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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

10.Jahrestag des Todes meines Vaters =(

Letzte Nachricht: 1. Juni 2007 um 11:51
I
ife_12146675
19.05.07 um 21:10

Hallo!

Mein Vater ist heute vor genau 10 Jahren verstorben. Natürlich muss ich heute besonders viel an ihn denken und wie jedes Jahr, kann ich an diesem bestimmten Tag auch nix anderes machen...

Damals war ich 10, 5 Tage vor meinem 11.Geburtstag. Ich hatte mich schon so gefreut, dass er dann heimkommt (meine Eltern lebten seit einigen Jahren schon getrennt). Es war das Pfingstwochenende, an dem ich mit einer Jugendgruppe zelten war. Dann 2 Tage vorm Geburtstag klingelte nachts die Polizei um meiner Mutter die Nachricht zu überbringen. Er war an dem Wochenende plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben. Als meine Mutter mir das am nächsten Morgen sagte mit den Worten "Daria, es ist etwas Schlimmes passiert und du musst jetzt sehr tapfer sein!", wusste ich irgendwie schon gleich Bescheid. Die Trauer sprudelte gleich heraus und ich hab den ganzen Morgen geweint. Dann aber Mittags war die Trauer wie weggeblasen, das konnte ja eh alles irgendwie nicht sein. Es folgte die (für mich recht nüchterne) Beerdigung und von da an ging alles fast wie gewohnt wieder seine Bahnen. Die richtige Trauer scheint sich bei mir aber über die Jahre zu verteilen. Ich kann nicht über ihn reden ohne anzufangen zu stottern, zu schwitzen, rot zu werden und zu weinen. Bei intensiveren Gedanken an ihn ist es das Gleiche. Manchmal kommt es ganz schlimm und ich meine ihn auf der Straße zu erkennen oder kurz auf Bildern in Zeitungen oder sonst was... Es macht mich wirklich fertig nicht darüber hinweg zu kommen. Oft denke ich auch drüber nach, dass er jetzt vielleicht ganz woanders leben könnte und uns alle "verarscht" hat. War er damals wirklich im Sarg? Hat man damals wirklich IHN tot aufgefunden? Ich zumindest hab ihn nicht gesehen! Ich fange an, an ein großes Missverständnis zu glauben, weiß aber gleichzeitig eigentlich dass das nicht sein kann. Dieser Irrgedanke scheint mich echt zu verfolgen, ich freue mich schon fast auf den Tag an dem er mir auf der Straße begegnet und ich ihm erzählen kann was ich alles in den letzten 10 Jahren (ohne ihn) erlebt hab und weiß dass er stolz auf mich sein wird. Ich hoffe auch ihn bei jedem größeren Ereignis meines Lebens zu sehen (zB. Konzerte, Baseballspiele, Abschlussball,...), aber natürlich ist er nie da =(

Nun frag ich Euch, weiß jemand ob solche wirren Gedanken selbst nach 10 Jahren noch normal sind/sein können? Ich vermisse ihn wirklich sehr und würde mir so wünschen ihn wiederzusehen, ihm zu erzählen was ich alles erlebt und erreicht habe in meinem Leben...

Daria

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H
hajar_12126127
01.06.07 um 11:51

Hallo Daria
Ich befürchte, wenn man einen menschen so sehr geliebt hat und auch wenn es der eigene Vater ist, dann wird man niemals ganz über seinen Tod hinwegkommen. Du wirst immer an ihn denken und du wirst immer um ihn weinen. Du hast seinen Tod bereits verarbeitet, du hast das sogar sehr schnell geschafft, was auch gut ist. Er würde bestimmt nicht wollen, dass du wegen ihm in ein so tiefes Loch fällst.
Deine Irrgedanken, wie du sie hast, werden irgendwann aufhören. Vielleicht hast du dich damals nicht richtig mit dem Tod befassen können, weil du noch so klein warst und deswegen versuchst du jetzt die Sache zu begreifen - 10 Jahre später. Und diese Gedankengänge sind an sich völlig normal. Du scheinst jedoch ein bisschen traumatisiert zu sein, weil sich diese Irrgedanken bei dir schon so lange hinziehen... Vielleicht hilft es dir, wenn du jemanden einweihst udn darüber redest. Auch wenn es dir schwer fällt.

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