011 um 10:49

Tiefe ängste
dein lebensgefährte sollte das jetzt wirklich mal ernst nehmen. und ... die mutter sollte unbedingt zur therapie !
aber am besten wäre schon eine familientherapie. die mutter verbietet alles, der 'vater' unternimmt nix - sein sohn scheint ihm egal zu sein, und der kleine hockt mitten in der sch..., sorry
aber so sehe ich es...
helfe du max , und rede mal mit dem schlulpsychologen, da max sowieso offensichtlich auch in der schule probleme hat.
du könntest so immerhin den stein ins rollen bringen

nicht noch länger warten

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30. September 2011 um 11:27
In Antwort auf kauz58

Tiefe ängste
dein lebensgefährte sollte das jetzt wirklich mal ernst nehmen. und ... die mutter sollte unbedingt zur therapie !
aber am besten wäre schon eine familientherapie. die mutter verbietet alles, der 'vater' unternimmt nix - sein sohn scheint ihm egal zu sein, und der kleine hockt mitten in der sch..., sorry
aber so sehe ich es...
helfe du max , und rede mal mit dem schlulpsychologen, da max sowieso offensichtlich auch in der schule probleme hat.
du könntest so immerhin den stein ins rollen bringen

nicht noch länger warten

Das ist nicht so einfach
denn Mutter und Vater haben sich nichts zu sagen. Und ich hatte schon mal begonnen, den Stein anzurollen. Meine Hausärztin ist auch die Ärztin von ihr und sie kennt Max, findet ihn auch sehr auffällig. Als ich ihr einige Sachen über den normalen Alltag erzählte, schlug sie sofort psychologische Hilfe vor, gerade auch wegen des Einnässens. Aber die Mutter sperrt sich, will davon nichts wissen. Was ich da sage oder tue, hat keine Bedeutung. Ich bin ja nicht die Mutter von Max, aber es tut mir oft weh, zu sehen, wie das Kind sich entwickelt und das diese Auffälligkeit gerade in den kommenden Jahren (Pubertät) auch in Aggression umschlagen könnte.
Mein Lebensgefährte liebt den Jungen, aber statt sich ernsthaft zu bemühen, das es ihm besser geht und ihn in seiner Selbständigkeit zu fördern, macht er durch das Zulassen der Klammerei eher das Gegenteil. Er gibt ihm damit immer wieder das Gefühl, das Max in unserer Familie Sicherheit braucht.
Die Beziehung zwischen Mutter und Vater ist so schlimm, dass sich der Vater mit ihr aus Angst, sie könnte ihm den Jungen wegnehmen, nicht auseinandersetzt. Dabei sieht mein Freund, wie mein Sohn sich entwickelt und merkt dann auch, dass Max ganz anders ist.
Ich bleibe aber am Ball. Danke für deine Antwort.
LG

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30. September 2011 um 12:24

Danke für deine Antwort,
aber Max ist nicht neu in der Familie. Die Trennung war vor 6 Jahren, Max ist seit über 4 Jahren bei uns. Seit 6 Jahren sind auch die Wochenenden regelmäßig. Da muss sich keiner mehr beschnuppern, wir kennen uns doch alle schon lange. Mir macht eben gerade Sorge, dass er eben nicht auftaut, auch nach so langer Zeit nicht. Und Max kann gut mit meinen Kindern.
Wenn er da ist, spielt er überwiegend mit meinem Sohn. Wir sind auch viel unterwegs, hat aber sehr lange gedauert, bis er auch mitwollte. Er wollte sich mehr verkriechen.
Er wird keinesfalls gezwungen, sich gut mit meinen Kindern zu verstehen. Ich denke nur, dass ich durch z. B. übernachten bei uns im Schlafzimmer eine gewisse Unsicherheit präsent halte. Max ist so verunsichert und ängstlich, dass er sich eben NUR bei Papa wohlfühlt. Das wahre Leben sieht aber anders aus, er muss jetzt und später auch mit anderen zurechtkommen und lernen, dass er nicht vor allem Angst haben muss, dass er auch mal seine Meinung sagen darf. Sicherheit geben ist gut, keine Frage, aber nicht da, wo augenscheinlich keine Gefahr besteht bzw. signalisiert wird, dass Sicherheit gegeben wird.
Du hast recht, das ist eine Sache wegen der Trennung der Eltern, aber das ist eben schon so lange her. Und weil die Eltern nicht miteinander reden, fühlt er sich so unsicher. Meine Kinder sind auch vom Papa getrennt, aber wir reden vernünftig miteinander, es gibt feste Regeln und Rituale, wir entscheiden im Interesse der Kinder und daher fühlen meine Kinder auch, dass sie sich auf Mama wie auch auf Papa immer verlassen können. Und wenn die Kinder zu Papa möchten, dann gehen sie eben hin und er freut sich. Es gibt keine so starren Regelungen, sondern wir wollen, dass es den Kindern gut geht - und es funktioniert.
Bei meinem Freund ist es anders, da gibt es ganz starre Regelungen, die nicht gebrochen werden dürfen (hat die Mutter so bestimmt). Da wird nicht im Interesse des Kindes gehandelt, sondern meines Erachtens Machtspiele ausgeübt auf dem Kopf des Kindes.
LG

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30. September 2011 um 14:40
In Antwort auf paola_12953630

Das ist nicht so einfach
denn Mutter und Vater haben sich nichts zu sagen. Und ich hatte schon mal begonnen, den Stein anzurollen. Meine Hausärztin ist auch die Ärztin von ihr und sie kennt Max, findet ihn auch sehr auffällig. Als ich ihr einige Sachen über den normalen Alltag erzählte, schlug sie sofort psychologische Hilfe vor, gerade auch wegen des Einnässens. Aber die Mutter sperrt sich, will davon nichts wissen. Was ich da sage oder tue, hat keine Bedeutung. Ich bin ja nicht die Mutter von Max, aber es tut mir oft weh, zu sehen, wie das Kind sich entwickelt und das diese Auffälligkeit gerade in den kommenden Jahren (Pubertät) auch in Aggression umschlagen könnte.
Mein Lebensgefährte liebt den Jungen, aber statt sich ernsthaft zu bemühen, das es ihm besser geht und ihn in seiner Selbständigkeit zu fördern, macht er durch das Zulassen der Klammerei eher das Gegenteil. Er gibt ihm damit immer wieder das Gefühl, das Max in unserer Familie Sicherheit braucht.
Die Beziehung zwischen Mutter und Vater ist so schlimm, dass sich der Vater mit ihr aus Angst, sie könnte ihm den Jungen wegnehmen, nicht auseinandersetzt. Dabei sieht mein Freund, wie mein Sohn sich entwickelt und merkt dann auch, dass Max ganz anders ist.
Ich bleibe aber am Ball. Danke für deine Antwort.
LG

Wäre es möglich,
dass dein Freund das alleinige Sorgerecht für Max beantragt und er dann immer bei euch bleibt?
Denn wenn seine Mutter gegen Einnässen etc. nichts unternimmt und Max so kleinhält, klingt das für mich schon nach Kindesmisshandlung. Informiert euch da mal beim Jugendamt, wenn ihr euch einig seid.
An Stelle deines LG würde ich die Klammerei auch aushalten, das ist eben sein Art, Max zu zeigen dass er sich auf ihn verlassen kann.

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4. Oktober 2011 um 11:27

Danke
Habe mich mal ein wenig über Autismus bei Kindern informiert, aber da passen einige Sachen eher nicht. Einige wenige Eigenschaften sind aber wieder zutreffend. Danke für deine Mühe

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